Organic Kagoshima Sencha Magokoro

Organic Kagoshima Sencha Magokoro (Shibushi, Kagoshima)
Menge: 100g
Shincha: Geerntet Mitte April 2013
Steaming: Fukamushi (Stark)

allgemeines

Manchmal ist weniger mehr. In diesem speziellen Fall bezieht sich „das wenigere…“ auf den Preis. Bei diesem wahrlich schmackhaften tiefenbedampften Magokoro Shincha, muss man mit knapp 15 Euro nicht tief in seine Taschen greifen, um sich an Qualität zu erfreuen.Camera2-2013-07-04-09-20-15Laut Yuuki-Cha, wo man diesen Sencha erwerben kann, wurde über einen langen Zeitraum mit den unterschiedlichsten Ackerbödenvarianten experimentiert, bis man schließlich zu diesem Ergebnis kam. Ob man dies schmeckt und vor allem „Wie er schmeckt“ folgt nun.

trockenes

Blickt man auf das trockene Blatt, ohne zuvor dem Geruchssinn freien Lauf zu lassen, erkennt man erst das feine Zusammenspiel, aus dem dieser Sencha entstanden ist. Zwar dominiert eindeutig das zu Nadeln geformte Blattwerk, aber dazwischen, als versuche es alles miteinander zu verbinden, das Konzept zusammen zu halten, durchzieht jeder Zwischenraum feinstes Pulver, welches sich auch später am Grund des Kannenbodens abzeichnet. Neben den nadelförmigen Blättern, stechen immer wieder feinste Stängel, durch das Dickicht hindurch und verleihen mit ihrem hellen Farbnuancen dem dunkelgrünen Gesamtkonzept die spielerisch perfekte Abstimmung.Camera2-2013-07-04-09-11-13Doch was sagt die Nase dazu? Lässt man sich auf die Vielfalt des Bouquets ein, entfalten sich schon im trockenen Zustand die unterschiedlichsten Nuancen. Was einem sofort auffällt, ist eine tiefe Süße, die jenes Blattwerk durchstreift, dabei spürt man schon auf sämtlichen Geschmacksknospen, wie diese mit Vorfreude, auf das bald kommende angeregt werden. Diese Süße bettet sich auf einer grasigen Landschaft, die aber unter all dem, noch weitestgehend verborgen liegt.

feuchtes

Hat man im ersten Moment das dampfende Blatt vor sich liegen, erstrecken sich unzählige Geruchswelten, deren Fäden sich von frischen Spargeln, Süßkartoffeln und heißen Esskastanien durchziehen. Was sich generell, auch im Verlauf der Camera2-2013-07-04-10-00-34Verkostung beider Aufgüsse, schnell herauskristallisiert, ist der Rückzug des Geschmacks mit der Abgabe des späten Vorzugs, dem Grasigen gegenüber. Daher ein guter Tipp „Dieser Sencha sollte zügig getrunken werden, da sich der Geschmack schnell wandelt“.

Erster

Empfohlen von Yuuki-Cha: 70° / keine Mengenangabe / auf 1 Minute
ZeroZen Variante:               60° /  6g bei 450ml             / auf 1 Minute

In diesem Fall bevorzugte ich beim ersten Aufguss, eine etwas niedrigere Temperatur, da ich schon im Vorfeld sehr oft mit den Hitzegraden, experimentiert habe. Wie schon oben beschrieben, neigt dieser feine Sencha leicht dazu, bei Verlust von Hitze, seinem grasigen Bruder den Vortritt zu überlassen. Nun fragt man sich vielleicht „Warum dann nicht gleich heißer zubereiten?“ Da, wenn er zu heiß ist, sich die unterschiedlichen Nuancen nicht durchsetzen können und wenn man wartet, dass er etwas abkühlt, wären wir wieder beim Gras angelangt. Nun aber zum Eigentlichen.

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Durch seinen tiefenbedampften Status, kommt dieser hellschimmernde Grünling in seinem ersten Akt, sehr vollmundig daher und weiß mit dem ersten Schluck gleich zu überzeugen. Selbst, wenn der letzte Schluck getan ist, lässt einem sein Bouquet nicht so schnell los und bleibt beharrlich im Mund erhalten. Durch seine Art der Herstellung, spielt dieser Sencha mit seinem starken „Umami“, sofort seine besten Karten aus. Dabei durchzieht, wie schon beim Geruch, eine frische Süße jene Tassen, dessen Charakter, als Matcha Latte mit Soyamilch, nun viel besser zu definieren ist.

Zweiter

Empfohlen von Yuuki-Cha: 75° / keine Mengenangabe / 10-30 Sekunden
ZeroZen Variante:               70° /  6g bei 450ml             / 10 Sekunden

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Im zweiten Auftakt, entflieht die Süße vollkommen, der nun dunklen Jadetasse und bringt das schmackhafte Gängemenü etwas aus dem Gleichgewicht, in dem es die Vorspeise, erst nach der Nachspeise serviert. Aber genau dieser Faktor, entfaltet nun den gewissen Kick. Lange musste ich überlegen, woran mich diese Vorspeise erinnert und dann kam es mir wie ein Geistesblitz. „Edamame“ wird serviert, aber ohne Salz. Edamame, wär es nicht kennt, sind meist in Salz Camera2-2013-07-04-10-06-50eingelegte oder gesalzene Sojabohnen, die gekocht und mit der Schale serviert werden. Dabei hält man ein Ende mit zwei Fingerspitzen fest, steckt sich das Gesamtpaket in den Mund, und zieht es heraus. Somit bleiben die Bohnen im Mund und die Schale landet am Teller. Dieser Charakter ist sehr interessant und war mir bisher selbst neu. Hierbei heißt es aber wieder „Schnell getrunken – mehr Aroma“ Sonst steht man wieder auf der Wiese, außer man mag es grasig.

Fazit

Am Anfang machte ich den Fehler diesen Sencha / Shincha einfach zu hoch zu dosieren, wodurch ich erst abgeschreckt war, da er wie ein deftiger „Brühwürfel“ mir den Gaumen zierte. Aber seit dem ich einige Änderungen vorgenommen habe, schmeckt er einfach vortrefflich. Besonders dieser starke „Edamame Charakter“ hat es mir angetan. Da er auch im Preis niemanden in den Ruin stürzen würde, ist dieser feine Tee auf jeden Fall zu empfehlen. Ein guter Tipp zum Schluss „Falls er im ersten Moment, den ein oder anderen abschrecken sollte, nicht aufgeben. Dieser Sencha ist es Wert, ihn ein zweites Mal zu genießen“.

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