NaturaliTea Organic Handpicked Midori

NaturaliTea Organic Handpicked Midori First Flush (Shizuoka)
Menge: 10g (Probepackung)
Shincha: Geerntet Ende April 2013
Von: Yunomi.us

allgemeines

Wenn man nicht der japanischen Sprache mächtig ist und die Telefonkosten niedrig halten möchte, der wäre bis vor einiger Zeit wahrlich daran gescheitert einen Sencha & Co, der Familie Kinezuka zu erhaschen. Diese vertreiben seit 1976 ihre Tees, klassisch und ohne viel modernster Technik, per Telefonkontakte oder durch eine Bestellung per Fax. Doch nun hat Yunomi.us sich zur Aufgabe gemacht, genau solche schwer zu erreichenden Raritäten von Kleinfarmern, der weltweiten Kundschaft, zugänglich zu machen.

Dabei scheint der Kopf des Familien Clans, Herr Toshiaki Kinezuka, unter der Teegesellschaft kein unbeschriebenes Blatt zu sein und genießt in seinem Fach hohes Ansehen. Doch ganz ohne Hilfe läuft es hierbei auch nicht ab. So unterhält die Familie Kinezuka weitere Beziehungen mit anderen anliegenden Farmern, die sich als Konsortium zusammen geschlossen haben, sozusagen um „die Sorten in einen Topf zu werfen, um zu sehen was man an Qualität erreichen kann.“ Dabei haben sie sich zur Aufgabe gesetzt, das beste Ergebnis, aus einer Region zu erzielen.
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Nun picken sie sich nicht nur das Beste aus dem nahen Umfeld heraus, sondern auch bei der Wahl der Zusammenstellung ihres „Handpicked Midori Sencha“ also per Hand geerntet. Da all diese Informationen schon im Vorfeld die Messlatte hoch oben ansiedeln und da auch der stolze Preis von fast 35€ für 100g, nicht gerade etwas daran ändert, sind die Erwartungen, wie gesagt, hoch. Kann dieser Sencha von Hand, auch handfeste Argumente liefern, das erfahrt ihr jetzt.

trockenes

Das hierbei keine Pestizide und nur organischer Dünger benutzt wurde, lässt schon das öffnen der beiden Probepackungen erahnen. Denn frische und Natur, wird hierbei in großen Lettern geschrieben. Und somit ist auch der Geruch der erste Ansprechpartner in diesem feinen Teediskurs. Seltsamerweise, erschließt sich der Midori in seinem trocken Blatt gänzlich anderen Aromen, als er es später in seiner dampfenden Natur zeigen wird. Verstärkt bekommt man hier das Gefühl einen feinen Hauch von Jasmin wahrzunehmen, dessen Süße umso mehr von fruchtigen Aromen geprägt wird, die sehr an japanische Fruchtgummis, genannt „Haichū / Hi-Chew“ erinnern.
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Durch einen ebenso kräftigen zitronigen Abschluss in der Note, erhält dieses feine Bouquet seinen trockenen Abgang. Äußerlich entfesselt das trockene Blatt, ebenso schnell seinen ganz besonderen Charme, wie sein Duft.
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Dabei ist es eine Freude, diesen ,mit Liebe zu feinen Nadeln gerollten, Blättern zu zusehen, wie sich sich in der Schale zur Beobachtung niederlassen. Dabei besteht ihr Gesamtkonzept fast ausschließlich nur aus diesen langen, per Hand geformten Nadeln und lassen somit kaum Spielraum für feines Werk. Wie grazile dunkelgrüne Mikadostäbe legen sie sich dabei übereinander, dessen Durcheinander, man aber mit Freude so belassen möchte.

feuchtes

Durch die Hitze entfaltet nach gut und knapp 2 Minuten, jedes Blatt seine Flügel und breitet sich gemächlich in seiner neuen Umgebung aus, wartend auf die Betrachtung und die Meinung über ihr erscheinen. Dies ist wahrlich unerwartet und anders in die Realität übergegangen als gedacht. Zur Gänze ist fast jegliche Süße, die man im Vorfeld so stark in seiner Präsenz verspürte, fast schon Camera2-2013-07-05-10-24-26fluchtartig verflogen und hinterlässt dabei einen satten dampfenden grünen gesamt Charakter. Doch dieser ist bescheiden, in dem wie er sich entfaltet und was bleibt ist nur der Hauch von Spargel, liegend in einem Geflecht aus Metall, nicht mehr und nicht weniger. Aber, und das ist einerseits die Magie, die sich nicht sachlich beschreiben lässt, gibt dieser metallische Freund des Spargels Signale ab, die einem unmissverständlich den Saft im Munde zusammen laufen lassen.

Erster

Allgemein Empfohlen: 50-70° / 3-5g bei 80ml / auf 2 Minuten
ZeroZen Variante:            63° / 10g bei 450ml /auf 1:40 Minuten

Midori mag es sich zu verstecken“ und sie versteckt sich gut. Seit dem ihr der Mantel abgenommen wurde, ist ihre Stimmung anscheinend rapide gesunken. Liegt die Schuld an dem Gastgeber oder am Gast selbst? Fakt ist, Frau Midori, macht nicht viel Falsch, aber hat die Messlatte, seit ihrem Camera2-2013-07-05-09-47-10erscheinen, nicht weitestgehend halten können. Von der einstigen Süße, im trockenen Zustand, ist seit dem dampfenden Blatt nichts mehr übrig geblieben. Vielmehr erstreckt sich nun weiter der Faden des Spargels mit leichtem Hang zum Edamame-Feeling von einem „Magokoro“, dennoch weit entfernt diesem geschmacklich das Wasser reichen zu können. Wohlschmeckend, aber somit sind wir auch schon am Ende der Fahnenstange angelangt.

Zweiter

Spezielle Methode Yunomi: 40° / 3-5g bei 80ml / auf 2-3 Minuten
ZeroZen Variante:               63° / 10g bei 450ml / auf 2:40 Minuten

Anscheinend bedarf es komplett konträrer Methoden, um diesem Sencha, das heraus zu kitzeln, was schlussendlich im tiefsten Inneren steckt. Mit großer Hitze haben wir Mademoiselle anscheinend verschreckt, nun fühlt sie sich mit 40° schon reichlich wohler. Das Bouquet erhält dabei einen durch Camera2-2013-07-05-10-08-43und durch cremigen Charakter, der sich sehr dickflüssig seinen Weg abwärts der Kehle bahnt. Dabei kommt zum ersten Mal, das vollmundige Umami zum Vorschein, dessen tiefe Süße am ehesten mit dem Geschmack zu definieren ist, wenn man helle Weintrauben samt großer Kerne zerkaut. Dies erweckt neben dem augenscheinlich Süßem, noch eine leicht Herbe Nuance zum Leben.

Fazit

Oh weh, oh weh, was für ein Tee“. So oder so ähnlich könnte man starten. Sicherlich mag dieser, dennoch, feine Midori, keinen komplett Ausfall darstellen, aber den Erwartungen, folgte Schlussendlich eine Nacht in der Ausnüchterungszelle. Selbst die Tatsache, dass dieser Sencha per Hand ausgesucht wurde, tröstet nicht von dem einfach fahlen Geschmack weg, den dieser Tee prägt. Im Gegenteil, am Ende verstärkt sich somit nur weiter die Enttäuschung, da die Hoffnung am Anfang weit gesät war. Das der Sturz so, nach dem trockenen, doch sehr wohlriechendem Blatt, tief sein würde, hätte ich mir nicht im geringsten erwartet. Würde sich dieser Sencha im Rahmen eines „Magokoro“ mit 15 Euro bewegen, wäre selbst dem leichten Genuss ein Wermutstropfen abzugewinnen. Ich hoffe, dass der nächste Tee der Familie Kinezuka, sich besser behaupten wird, dazu aber mehr in Kürze.

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