Imperial Sencha Yame Tsuhime „1st Golden Review“

Imperial Sencha Yame Tsuhime (Yame, Fukuoka)
Menge: 10g (Probepackungen)
Von: Yunomi.us

allgemeines

Die Kuriharas sind ein Vater und Söhne Betrieb, die sich mit viel Hingabe dem Gyokuro verschrieben haben und diesem besonderes Hauptaugenmerk zukommen lassen. Dabei ist die Geschichte dieser Farmer keine Kurze, setzte ihren Anfang in den 1920er Jahren und etablierte sich 1942 schlussendlich, in der Region Yame. Kippei Kurihara, der Kopf der Familie, genießt dabei großes Ansehen in Yame City, während seine Söhne Yuji und Akio nach und nach den landwirtschaftlichen Betrieb übernommen haben.

Akio übernimmt hierbei den Teil des Hauptfarmers und baut mit der Hilfe seiner Familie und benachbarter Farmer Gyokuro und Sencha auf Feldern, in der Stadt Yabemura an. Yuji ist vierfacher Gewinner in der Kategorie „Southern Japan Tea Handrolling“ Der eine rollt und der andere baut fleißig an, was kann da noch schief gehen?

trockenes

Beim öffnen der Probepackungen fällt einem zuerst einmal auf, dass die Aufschrift des Senchas nicht ganz korrekt ist. Es ist kein Premium sondern ein „Imperial Sencha Yame Tsuhime“. Doch dies ist auch der einzige „Fehler“ dem dieser feine Sencha zum Opfer gefallen ist, denn schon der erste Hauch, der einem aus den tiefen dieser zarten Packung entgegen strömt, ist eine vorgezogene Offenbarung. Bevor dem Blatt überhaupt erst in irgendeiner Hinsicht Beachtung geschenkt wird, ist man erstmals hin und weg, von diesem tiefen reichen Duft an dunkler Edelbitterschokolade. Dieses besondere Bouquet
Camera2-2013-07-08-10-47-47ist nicht oft anzutreffen und kam mir erst einmal zuvor unter die Nase. Dieser Schleier von Süße und Schokolade, der einem förmlich zu Umhüllen scheint, ist erst der Anfang einer Kette von Geschmacks- und Geruchserlebnissen, die einem nicht so schnell wieder aus ihren delikaten Fängen lassen.

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Das tief dunkelgrüne Blatt, hinterlässt beim Beobachter ein wildes, aber harmonisches Landschaftsbild, welches beabsichtigte Grazie, als auch natürlich belassene Strukturen beinhaltet. Hierbei fügen sich per Hand gerollte dunkle Nadeln gesellig zu gebrochenem Blattwerk hinzu, wie feinste helle Stängeln, zu noch feinerem grünem Kleinwerk. 

feuchtes

Nach dem jedes Blatt in einem wärmenden Bad, sein Aroma entfaltet hat, präsentiert sich dieser Sencha erst in seiner wahren Schönheit. Das dampfende Blatt springt einem förmlich mit einer Woge an Umami an und lässt dabei schon mit höchster Vorfreude erahnen, wie der kostbare Nektar erst schmecken wird.Camera2-2013-07-08-11-41-30Dieser Tee schafft etwas, was fast schon einem Widerspruch gleich kommt. Denn sein dickes volles Bouquet wirkt dennoch leicht und so unglaublich frisch in seiner Entfaltung, dass es einem die Sinne raubt. Das Gefühl beim einatmen, lässt sich nur so in Worte fassen, als würden sich sämtliche Geschmacksknospen öffnen, mit denen eine menschliche Zunge ausgestattet ist und in dem selben magischen Moment, läuft einem förmlich das Wasser im Munde zusammen, ohne etwas dagegen tun zu können. Wie ein geisterhaftes Wesen nimmt diese süß säuerliche Note, mit einem Hauch Edamame und reifer Birne auf Maoam Fruchtgummis gebetet, einem jegliche Möglichkeit dem zu widerstehen, was nun die eigene Kehle benetzen wird.

Erster

Empfohlen von Yunomi: 50-70° / 3-5g bei 80ml / auf 2 Minuten
ZeroZen Variante:               60° / 10g bei 450ml / auf 2 Minuten

Diese zum bersten gefüllte Geschmacksbombe vereint so viele Nuancen und Facetten miteinander, das einem schwindelig wird, sinnbildlich betrachtet. Der erste Tropfen, der sich um die eigene Zunge schmiegt, ist mit solch einer Cremigkeit durchzogen, einfach unglaublich geschmackvoll. Dabei kommt, mit seiner so klaren hell gelblichen Tasse, der Sencha so seidig im Geschmack daher,Camera2-2013-07-08-11-06-14dass man glaubt unter all dem Zusammenspiel dem Zen ein wenig näher zu kommen. Dieser feine Edelbitterschokolade Akzent, den man sehr stark im trockenen Blatt verspürt hat, lässt sich nun im Nachklang wiederfinden und hinterlässt seine Signatur noch eine ganze Weile, auf unserem Gaumen zurück. Doch das Ende jedem Schluckes, dieses aromatischen Feuerwerks, ist nicht einmal ein Drittel von dem, was an Nuancen sich hierbei schon zu Beginn entfalten.

Camera2-2013-07-08-11-06-59Dabei schafft es der Yame Tsuhime mit seinem exzellenten Bouquet einen voll und ganz einzunehmen. Ihm gelingt es, schon wie zuvor, den Grad zwischen unglaublich intensiver Natur und einer unbeschreiblichen Leichtigkeit zu kreieren. Wie Ying und Yang hält er das leichte Gefühl aufrecht, aber versetzt es mit einem tiefen Abgang im Geschmack. Hierbei gibt es soviel zu entdecken, denn unter all dem süßen, leichten, aber auch cremigen, befinden sich feine Nuacen einer versteckten Karotte. Das Bouquet ist eine wahre Leistungsbatterie, denn es hält und hält und hält. Selbst wenn der letzte Schluck getan, die Teekanne schon längst wieder kopfüber zum trocken abgelegt ist, erinnert der anhaltende Geschmack einem wie an eine Kindheitserinnerung, die man sich immer wieder gerne, vor das eigene innere Auge führt, weil sie einem nie losgelassen hat.

Zweiter

Empfohlen von Yunomi: 80-100° / 3-5g bei 80ml / auf 10-20 Sekunden
ZeroZen Variante:                 80° / 10g bei 450ml / auf 10 Sekunden

Im zweiten Aufguss, wurde dem Yame etwas eingeheizt, doch anstatt beleidigt, schwitzend in der Ecke zu sitzen, wird man auf Grund der guten Behandlung mit einer weiteren Runde eines Geschmackserlebnis belohnt. Dieser erstmals Camera2-2013-07-08-11-27-55auftretende metallische unglaubliche Effekt dieser nun leicht orange gelblichen Tassen, den dieser Sencha nun abgibt, ist ein Moment höchster Güte, für die Geschmacksknospen. Ein prickeln auf der Zunge, als würde man sich saure Drops, das aller erste Mal auf die Zunge legen und wie feinste Äste würde sich dieses ausgelöste Gefühl durch alle Windungen der Geschmacksnerven ziehen. Frisch, würzig, fruchtig, aber nicht mehr ganz so cremig, hallt es einem zurück.Camera2-2013-07-08-11-28-03Dabei unterstreicht eine angenehme Herbe das Aroma von reifen süßen Birnen, was ein wenig an einen Gyokuro erinnert.

Fazit

Yunomi.us avanciert immer mehr zu einem meiner Favoriten, wenn es darum geht, an Senchas & Co heranzukommen, die man sonst ohne Japanischkenntnisse wohl nicht zu Gesicht bekommen würde. Nach dem letzten kleineren Reinfall mit dem „Handpicked Midori“, ist dieser Yame Tsuhime wahrlich eine Offenbarung. Dieser Sencha ist es wirklich Wert probiert zu werden und mit knapp 23€, für 100g mit solch einer Qualität, da kann man wirklich nichts falsch machen. Somit ist dieser Sencha meine erste „GOLDEN REVIEW“, da auf allen Ebenen 10 Punkte vergeben wurden. Mit Recht.

Würde man diesen Sencha in einem Gesamtbild manifestieren, würde dieses vielleicht so aussehen. Stellt euch einen Garten vor, in dem nur das aller Beste wächst. Nichts ist mit Zusatzstoffen versetzt, im Gegenteil, vielmehr wachsen wohin das Auge reicht, die frischesten, wohlschmeckendsten Obst- und Gemüsesorten. Diese gedeihen auf den idealsten Bodenverhältnissen die man finden kann, welches mit dem kristallklaren Wasser, das durch einen Bach, der durch den Garten fließt, angereichert wird. Dabei durchstreift ein frischer frühlingshafter Wind, das mit unzähligen duftenden Wildblumen bestücke Gras, das die gesamte Szenerie in einen Duftrausch der Sinne umhüllt. Ein kleiner Garten Eden, kompensiert in einer Schale Tee.

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2 Gedanken zu „Imperial Sencha Yame Tsuhime „1st Golden Review“

    • Naja, guter Tee kostet manchmal. Man muss die Hintergründe kennen. Alleine ein JAS Siegel / Bio Zertifikat kostet viel Geld, dazu kommt es darauf wie viel Arbeit in dem Tee steckt, etc. Es können viele Faktoren mitwirken, warum es nun so kostspielig geworden ist. Man muss am Ende abwiegen ob es einem selbst Wert erscheint oder nicht. Ich hatte auch schon beides, extrem teure Tees die den Preis nicht im geringsten rechtfertigen konnten, als auch teure Konsorten wo man schon nachvollziehen konnte, warum sie so teuer waren.

      Lg

      Philipp

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