Shincha Yame Supreme

Shincha Yame Supreme (Yame, Fukuoka)
Menge: 50g
Shincha: Geerntet Frühjahr 2013

allgemeines

Generell wird dem grünen Tee, besonders dem japanischen Sencha eine sehr hohe Heilkraft zugesprochen. Dabei schwanken die Informationsquellen von Vermutungen, Wahrheiten bis hin zu Eigenerfahrungen. Bei einem Naturprodukt ist es immer schwer eine Verallgemeinerung auszusprechen, da jeder Mensch, jeder Organismus anders reagiert. Ich kann selbst von mir behaupten, dass mir der Sencha gesundheitlich sehr viel bringt, vor allem mein Immunsystem stärkt und mir einen wacheren Geist beschert. Auch in meinem Umfeld gibt es Bespiele, wo sogar Krebs durch Grün Tee erfolgreich bekämpft werden konnte. „Aber was hat dies mit dem Yame zu tun?“ Fragt man sich vielleicht.

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Eigentlich sehr viel sogar, denn laut einigen Quellen, wird dem Yame Tee, sei es nun Sencha oder Gyokuro, besonders hoher Gesundheits- und Heilfaktor zugesprochen. Dabei wird gerade dieser Sencha sehr oft in Japan in Reha-Centern, Altersheimen, Spas und von spitzen Sportlern verwendet. Dabei ist Yame einer der bekanntesten Teeanbaugebiete Japans für hochwertige Sorten. Diese stechen besonders durch ihren reichhaltigen, satten und vollmundigen Geschmack heraus, besitzen aber selten einen herben Charakter. Die Geschichte geht hierbei auf 1423 zurück, wo der Mönch Shuzuizenji erstmals Sencha in dieser Region anbaute. Als Yame Tee wird hierbei jener Sencha oder Gyokuro bezeichnet, die an den Flüssen Hoshino und Yabe in der Präfektur Fukuoka angebaut werden.

trockenes

Das Erste was einem unweigerlich auffällt ist diese Woge an Frische und Süße, die einem beim öffnen der Packung durch jegliche Windungen der eigenen Geruchsnerven zischt, als käme der Frühling mit einem Schlag direkt in die eigenen vier Wände. Dabei überkommt einem sofort das Gefühl, als würde man im Schatten eines Obstgartens erwachen, auf dem sich leicht die allmorgendliche Sonne wie feinster Hauch abzeichnet. Dabei erfasst uns ein frischer angenehmer Camera2-2013-07-21-09-46-36Windhauch, der unsere Umgebung mit den feinsten Düften und Geschmacksnuancen von frischen saftigen Kirchen gepaart mit Beeren-Fruchtgummis anreichert. Dabei besticht nicht nur das Bouquet mit Eleganz, sondern auch die Optik. Hierbei eröffnet sich einem der Blick auf wohlgeformte dunkelgrüne Nadeln, mit feinsten hellolivgrünen Nuancen, die sich ihren Platz mit feinem Blattwerk teilen, welches aber kaum auf der Tonschaufel haften bleibt. Die wenigen Stängel, werden erst im Aufguss sichtbar, aber Pulver gibt es hierbei keines.

feuchtes

In dem Moment wo das dampfende Sieb sich bis zum zweiten Aufguss zur Ruhe betet, findet der eigene Geschmacksinn keine Ruhe mehr. Denn dieses dicke, dichte, kräftig typische Yame-Bouquet lässt einem förmlich das Wasser im Munde zergehen. Voll Dominanz präsentieren sich dampfende Esskastanien in all ihrer intensiven Pracht. Dabei ist es sehr spannend zum ersten Mal in diesem Camera2-2013-07-21-11-00-23Szenario zu erkennen, welche Beschaffenheit dieses feine Bouquet wahrhaftig aufweist. Hier erkennt man erstmals, dass die hellen Fragmente, sehr wohl Stängel waren, die sich nun unter das wüste Blattwerk mischen. Denn nun weicht die Realität der einstigen Romantik und man erkennt, dass das Blatt einerseits wohl maschinell geerntet wurde, da diese zwar streckenweise recht groß, aber sehr zerschreddert sind.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 60-90 Sekunden
ZeroZen Variante:                  80° / 12g bei 450ml /auf 1:40 Minuten

Doch die Romantik kommt schnell wieder zu uns zurück. Denn mit dem ersten anreichern der Tassen, verliert man fast seine Konzentration, als würde man magisch von diesem dampfenden hellgelbgrünlichen Nass angezogen, dessen leicht trübe Konsistenz auf etwas verborgenes Kostbares hindeuten lässt. Ein Smaragd der in den Tiefen auf uns wartet. Frisch, zart, aber sogleich voll mit Camera2-2013-07-21-09-57-52seinem betörenden nussigen Bouquet, lockt einem förmlich dieser Shincha immer näher zu sich heran. Dabei erkennt man erstmals, dass nicht nur die Camera2-2013-07-21-10-05-31dampfenden Esskastanien ihre Dominanz von einst unter Beweis stellen, sondern auch Walnüsse ihrer Platz behaupten. Doch viel interessanter ist noch, was unterschwellig passiert. Dort bereitet sich langsam eine Banane vor, sich bemerkbar zu machen. Diese vollzieht in einem Zug um Zug verfahren ein Wechselspiel mit den feinen Nuancen von hellen Weintrauben samt Kerne. Durch all dieses Geäst an recht deftigen Geschmackskomponenten, zieht sich fein gesponnen etwas unglaublich Süßes, Frisches. Darunter mischt sich gekonnt platziert eine leicht saure Note.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  85° / 12g bei 450ml /auf 30 Sekunden

Im zweiten Auftakt wird der Yame schon etwas Grüner mit einem Hang zum leicht herben in seiner Note. Dabei durchstreift eine schwere süße Nuance an Früchten, den mit Nüssen behangenen kräftigen tiefen Geschmack. Der Smaragd in den Tiefen dieses warmen Tropfens, strahlt uns nun aus einer etwas weiter entlegenen Stelle an. Etwas trüber, versetzt mit einem weitaus stärkeren gelbgrünlichen Farbton, lässt uns dieser Sencha immer noch im Hauch der dampfenden Esskastanien und Weintraubenkerne schwelgen, aber verrät uns erstmals wo diese allgegenwärtige Süße die ganze Zeit über verwurzelt war.Camera2-2013-07-21-10-26-39Diese erinnert nämlich ungemein an „Sakura-Blüten / Kirschblüten“, aber ohne dem Salz. Warum Salz? In Japan trinkt man gerne, besonders zur Kirschblütenzeit, diese als Tee. Höchstwahrscheinlich um die Blätter zu konservieren, werden diese in Salz eingelegt. Dabei werden sie im ersten Aufguss nicht getrunken, sondern das salzige Wasser wird anschließend weggeschüttet. Erst im zweiten Aufguss, immer noch leicht Salzig, ist der Tee trinkbar.

Fazit

Mit rund 18€ ist dieser Shincha ein wahrlich guter Start in einen verspäteten Herbsttag, an dem sich langsam die Sonne über die Bergwipfeln senkt, alles in einem leicht rötlichen Licht erstrahlt, man gemütlich auf einer Holzbank im Grünen sitzt und diese Tasse dampfenden Yame genießt. Ja, ihr hört richtig „Herbst“. Auch wenngleich dieser Sencha eine Frühlingspflückung ist, besticht sein starker Charakter durch so viele nussige und dampfende Esskastanien Facetten, dass es einem sofort in eine andere Jahreszeit katapultiert. Einzig der trockene Blattgeruch und der leichte Ansatz im zweiten Aufguss mit seinem Kirschblütenaroma, lassen ein wenig den Frühling dort inne halten, wo er eigentlich auch sein sollte. Einziges Manko ist vielleicht die Ergiebigkeit, denn nach dem dritten Aufguss ist wirklich Schluss. Schade nur, dass man recht wenig über diesen Yame selbst in Erfahrung bringen kann, aber umso mehr ist das eigene Geschmacksempfinden gefragt. Zwei Jahreszeit zum Preis von einer, was will man mehr.

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2 Gedanken zu „Shincha Yame Supreme

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