Bancha Munoyaku Bio

Bancha Munoyaku Bio (Shizuoka)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Munoyaku bedeutet soviel wie „ohne Pflanzenschutzmittel“, somit wirbt dieser Bancha nicht nur im Namen, sondern auch mit seinem JAS-Siegel für Qualität und BIO-Anbau. Doch leider ist es hiermit schon vorbei, wenn es um akkurateCamera2-2013-08-12-15-11-13Hintergrundinformationen geht, was dieses sehr großzügige Blattwerk anbelangt. Ob dieser geheimniskrämerische Alltagstropfen auch im heißen dampfenden Bad zurückhaltend bleibt, lest ihr nun in meinem ersten „Bancha-Bericht“.

trockenes

Die sehr massive Packung lässt trotz 100g schon im Vorfeld erahnen, dass dieser Inhalt kaum passend für eine 100g Dose sein wird. Und dem ward so. Selbst nach dem meine Teedose bis an den Rand gefüllt war, besaß die Packung dieses großzügigen Bancha immer noch genügend Füllmenge um damit zwei Aufgüsse anzusetzen. Und dies ist auch wahrhaftig die Besonderheit, da seine großen seitlich gezackten Blätter einem sofort ins Auge springen. Ist die Menge erstmals in seinem gesamten Ausmaß sichtbar, fallen einem schon sofort die ersten signifikanten Merkmale auf. Obwohl die Blätter schon eine beachtliche GrößeCamera2-2013-08-12-13-20-32aufweisen, sind dies nicht einmal ihre Gesamtausmaße, da selbst dieses massive Grün, maschinell zerrissene Stellen aufweist. Dabei gesellen sich Unmengen an feinen kleinen, ebenfalls zerrissenen Stängeln und Ästen zu diesem Geschehen, mal kleiner, mal recht massiv, wie das Blatt selbst. Kaum, aber dennoch vorhanden, finden sich auch einige sehr kleine Blattpartikeln in diesem imposanten grünen Werk. Der Geruch ist hierbei gezielt und recht leicht zu definieren. Hierbei dominiert ein getrockneter Heugeruch-Charakter, wie der von Nagetieren, welcher mit feinsten Wiesenkräutern\-blumen versehen ist.

feuchtes

Hier überspringt der Bancha gleich dreimal drei Länder und damit drei Teekulturen und das in einem Atemzug. Beginnend in Japan, wo er seinen Boden fand, um so genüsslich zu gedeihen, bleiben wir aber nur rein der Hintergründe wegen sehr kurz gebunden sesshaft. Denn schon mit dem nächsten tiefen Zug, verschlägt es uns nach China, wo die erste rudimentäre Geschmacksstärke unseres grünen Freundes zu Hause scheint. Dabei mischen sich feine Kräuter, wie schon im trockenen Auftakt, unter unsere Geruchssinne,Camera2-2013-08-12-14-55-36welche einem mit einer feinen Würze zu sich rufen. Diese breitet sich vollmundig, süß mit einem säuerlichen Hang aus und zieht dabei schon den nächsten schnellen Wechsel nach England mit sich. Wo wir am Kern-Aroma dieses Banchas angekommen wären. „It’s tea time“ und diese serviert man uns mit einem genüsslichen Schwarztee mit reichlich frischer Zitrone. Dieser dominante metallische Zitrus-Charakter ist auch der Hauptpfeiler dieser Runde und schließt mit einem leichten Aroma von mit heißem Wasser übergossenen gemahlenen Kaffeebohnen ab.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  95° / 10g auf 800ml / auf 30 Sekunden
ZeroZen Variante:                  95° /   6g auf 450ml / auf 40 Sekunden

Im Grunde bleiben wir gleich auf der regnerischen britischen Insel und buchen uns dort erstmals in eine kleine Touristenrundreise ein. Wie auch schon im dampfenden feuchten Blatt, ladet man uns, der Gastfreundschaft sei dank, zuerst ein, einen gemeinsamen Tee zu genießen, aber bitte „The British Way“, wo mit Zitronen nicht gespart wird. Nicht lange danach erkundigen wir London und sein reges Treiben. Dabei verschlägt es einem unweigerlich, wenn auch nur peripher in einen japanisch angehauchten Stadtteil, wo man einfach nicht umhin kommt,Camera2-2013-08-12-13-51-01eine Schale „Genmaicha“ zu verköstigen. Dieser leichte geröstete Charakter, bleibt auch noch im Nachklang eine Weile verhangen. Im Anschluss zieht es uns fast magisch auf einen belebten Markt, wo es von Kräutern, Wiesenkräutern, Weintrauben und Walnüssen, einfach alles gibt was dieses Bouquet definiert.Camera2-2013-08-12-13-51-42Dabei spielt besonders das Innenleben der Weintrauben, die Kerne, eine rudimentäre Rolle in diesem Geschmackserlebnis. Doch diese giftig gelbgrünlichen Tassen sind nicht darauf aus lange im Dunst der Metropole zu verweilen und führen einem schnell in ländlichere Gefilde. Hier entfaltet sich ein wunderbarer naturverhangener Geruch, dessen Essenz schmeckt, wie dichte Wälder und Baumrinden riechen. Man schmeckt wahrhaft den gesunden Aspekt diesen Tropfens mit jedem Schluck heraus, dessen Präsenz sich sehr mineralisch wiedergibt.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  95° / 10g auf 800ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  95° /   6g auf 450ml / auf 20 Sekunden

Um sich aufzuwärmen bietet sich im nächsten Schritt eine ungemein willkommene Gelegenheit, die sich als Gaststätte entpuppt. Um die durchnässten Glieder aufzuwärmen, reicht man uns gleich zu Beginn eine sehr klare, leichte Gemüsebrühe, fein abgeschmeckt mit Pfeffer und typischer Suppengrüneinlage alla Karotten, Petersilie, Lauch und Knollensellerie. Dabei bleibt es immer noch sehr metallisch und mineralisch und kredenzt uns abermals eine dampfendeCamera2-2013-08-12-14-16-16Tasse englischen Tees mit Zitrone. Zum Schluss geht es wieder zurück nach Japan, wo wir unser Lager in einem traditionellen Hotel „Ryokan“ aufschlagen. Hierbei schmeckt man unweigerlich eine Note heraus, die keinesfalls abschreckend klingen soll, aber sie erinnert leicht daran, wie Tatami-Matten riechen.Camera2-2013-08-12-14-48-22Bancha besitzen vielleicht weniger Nuancen und Raffinesse, als ein Sencha, aber dafür sind sie um einiges schmackhafter zu genießen, wenn sie abgekühlt sind. Hier entfaltet sich abschließend noch ein letzter finaler geschmacklicher Auftakt, der sehr an Jasmintee mit Mandarinen erinnert. In diesem kühlen Format ist ein chinesischer Tee-Charakter am stärksten spürbar.

Fazit

Diese Woche ist „Bancha-Woche“ und dieser ist wahrlich mein erster wirklicher „Bancha-Bericht“ auf ZeroZen und steht direkt in kommendem Vergleich mit einem Kollegen, dem „My Bancha“, der am Samstag folgen wird. Ob die Unterschiede groß oder eher minimaler Natur sein werden wird sich zeigen. Hierbei sei zu beachten, dass die folgende Wertung nicht im allgemeinen betrachtet werden kann, sondern auf Banchas bezogen. Was ich meine ist, nur weil dieser Bancha vielleicht eine recht hohe Wertung hat und ein Sencha fast die Gleiche, stehen sie dennoch nicht auf selber Stufe. Fakt ist aber, dass dieser Bancha Munoyaku wahrlich ein Leckerbissen ist und sich nicht nur unheimlich gut dazu eignet etwas Abwechslung in die Sencha/Gyokuro-Teestube zu bringen, sondern auch um ihn ohne großen Aufwand, alla „zuerst mit Eiswürfel kühlen“, abgekühlt genießen zu können. Hierbei reicht es aus ihn einfach eine Weile stehen zu lassen, dass er somit von selbst abkühlt, ohne dabei an Qualität einbüßen zu müssen. Auch wenn es ein Alltagstee ist und solch einem eine gewisse Leichtigkeit zugesprochen wird, hält dieser Tropfen unglaublich lange am eigenen Gaumen fest. Mit knapp 12€ kann man mit gutem Gewissen zugreifen und genießen. Für mich ein sehr guter Einstieg in die Welt der Bancha. Vielleicht auch für euch.

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