My Bancha

My Bancha (Shizuoka)
Menge: 70g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Shizuoka ist bekannt für seine Fülle an Sencha-Variationen. Dabei braucht es neben den Farmern auch eine goldene Hand die das feine Blatt schlussendlich veredelt und zu dem macht, was wir am Ende dieser Verkettung genießen dürfen. In seltenen Fällen übernehmen diesen Part auch die Farmer selbst, aber meist sind es Zwischenhändler, die für diesen Vorgang Sorge tragen. Die Reihe Kyoko setzt hierbei auf vier Sorten und vier „Teemeister“ die für dasCamera2-2013-08-21-16-53-07Finalisieren verantwortlich sind. Dazu zählt der „Best Friend“ (ein Sencha, der in der nächsten Woche folgt, der „Sunday Morning“ (ebenfalls ein Sencha), der „Daily Delight“ (ein Sencha mit Matcha vermengt) und last but not least der „My Bancha“. Aber ob dieses Hände hier wirklich so meisterhaft fungiert haben oder ob man hier doch einem Blattgut geschaffen aus zwei linken Händen entgegen fiebert, dass lest ihr wie immer in wenigen Sekunden hier auf ZeroZen.

trockenes

Was einem hierbei, bevor man überhaupt dem Aroma zu Nahe kommt, auffällt ist in erster Linie schon einmal der Vergleich der Optik mit dem am Mittwoch präsentierten „Bancha Munoyaku Bio“. Dieser kam massiv und mächtig daher und füllte seine Packung, dank der großen Blätter, zum bersten gefüllt aus. Der „My Bancha“ hält sich in diesem Fall um einiges zurück, dafür lassen sich andere markante Eckpfeiler ausfindig machen, die bei seinem größeren Bruder nur in der Unterzahl vertreten waren. Denn hier springen einem sofort die unglaubliche Anzahlt an großen Stängeln entgegen, die in gut betuchter Fülle ihren Platz behaupten, darunter mischt sich viel Geäst und großes, aber nicht soCamera2-2013-08-21-16-55-06mächtiges Blattgut. Doch nicht nur im Belang des Volumens weist der My Bancha Defizite auf, denn auch das Aroma schwächelt etwas dahin. Dabei lassen sich gezielt gesteuerte Nuancen von chinesischem Lung Ching Grün Tee ausmachen, die mit einer feinen Zitrusnote versehen sind. Dabei erinnert sein Flair sehr stark an getrocknete Wiesenkräuter und Heu. Blumig, aber trocken. Eine interessante Reaktion sei noch erwähnt. Hält man das trockene Blatt direkt unter die Nase und atmet tief ein, bläst aber dabei die warme Luft durch die Nase wieder hinaus in die Dose mit dem trockenen Bancha Blattwerk hinein und atmet schlussendlich gleich darauf wieder ein, dann schnappt man ein so deftiges Aroma auf, als würde man in einer Popcorn-Maschine festsitzen.

feuchtes

Nun breitet sich ein rauchiger Charakter in dampfenden Schwaden aus und zieht sich in Form von heißen Süßkartoffeln durch die eigenen Geruchssinne. Dabei verspürt man eine so schwere Süße die wiederum eine Vielzahl an Nuancen ins sich komprimiert hat. Dabei geben sich feine Züge eines Pfirsichs zu erkennen, rollen schnell wieder zur Seite, um einem Teller mit süßen Marillenknödeln den Platz zu überlassen. Dabei serviert man uns einen feinen Schwarztee mit einem guten Schuss Zitrone, welcher wie in Fließbandarbeit schon wieder in derCamera2-2013-08-21-17-09-23Vergangenheit lebt, bevor man ihn so richtig genießen konnte und überlässt die nächste Lücke einem schmackhaften Schwarzbrot mit Butter und Salz. Nach diesem reichhaltigen duftenden Hauptgang ziehen auch seine Nachtisch-Schwaden gekonnt in unsere Sinne, entfalten sich hierbei als Litschis schwimmend in einem süßen Saft aus Wassermelonen-Kiwisaft-Extrakt, welche einem leichten grünen Blattsalat der im Hauptgang vergessen wurde, noch eine letzte Chance gewähren sich bemerkbar zu machen.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  95° / 5g auf 800ml / auf 30 Sekunden
ZeroZen Variante:                  95° / 6g auf 450ml / auf 40 Sekunden

Diese sehr hell gelblich nuancierten Tassen, entfalten mit dem ersten heißen Bad, das ihnen zu Teil wird, einen ungemein lieblichen Duft, gespickt mit einer handvoll Süße und einem Schuss Zitrone. Wie ein leichter Genmaicha, versetzt mit Kamillenblüten, setzt dieses Bouquet seinen Weg fort, ohne sich dabei richtig festlegen zu wollen. Denn schon bettet sich dieses Gesamtwerk auf chinesischem grünen Boden, sehr leicht und dezent, so wie der allgemeine Charakter dieses dampfenden Bades. Dabei hinterlässt dieser warme Tropfen kaum einenCamera2-2013-08-22-16-02-28erkennbaren Nachklang auf dem eigenen Gaumen. Gräbt man etwas tiefer und lässt die Geschmacksknospen etwas härter arbeiten, erkennt man liebliche blumige Nuancen eines Rosentees, schmackhafter Haselnusscreme und einen kleinen Korb mit Pflaumen. Alles etwas holzig und mit einem feinen Gärungs-Bouquet im Hintergrund verhangen. Wenn man ein Echo überhaupt vernehmen kann, dann in sehr leichter nussiger Ausführung von Walnüssen und den guten alten Weintraubenkernen.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  95° / 5g auf 800ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  95° / 6g auf 450ml / auf 10 Sekunden

Doch schon mit dem zweiten dampfenden Bad geht der My Bancha schwächelnd und heftigst in die Knie und unterliegt in diesem warmen Gefilde fast einem Kreislaufkollaps. Weitaus weniger und dezenter sind die sich nun abzeichnenden Nuancen, die sich in weitestgehend chinesischer Form mit demCamera2-2013-08-22-16-07-54Hauch einer Zitrone wiedergeben. Dabei verspürt man neben einem Rest von Nuss, auch einen feinen Anklang eines Röstaromas. Dieser kurze Badespaß endet mit einem saftigen Schwarzbrot, nur leider hat das Geld nicht mehr für Salz und Butter gereicht.

Fazit

Seit dem ich mit dem neuen Design begonnen habe, ist dieser grüne Freund mit Abstand das traurigste was mir an Blattgut untergekommen ist. Dieser Bancha steht nun natürlich im direkten Vergleich mit dem „Bancha Munoyaku Bio“ von vor ein paar Tagen und dieser Kampf geht schon in den ersten Sekunden zu Gunsten unseres großblättrigen Kollegen aus, denn der „My Bancha“ zieht einfach, fast, überall den Kürzeren. Das einzige wirkliche „Highlight“ in benutzten Anführungsstrichen, ist das feucht dampfende Blatt am Anfang dieser doch recht kurzen Reise. Aber was erwartet man sich bei einem Bancha von knapp 8 Euro? Genauso viel, wie man am Ende wohl bekommt. Ich kann zum ersten Mal wirklich keine Kaufempfehlung aussprechen, denn selbst die 8 Euro wären anderweitig besser investiert. Schade, aber so kann es nun auch ab und an laufen.

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