Oku Yutaka No.1

Oku Yutaka No.1 (Kirishima, Kyushu)
Menge: 50g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

1980 kam es dazu, dass man mit einigen Kultivaren experimentierte, ein Ergebnis daraus war die Kreuzung von „Yutaka Midori“ und „Yabukita“, welche für dieses trockene Blatt Verantwortung tragen. Bei dieser Mischung ist das BlattCamera2-2013-09-06-10-19-25kleiner und zarter, als bei einem reinen Yutaka. Teekenner bezeichnen diesen Tropfen als elegant, ob er wirklich so viel Grazie beweist oder am Ende plump zu Boden geht, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Was für eine Aroma-Bombe, ich denke dies sind die ersten Ansätze die das eigene Gehirn bei solch einem Ansturm verarbeiten kann. Danach muss man sich erst einmal beruhigen, um dem geschmacklichen Genusswahnsinn nicht zu verfallen. Hier dampft es deftig und mit solch einer energischen Intensität, dass man ins schwitzen kommt. Schon beim letzten Besuch dieser Region, kamen wir mit dem „Asatsuyu“ in ein Restaurant und diesmal lässt man uns überhaupt keine andere Wahl mehr. Und schon sind wir mitten im Geschehen. Hier steigt diese feine genüssliche Adstringenz auf, dass selbst die Wände anfangen inCamera2-2013-09-06-10-33-38sammelnden Säften mündlicher Natur, sich zu ergeben. Da bleibt wahrlich kein Mund trocken und selbst in diesem doch trockenen Zustand. Goyza und anderen Teigtaschen gefüllt mit Gemüse und Fleisch alla Frühlingsrollen werden nach und nach kredenzt. Dabei serviert man als leckeren Opener feine auf einem Spieß gegrillte „Chikuwa“ (eine Art frittierte Fischspeise aus Japan am Spieß). Hier bleibt erstmals wenig Platz für süße Genüsse. Diese präsentieren sich ausschließlich in Form von einer blumigen Dekoration bei Tisch. Die dunkelgrünen Nadeln, sind nicht alleine tragend für die optischen Anreize und teilen sich dabei den Platz mit hellen Stängeln und viel feinstem kleinen Blattgut.

feuchtes

Immer noch dampft es nach Fisch am Stiel, nun aber mit vermehrt nussigen Akzenten von Sesam und Esskastanien. Dabei ist die weitläufige AdstringenzCamera2-2013-09-06-11-05-51nicht mehr zu stoppen oder zu übertrumpfen. Dieses defitge säuerliche volle Aroma erinnert leicht an überbackenes Schwarzbrot mit geschmolzenem Raclette.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 60-120 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 4g auf 380ml /        auf 90 Sekunden

Dieser Chefkoch kracht in diesem Aufguss mitsamt seiner gesamten Küche vor unsere Geschmacksknospen, dass uns erstmal alle Zutaten und Gerichte um die Ohren fliegen. Egal in welche Richtung man in diesem hellgrünen Meer aus dampfenden Nass blickt, erhascht man wahrliche Unmengen an geschmacklichen Eindrücken, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Dieser unglaubliche, sehr deftige Schwall aus so vielen Gerichten, ist einfach ein genüsslicher TraumCamera2-2013-09-06-10-43-33für die Sinne. Hier dampfen Kartoffeln delikat vor sich hin, gegrillter Fisch mit gebratenem Reis und dazu eine Überzahl an Soßen. Algen, liegen direkt neben ganz leichten Nuancen von Birnen und einer dezenten Banane. Dazwischen schmiegen sich gekochte Karotten, an leichte Anleihen von Nuss, in Form vonCamera2-2013-09-06-10-46-05Sesam. Dabei ergießt sich dieser Tropfen wie Seide, so samten weich, fast wie Öl, auf unserem Gaumen und der Kehle. Schon davor und der darauf folgende Nachklang ist dem Aroma von Erdbeeren gewidmet, aber nicht einfach so, sondern als hätte man sie direkt mitsamt eingetrocknetem Erdreich darauf gepflückt und verzerrt.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf  5 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 4g auf 380ml / auf 10 Sekunden

Diese irrsinnige Adstringenz bringt einem fast um den Verstand, als würde man in eine Zitrone beißen, nur eben anders. Im ersten Moment erstrahlt dieser Aufguss in einem nussigen Aufleuchten von Sesam, bis dieses Festmahl wieder zum gegrillten Fisch wechselt. Doch ist uns nun auch ein Dessert gestattet, welches in feinster Haselnusscreme zwischen zwei Waffeln daher kommt. DiesesCamera2-2013-09-06-10-55-29Aroma ergibt sich viel dünkler in seinem Bouquet, als das von feinen hellen Giotto. Dieses erdige, bleibt auch in diesem Akt bestehen und steigert den schon sehr hoch angelegten Charme dieses Tropfens immer weiter in unermessliche Höhen. Man hat fast das Gefühl, den Boden zu schmecken, das Land auf demCamera2-2013-09-06-11-02-18dieses Gedicht gewachsen ist. Auch dieser Gang wird neben deftigen und süßen Anleihen nie Herb oder Bitter. Der Nachklang ist in diesem Finale nicht mehr mit Erdbeeren bestückt, sondern kredenzt uns abschließend einen feinen Blattsalat mit Sesamdressing, auf einer kleinen Tatami-Unterlage serviert.

Fazit

Eine kleine Premiere findet nun auch diese Woche statt, da es noch nie zwei Golden Reviews hintereinander gab. Einmal ist wohl immer das erste Mal. Aber dieser Oku Yutaka hat es regelrecht verdient, in diese Reihen mit aufgenommen zu werden. Ich habe selten eine Reihe von einem Produkt Sortiment erlebt, die nicht nur so unglaublich anders waren, sondern auch so unbeschreiblich köstlich. Was einem hier geboten wird, bekommt man nicht alle Tage zu verkosten und ist wahrlich seine knapp 18 Euro Wert. Ich freue mich schon jetzt darauf diesen Sencha meiner Frau vorzuführen und kann auch jedem anderen nur empfehlen: Kaufen, Trinken und Genießen.

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