Yutaka Midori No.1

Yutaka Midori No.1 (Kirishima, Kyushu)
Menge: 50g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Mit dem „Oku Yutaka“ und dem „Asatsuyu“ stieg die Messlatte weit nach oben, während nun die Dritte im Bunde dieser feinen Sencha-Reihe aus Kirishima das Schlusslicht einläutet. Nun war der Weg mit den Midoris nicht immer leicht und wie in einer Achterbahn, ging es einmal steil nach oben und dann wieder weit genCamera2-2013-09-09-11-05-50Boden. Die Letzte in dieser Reihe wurde ihrem Blatt nur zur Hälfte gerecht und somit stehen nun beide Seiten in diesem Szenario offen. Wird die Bergfahrt nach oben am Ende wieder eine Talfahrt weit nach unten oder ist dieser Berg nicht hoch genug und „only the sky is the limit“, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Optisch weist dieses Blatt viele feine Abstriche auf, die von feinsten Flocken bis hin zu fast sandigem Untergrund, sein breites Spektrum wiedergibt. Auch einige Nadeln, die mit ihrer ebenfalls dunklen Farbgebung geschickt das dunkelgrüne Feld dekorieren, sind mit von der Partie. Große Nadeln sucht man hingegen vergebens und lässt im weiteren nun die Geruchssinne walten. Und hier liegen die eigentlichen ersten Stärken dieser Dame, deren Name soviel wie „reiches Grün“ bedeutet. Treibende Kraft in diesem gesamten Tee-Spiel ist dieses intensive delikate adstringierende Aroma. Dieses fein säuerliche Bouquet, treibtCamera2-2013-09-06-14-20-50 (3)einem nicht nur unweigerlich das Wasser im Munde zusammen, sondern erinnert mit seinen deliziösen Noten an etwas paniertes bzw. an frittierten Fisch mit, und hier kommt der säuerliche Charakter zu Tage, Teriyaki-Soße feinstens überträufelt. Ist der Magen bei diesen ersten Eindrücken leer, wird man sich kaum dagegen erwehren können, dass einem dieser vor Gusto nur so knurrt. Neben dem altbekannten Haselnuss-Flair, streckt ein ganz anderes Gericht seine feinen Fühler aus und platziert sich gekonnt in der Mitte dieses Geschehens.Camera2-2013-09-14-22-41-31„Koimo Kaarage“, dies sind im eigentlichen Kartoffeln, wobei die Form meist etwas würfelig wirkt, die Außenschicht knusprig frittiert ist und der Kern dagegen sich weich wie Kartoffelpüree entfaltet.

feuchtes

In diesem dampfenden Auftakt schweift der Blick unweigerlich zurück zum trocken Blatt, denn jene beiden Nuancen entfalten ihre Wirkungen in recht ähnlichen Auswüchsen. Süß, frisch und sehr deftig setzt sich eine dominanteCamera2-2013-09-06-14-41-32Adstringenz in die Mitte dieser illustren Runde und lässt besonders die Esskastanien erstmals in dieser Runde mit einem großartigen Auftritt einen delikaten Übergang vollziehen, zum eigentlichem Akt. Der Verkostung.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 120 Sekunden
ZeroZen Variante:                   70° / 4g auf 380ml / auf 100 Sekunden

Hier machen sich nun, wenn auch delikat, die ersten feinen Unterschiede zu den kräftigen Vorgängern, dieser Midori bemerkbar. Diese kommt viel milder um die Ecke, als zuerst erwartet. Dabei entfaltet sich ihr Genuss in äußert delikat cremiger Form auf unserem Gaumen, dessen Geschmacksknospen mit nussigen,Camera2-2013-09-06-14-28-05sehr nach heißen Esskastanien und einem feinen Hauch dezent platzierter „GIOTTO-Aromen“ angereichert werden. Der Nachklang dieser Runde präsentiert sich in sehr reifen Obst-Zügen. Dabei entfalten sehr starkeCamera2-2013-09-06-14-27-27Weintrauben und Pflaumen ihren langen Abgang, wobei diese gesamte Note doch sehr stark an „nicht in Salz eingelegten Sakura (Kirchblüten) Tee“ in gewissen Nuance-Sequenzen erinnert.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml /  auf 5 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 4g auf 380ml / auf 10 Sekunden

In diesem weitaus dezent cremigen, trüben, intensiv gelben Tassen, reift eine leicht Herbe-Nuance heran, aber wahrlich nur sehr minimal in ihrer Entfaltung. Dabei hat dieses Gesamtbildnis, diesen zweiten Auftakts, ein geschmacklichesCamera2-2013-09-06-14-37-01 (5)Flair eines sehr wohlschmeckenden delikat deftigen Gerichts in seinem Abgang. Geschmacklich erinnert dieser Hauptgang etwas an Linsen mit Speck und dazu reicht man uns saftige in einer delikat adstringierenden Soße servierteCamera2-2013-09-06-14-37-37 (4)Semmelklöße. Garniert wird all dies mit feinsten Esskastanien auf einem heißen Bett belegt mit Pinienkernen, Cashew und Walnüssen.

Fazit

Betrachtet man diesen Sencha, als alleinstehendes Produkt, dann würde man ihm ohne große Umschweife eine wirklich gute Wertung geben. Aber gerade bei diesem Sencha, sah ich das Gesamtbild in dieser Dreier-Verkettung mit den anderen zwei Sorten davor, da diese zu dem selben Sortiment gehören. In diesem Fall hat diese „Midori“ schlichtweg den letzten Platz belegt. Gerne hätte ich eine dreifach Golden Review ausgesprochen, aber in diesem Fall müssen sich der „Asatsuyu No.1“ und der „Oku Yutaka No.1“ diese Lorbeeren zusammen teilen. Darum fällt meine Kaufempfehlung auch in erster Linie auf diese Beiden aus, außer sie sind nicht erhältlich, dann kann es auch nicht schaden den „Yutaka Midori No.1“ einmal zu probieren. Am Ende ist es, wie auch mit vielem anderen auch, Geschmackssache.

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