Fukamushi Sencha

Fukamushi Sencha (Shizuoka)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Stark bedampft, dafür steht der Fukamushicha, denn anstatt nur 20 Sekunden, wird dieser feine grünen Freund mit 120 Sekunden bedampft und dankt dies mit einer wahrlich satt grünen Tasse. Neben all dem ist dieser Sencha auch noch mit dem „JAS“ Siegel versehen, welches für „Agricultural Standard“ steht und wasCamera2-2013-09-10-17-01-50wiederum soviel bedeutet wie „Es ist Bio und ohne Pflanzenschutzmittel“. Nun sagt dies noch nicht sehr viel über diesen Fukamushi aus, aber oft reichen nur wenige Worte, wenn am Ende der Tropfen passt oder es war einfach in jedem Belang zu wenig. Was auch immer am Ende herauskommt, ihr lest es wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Der Hauptbestandteil dieses Blattwerks ist sehr fein, fast schon pulverisiert. Ganze und vor allem lange Nadeln sucht man am Ende vergebens, dafür präsentieren sich kleine eingeringelte Blätter neben, unter und übereinander, dunkelgrün, mit wenigen hellen Nuancen. Dieser optische Umstand ist der starken Bedampfung zu zuschreiben. Bisher löste immer eine unglaubliche Adstringenz eine Reaktion hervor, bei der sich alle GeschmacksknospenCamera2-2013-09-20-14-25-30zusammen ziehen, aber in diesem Fall ist es eine unbeschreibliche Süße die dies vollbringt. Dabei steht alles im Zeichen der „Kirsche“, sehr frisch und in allen möglichen Varianten, von Kirschen in einer saftigen Cremeschnitte verarbeitet zu Kirsch-Bonbons bis hin zu Fruchtgummis mit Kirschgeschmack. Doch bleibt dies nicht der einzige fruchtige Anteil in diesem trockenen Blatt, auch gesellen sich Kollegen wie ein leichter Hang von Litschis, sehr süße Äpfel und ein saftiges Pfirsich-Kompott hinzu.

feuchtes

Kirsche und Nuss, dies scheinen die Aromen dieser Stunde zu sein, obwohl in diesem Gang die Kirsche etwas im Abseits bleibt. Dafür präsentiert sich die Haselnuss zusammen mit Sesam sehr gekonnt und stark in dieser Runde.Camera2-2013-09-20-15-47-01Daneben bleibt noch genug Platz für heiße dampfende Esskastanien in geschmolzener Butter kredenzt. Die Adstringenz hingegen macht sich hier zum ersten Mal bemerkbar, wenn auch nur am Rande des Geschehens. Eine feine Käsenote sorgt dafür, dass der Gusto auf Schwarzbrot mit Streichkäse steigt.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 60 Sekunden
ZeroZen Variante:                  80° / 4g auf 380ml /  auf 60 Sekunden

Als wäre Butter über Grünem Tee geschmolzen, so unglaublich cremig ergießt sich der erste Schluck dieses Verkostungsauftakts über die so angeregten Geschmacksknospen. Dazu kommt ein seltenes Phänomen zu Tage, welches eine altbekannte säuerliche Note zulässt, aber mit einer merklich vorhandenen salzigen Struktur. Diese erinnert samt ihren Kirschgeschmacks an „Sakura-Tee“,Camera2-2013-09-20-14-36-13Kirschblütentee, welche traditionell in Salz eingelegt werden. Dazu wird es durch den vorhandenen Sesam-Haselnuss-Faktor sehr nussig im Bouquet. Aber wohlverdient ist kein Aroma, der Sieger dieser Runde, sondern vielmehr das Gefühl von Butter, das die eigenen Lippen voll und ganz zu benetzen scheint.Camera2-2013-09-20-14-34-40Eine weitere wichtige Nuance in diesem Spiel ist der altbekannte „Edamame-Flair“ und ein leicht frittierter Charakter der aus diesem Akt auch nicht wegzudenken ist. Dieser erinnert an eine Mischung aus Tempura und Kartoffel-Kroketten. Der Nachgeschmack ist im Grunde keiner, denn ist der Schluck getan, ist es wie mit der Magie: Verschwunden.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 5 Sekunden
ZeroZen Variante:                  80° / 4g auf 380ml / auf 5 Sekunden

Die Butter bleibt wo sie ist, dafür legt sich fast jeder andere Aspekt etwas zur Ruhe und bleibt langsam zurück. Wer seine Chance ergriffen hat ist nun der Nuss-Charakter, dieser brettert unaufhaltsam nach Vorne, mit seinem Sesam-Camera2-2013-09-20-14-51-41Esskastanien-Haselnuss-Gemisch, als gäbe es kein Morgen mehr. Ein bisschen übertreibt er es dann doch, da dieser starke Ansturm nicht nur alles weitere in den Schatten stellt, sondern auch einen Herben-Flair hervorruft, der nun denCamera2-2013-09-20-14-49-42perfekten Boden gefunden hat, um in all seiner Größe zu gedeihen. Die Kirschblüten, das Salz, der frittierte Anteil an Nuancen und auch das Edamame-Feeling sind immer noch präsent, wenn auch in weit minderer Entfaltung. Auf einen Nachklang wartet man auch hier vergebens, somit bleibt der letzte kostbare Schluck, nach gut und gerne vier Aufgüssen auch die letzte Erinnerung, ohne dabei noch lange hinterher zu schwelgen.

Fazit

Dieser Fukamushi oder wie ich ihn nenne „Der 7 ½ Sencha“ ist gut, aber damit hat es sich auch schon. Mit knapp 19 Euro ist er mit seinen Attributen etwas zu kostspielig, um ihn erneut zu kaufen. Da ich im Bereich der „Fukamushi“ Sorten schon einiges in meinen Tassen hatte, weiß ich auch, dass es einfach besser geht, als so. Von daher bleibt dieser Sencha nur in der Mittelwertung stehen und bekommt auch nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung meiner Seits.

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