Sencha Bio-Star No.1

Sencha Bio-Star No.1 (Yame, Hoshino)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Und wieder zurück zu meiner Favoriten-Gegend Hoshino. Von hieraus schafften es schon einige Sencha und Co in die oberen Qualitätswertungen. Alleine die Optik der Packung regt schon immens dazu an, diesem Sencha sein Herz undCamera2-2013-09-10-17-02-41vor allem seine Tassen zu offenbaren. Teefarmer Yuhachiro Higuchi vertraut hierbei auf eine Mischung aus den Kultivaren „Sae Midori“ und „Yamakai“, ob sich dieser Mix ausgezahlt hat oder man doch eher bei einem von beiden geblieben wäre, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Bevor man den optischen Reizen erstmals seine volle Aufmerksamkeit widmen kann, springt einem im ersten Moment sofort dieser unheimlich süße und vor allem frische Duft förmlich in die eigenen Geruchssinne und entfalten dort weiter ihr illustres genüssliches Spiel. Dabei tanzen diese beiden nicht alleine und teilen sich die Mitte mit einer leichten schmackhaften Adstringenz. Schon alleine in diesem ersten Anflug der Sinne, sieht man sich einer Vielzahl an Aromen ausgeliefert, die einem förmlich zufliegen und dass in so rasanter Weise, dassCamera2-2013-09-20-16-28-49man erst einmal hinterher kommen muss, um diese genau zu erkennen und zu sortieren, da sie so reich in ihrer Anzahl sind. So findet sich im Bereich des Süßen, ein starker Hang von Obst wieder, der sich in einer leicht gezuckerten Form von Erdbeer-Fruchtgummis widerspiegelt, dazu gesellt sich eine gute Brise Kirschblüten, frische saftige Pfirsiche, ein sehr süßer Apfel und ein starkes delikates „Himbeer-Zitronen-Sirup“ Bouquet. Optisch präsentiert sich das Blatt in sehr dunklen lang gerollten Nadeln, mit ein paar wenigen hellen Akzenten dazwischen und doch recht viel an sehr feinem Blattwerk.

feuchtes

Noch immer im Geiste dem Obst verfallen, schlägt nun die Stimmung komplett in eine andere Richtung um und umzingelt unsere Sinne mit einem Schlag mit solch einer Intensität aus Umami und einer solch unglaublichen Adstringenz, dass einem fast schwindelig wird. Sehr saftig und satt entfaltet sich dieses deftige Bouquet und spiegelt seine Nuancen in einem weichen frischen Schwarzbrot wieder, welches nicht nur beträufelt, sondern fast schon in „Worcestershiresauce“ mariniert wurde. Darauf legt sich in mehreren feinen Scheiben ein nussiger Käse, der sich wohlig in seiner Umgebung sein DachCamera2-2013-09-20-16-53-34erneut mit einer Scheibe saftigen Schwarzbrots in Worcestershiresauce errichtet. Aber nicht nur dieses imaginäre Brot trieft vor Säften, auch unser Mund kann sich bei dieser Woge an Nuancen kaum erwehren, nicht dahin zu schmelzen. Ein schneller Besuch in einem japanischen Restaurant ist hierbei auch nicht zu verhindern und das ist auch gut so, denn hier präsentiert man uns eine dampfende Schale „Unagi Don“ (gegrillter Aal) und dazu kredenzt man uns als kleinen Happen weiche dampfend heiße Kartoffel Kroketten mit einer knusprigen frittierten Schale. Obst bleibt hier fast ausschließlich außen vor und präsentiert sich nur minimalst in Form von sehr reifen Birnen.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 6g auf 240ml / auf 60-90 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 5g auf 380ml / auf      80 Sekunden

Eine Mischung aus giftgelben, mit einem Ansatz von ockergelben Akzenten bestückten Tassen, machen sich nun dampfend vor unseren Augen und Geruchssinnen breit, wartend, dass wir sie genüsslich verzehren. Dabei ist der Auftakt einer der interessantesten Aspekte in diesem Schauspiel der Genüsse, denn dieses unbeschreibliche elektrisierende Gefühl auf der Zunge, entfaltet sich in einem Gefühl , als würde man an einer Eisen-/Metallstange lecken. Diese sehr starke unglaublich gehaltvolle Adstringenz, ist wohl haupttragend in diesem Akt.Camera2-2013-09-20-16-37-56Dazwischen zeichnen sich ähnliche Aromen ab, wie sie auch schon im feuchten Blatt vertreten waren. Neben dem sehr cremigen Gefühl, erschließen sich sofort einige Nuss-Nuancen unseren Geschmackssinnen, welche sich gekonnt in Form von einer Haselnuss/Walnuss/Sesam-Kombo widerspiegeln. Dabei bleibt derCamera2-2013-09-20-16-41-51Inhalt der Tassen stehts von einer bitteren Note verschont. Auch die Worcestershiresauce auf Schwarzbrot findet hier wieder ihren Platz und teilt sich dabei ihren Teller mit reifen feinen Birnenscheiben, ein wenig gegrilltem Aal und einem Hauch von Algen. Der Nachgeschmack erschließt sich lange und vor allem sehr süß, in Form von „Erdbeer Hi-Chews“.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 6g auf 240ml / auf 15 Sekunden
ZeroZen Variante:                  75° / 5g auf 380ml / auf 10 Sekunden

Nun präsentieren sich die Tassen weitaus trüber, verstärkt ockergelb und mit einem leichten Hang zum Grünen. Immer noch, wenn nicht sogar intensiver, dominiert der nussige Grundton, aber hierbei nun viel differenzierter, als im ersten Akt, in Form von „Haselnusscreme“. Diesmal schwimmt eine leichte Welle von einem herben Ansatz mit, dabei ist das elektrisierende Kribbeln auf der Zunge, fast gänzlich gewichen. Ein gewisser „Worcestershiresauce-Nusskäse-Schwarzbrot-Flair zeigt sich immer noch präsent, wenn auch in einer etwas milderen Ausführung. Auch der Kartoffel-Kroketten-Anteil ist immer noch zu vernehmen, während der Nachklang weit milder ausfällt und viel wenigerCamera2-2013-09-20-16-46-18nach „Erdbeer-Hi-Chews“ schmeckt, aber dafür einen dezenten Hauch eines frischen grünen Eisbergsalatblattes mit sich bringt. Und somit endet auch dieser genüssliche zweite Akt und lässt dabei keine Fragen mehr offen. Dennoch Antworten gibt es noch einige, zum Beispiel im Bezug der Wiederverwertung, denn mit dem zweiten Akt ist im Grunde der Vorhang nicht gefallen, sondern lässt noch gut und gerne, wie bei vielen Sorten aus Hoshino, die Tassen für weitere drei Aufgüsse, genüssliche Freuden in unsere vier Wände zaubern.

Fazit

Schon die Packung verspricht, was dieser Sencha auch am Ende halten kann „Qualität“ und die lässt sich schmecken. Am Ende hat dieser Sencha nicht zu viel versprochen und ist eine wahre genüssliche Freude vor den Gaumen. Also warum keine „Golden Review“?. Da wären wir wieder, wie so oft, beim Vergleichspunkt angekommen. Würde ich diesen Sencha wählen, wenn ich vorher noch kaum in Berührung mit dieser Art von Tee gekommen wäre, dann wäre dieser Bio-Star sicherlich eine glatte Zehner-Wertung geworden. So muss ich leider in paar wenige Abstriche mache. Dennoch war dieser grüne Freund eine wahre Freude und ich wäre nicht im geringsten davon abgeneigt mir diesen erneut zu kaufen und mit knapp 20 Euro auf 100g, ist das kein Vermögen. Also, wem die Packung schon anspricht, so wie es bei mir war, sollte vielleicht einen Versuch wagen, ich bin mir sicher ihr werdet nicht enttäuscht sein.

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