Sencha Munouyaku BIO

Sencha Munouyaku BIO (Kirishima, Kagoshima)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Eine Zeit lang wurde man nur müde belächelt, oft sogar aus der Gemeinde ausgeschlossen, wenn man sich als Teefarmer dem ökologischen Anbau gewidmet hat. Heute erhält diese Art des Anbaus immer mehr Befürworter und vor allem Ansehen, besonders wenn man so konsequent, fast schon besessen, an diese Thematik herangeht, wie es Kazushi Miyashita vermag zu tun. „Munouyaku“ bedeutet soviel wie „Ohne Pflanzenschutzmittel“, aber MiyashitaCamera2-2013-09-10-16-54-03lässt nicht nur diesen beiseite, sondern auch jegliche Form von Dünger. Seit mehr als 10 Jahren verfolgt er das Ziel, den „Perfekten Tee“ zu kreieren und dieser „Munouyaku“ ist das Resultat aus dieser Jahrelangen Passion. Ob sich der Einsatz und das hinein investierte Herzblut gelohnt hat oder ob vielleicht am Ende jene 10 Jahre nicht genug waren, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Diese sehr dunkelgrün gerollten Nadeln präsentieren sich im hohen Prozentanteil in merklich kurzen, gebrochenen Nadeln, aber es finden sich auch einige sehr lange darunter. Aber man merkt sofort, was der Kleber in diesem Spiel ist, der das Geschehen zusammenhält. Dieser findet sich in Form von fast schon pulverisiertem feinem Blattwerk, zwischen all den großen und kleinen Nadeln wieder. Doch vielmehr erweckt die Vielzahl an Aromen, dass Interesse unserer Sinne. Diese zeigen sich im ersten Atemzug schon so unglaublich süß und frisch, als wäre man direkt von Sträuchern mit den saftigsten Beeren umringtCamera2-2013-09-20-15-53-56bzw. geschrumpft in einem Beeren-Jogurt badend. Ein feiner Duft von Kirschblüten legt eine direkte Verbindung zu einem ebenfalls süßen Bouquet, dem von Schokolade. Saftig süße Birnen ergänzen sich perfekt in einem wunderbaren Zusammenspiel mit leichten Zitronennoten. Ein minimalistischer Anteil von Kräutern in Form von Kamille ist ebenfalls zu vermerken. Lässt man die geistige Genuss-Fantasie noch etwas an dem Beerenaroma reifen, dann kommt einem unweigerlich das Bildnis einer Erdbeerschnitte mit Cremefüllung in den Sinn, auf der noch abschließend eine feine kleine Kirsche platziert wurde.

feuchtes

Als würden Wurzeln auf Hochtouren wachsen und sich ins Erdreich graben, gräbt sich dieser unglaublich adstringierende Aromaschwall durch jede Windung und Verzweigung unserer Sinne. Angereichert mit diesem stimulierenden Auftakt in diesem Akt, lässt eine schwere Süße ihre Nuancen walten, welche in sehrCamera2-2013-09-20-16-20-35deftigen warmen eingelegten Pfirsichen daherkommt. Kirschblüten hinterlassen den letzten süßen Eindruck, darauf folgt ein schmackhaft nussiger Anteil, zieht aber nach kurzem erneuten einatmen seine Linie direkt zu deftigen Kartoffel-Kroketten in Teriyaki-Soße.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 60 Sekunden
ZeroZen Variante:                  80° / 3g auf 160ml / auf 60 Sekunden

Man spürt förmlich die Frische, vor allem die Natürlichkeit, die hinter diesem Blatt steckt. Dabei benetzt der erste Tropfen dieser trüben hellgrünen Tassen, die Lippen und den Gaumen seidig wie Öl. Nun müsste man schon eine Liste führen, um keine Einzige, bei dem kommenden Ansturm an süßen Nuancen, zu vergessen. Denn hier erschließt sich eine Obstsorte nach der Anderen, beginnend mit saftigen Beeren, rollen diese elegant zu den reifen wohlschmeckenden Kirschen hinüber, wo sie sich ein Weilchen aufhalten. Danach wechselt das Lager zu frischen saftigen Pfirsichen und reifen Marillen. Auch eineCamera2-2013-09-20-16-04-09Nashibirne weiß sich gekonnt zu positionieren. Der künstliche Süßanteil kommt ebenfalls nicht zu kurz und spiegelt sich in „Kirsch Hi-Chews“ und „Beeren-Jogurt-Riegel“ wieder. Mit Haselnusscreme sanft zusammengefügt zwischen zwei Waffelscheiben erweist nicht nur ein süßer Charakter uns erneut die Ehre, sondern auch ein nussiger, der sich so gekonnt in Szene setzen konnte. Süß, Herb und Frisch, da fehlt noch ein deftiger Hauch für die Sinne. Dieser lässt auch nicht lange auf sich warten und kommt in einem schmackhaften Gang aus frittierten dampfenden Yams-Kartoffeln, Tempura mit Teriyaki-Soße und einCamera2-2013-09-20-16-01-26dezenter Hauch von Aal daher. Die Adstringenz spielt auch in dieser Runde eine große Rolle und bringt den Gaumen mit jedem Schluck in freudige Wallung. Doch kurz davor lässt eine Woge aus solch einer süßen Entfaltung die Zunge vor Freude einen Salto schlagen, dass diese kaum Zeit hat sich auf süß oder sauer einzustellen, da beide wie in einer Symbiose in einander übergehen. Der Nachklang ist recht einfach definiert und zeigt sich in einem Hauch eines Blatt-Salates präsent.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  80° / 5g auf 450ml / auf 5 Sekunden
ZeroZen Variante:                  80° / 3g auf 160ml / auf 5 Sekunden

Das erste Augenmerk in dieser finalen Runde ist unweigerlich diese satte intensiv hellgrüne Tassenfarbe die einem wie ein Diamant anfunkelt. Jeder Schluck präsentiert sich hierbei immer noch sehr cremig / ölig in seinem Abgang, während die Aufnahme von der Woge an Süßem im ersten Schluck-Moment, nunCamera2-2013-09-20-16-00-38gänzlich von einer schier unglaublichen elektrisierenden Adstringenz, die unsere Zungen und den Gaumen förmlich überrollt, abgelöst wurde. Die „Waffelscheiben-Haselnusscreme“ zeigt sich wieder gekonnt stark in ihrer Präsenz, lässt aber diesmal mehr Hang zur Herbe zu. Der Nachklang von einstCamera2-2013-09-20-16-08-19ist nun weiter in den vorderen Bereich gerutscht und weist nun merklich stärkere Akzente seines Blattsalat-Feelings auf. Abschließend, auch wenn noch lange nicht an seinem Zenit angekommen, erweist ein Nachgeschmack von reifen Pfirsichen und ein wenig Litschi uns die letzte Ehre dieser heutigen Tee-Review.

Fazit

Dies ist nun schon die zweite „Fast Golden Reviews“ in Folge. Auch dieser fabelhafte Munouyaku, ist somit nur knapp an dieser Wertung vorbeigeschlittert. Ich denke es müsste nun schon das dritte Mal sein, dass sich dieses feine grüne Wunder in meinen Tassen wohlgefühlt und meinen Tee-Schrank bereichert hat. Denn eine Bereicherung ist diese Sorte, dieser Tropfen alle mal. Die Hingabe hinter all dem ist merklich zu spüren. Aber selbst ohne dieser Informationen hätte man gespürt, dass diesem Sencha etwas Besonderes inne wohnt. Zwar sind knapp 29 Euro kein Schnäppchen, aber besser einen „Munouyaku“ im Schrank, als zwei mittelmäßige Sencha, um den selben Gesamtpreis. Natürlich, wie sollte es bei dieser Wertung auch anders sein, spreche ich diesem Sencha, mit Freuden, eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus.

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