Ureshino-Cha

Ureshino-Cha (Saga, Kyushu)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Die Gegend um Ureshino ist berüchtigt für seine „Tama Ryokucha“ oder besser bekannt als „Guricha“. Hierbei wird nach dem bedampfen das Blatt in einem Ofen „Kama“ getrocknet und erhält somit sein fein lockiges Aussehen. Schon vor einiger Zeit fand der „Kawane-Cha“, dieser Reihe „Shinryoku no Tsuyu“Camera2-2013-09-10-17-11-09, seinen Weg auf die Seiten dieses Blogs. Dieser stellte sich, als wahrlich harte Nuss heraus und landete am Ende deshalb auch nur im geschmacklichen Mittelfeld. Ob es diesem grünen Freund ähnlich ergehen wird oder ob er am Ende sogar als glorreicher Sieger hervorgeht, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Wonach man laut der Beschreibung vergeblich suchen wird, sind die Locken, vielmehr präsentiert sich dieses Gemisch aus Grünschattierungen, von hell bis dunkel, in sehr gebrochener gerollter Nadelform, mit viel Feinwerk, aber kaum pulverisiertem Blatt. Das Aroma entfaltet sich hierbei sehr frisch, süß, wie nach feinen Wiesenkräutern, man könnte es auch als leichten „Bancha-Touch“Camera2-2013-09-19-10-15-12bezeichnen. Darum verwundert es auch kaum, dass eine gewisse Zitrus-Note in diesem Bouquet nicht abzustreiten ist. Welches Flair dieses Blatt aber genauso wenig abzustreiten vermag, ist jener von „Nagetierheu“. Lässt man dieses trockene Blatt unter Einwirkung von Dampf etwas zappeln, dann entfalten sich in diesem Stadium erstmals sehr satte deftige und vor allem sehr starke adstringierende Aromen.

feuchtes

Der erste Geistesblitz der mir geschmacklich durch die Sinne schoss rief sogleich „Ei!“, wobei diese Nuance noch zusätzlich mit leichtem Pfeffer abgeschmeckt wurde. Dabei machen sich wieder die feinen Wiesenkräuter bemerkbar und einCamera2-2013-09-19-10-53-41Hauch von Heu ist ebenfalls leicht im Hintergrund zu vernehmen. Dabei spielen ein delikates Umami und eine ebenfalls sehr dominante Adstringenz die ersten Geigen in diesem Akt.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 60-90 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 5g auf 450ml / auf      70 Sekunden

Diese sehr milchigen trüben dunkel/ockergelben Tassen eröffnen den Auftakt dieser ersten Runde. Dabei erinnert der Geschmack in den ersten Sekunden, mit dem ersten Tropfen dieses dampfenden Bades, an einen Kräutertee, ähnlich wie ein griechischer Bergkräuter-Tee. Hier schwimmt nicht nur farblich, sondernCamera2-2013-09-19-10-32-38auch im Geschmack, das Ei etwas mit, welches mit flüssiger warmer Butter umhüllt wird. Durch diesen Umstand erhält dieser Tropfen einen sehr cremigen Charakter. In Folge erinnert der Geschmack doch stark an etwas grasiges bzw diesen Heu-Flair, aus vorherigen Runden. Doch so leicht ist diese NuanceCamera2-2013-09-19-10-44-18nicht zu definieren. Geht man etwas tiefer findet man den Ansatz von einem dichten feuchten Wald, wie feuchter Moosboden auf dem die unterschiedlichsten Waldpilze gedeihen. Dieser typische kühle feuchte Waldgeruch, kombiniert mit einem Flair von „Tatami-Matte“ und leichtem Hauch von Kamillenblüten, stellt in dieser Runde, den Eckpfeiler dieses dampfenden Tropfens dar.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 5g auf 450ml / auf   5 Sekunden

Bevor man sich überhaupt dem Geschmack widmet, springt einem diese unglaubliche Farbe förmlich fast ins Gesicht. Am Besten ließe es sich mit „Olivenöl“ beschreiben. Doch hiermit wird es mit den Freuden etwas rutschiger und man schlittert ohne daran etwas ändern zu können, schnell Bergab. AuchCamera2-2013-09-19-10-33-18wenn man es schafft, diesen Tama Ryokucha sofort abzugießen, ist sein herber Gehalt ungemein stark. Selbst nussige Nuancen und ein feiner Hauch von Birne haben kaum die Möglichkeit neben diesem bitteren herben Geschmack zuCamera2-2013-09-19-10-36-40bestehen. Dabei bleibt dieser Flair sehr lange auf dem Gaumen erhalten. Durch seinen starken Charakter ist dieser grüne Freund sehr häufig aufgießbar und wird von Mal zu Mal auch wieder milder und verliert immer mehr an dieser Herbe, während er an Geschmack zurück gewinnt.

Fazit

„Oh je“, also nach dem „Kawane-Cha“ dachte ich mir „Nun wird es sicher besser“, aber am Ende wurde es sogar noch schlimmer. Das Seltsame ist, dass ich in Erinnerung hatte, dass mir dieser Tee einst schmeckte, aber ob dies nur Einbildung war oder ich ihn vielleicht mit einem anderen verwechselt habe, ist schwer zu sagen. Fakt ist, dieser Tama Ryokucha würde sicherlich kein erneutes Mal seinen Weg in meine Tassen finden und ist wahrlich die größte Pleite seit langem und im Schnitt um 25 Euro, einfach viel zu teuer, in Anbetracht dieses Tee-Desasters.

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