Sencha Tamakawa

Sencha Tamakawa (Tamakawa, Miwa, Shizuoka)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Nun kommen wir zum letzten offiziellen „Seminar-Verkostungs-Tee“ dem Tamakawa. Auch in diesem Fall sorgt erneut Yoichi Hiraoka für den Reiz einer gewissen ausgeglichenen Mischung. Diese präsentiert sich hier nicht nur aus zwei unterschiedlichen Sorten, sondern auch aus zwei unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Ein Anteil verdankt dieses veredelte Blatt einem normal bedampften „Futsumushi“ aus Tamakawa und ein tief bedampfter „Fukamushi“ Sencha aus Miwa/Matsuno. Diese Sorten stammen aus wahrlichCamera2-2013-10-19-10-56-53hochgelegenen Bergregionen. Jeder Farmer dieser Gegend besitzt seine eigene „Aracha-Fabrik“, die eine Kapazität von bis zu 60kg pro Durchlauf aufweisen. Generell steigen die Erwartungen, bei großen Anpreisungen immer automatisch an, aber in diesem Fall sind es auch die besonders starken Vorgänger. Denn sowohl der „Best Friend“, als auch der von der letzten Samstag-Review gezeigte „Oku Hikari“ stammen beide aus der Feder von Herrn Hiraoka. Jeder dieser Sorten legte einen wahrlich starken Start hin und legt weiters dem Tamakawa an seiner derzeitigen dritten Startposition ein gewisses Maß an Bürde auf. Ob er diese Erwartungen erfüllen kann oder die Nadeln unter dieser Bürde brechen, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Unheimlich süß verströmt dieses Blatt seine Noten und reichert damit jeden Winkel der eigenen Geruchssinne an. Dieses liebliche süße Bouquet erinnert im ersten Moment sehr an „Milchschokolade mit Erdbeercreme-Füllung“. FruchtigCamera2-2013-10-19-14-17-47wird es auch, aber hier weniger durch den Auftakt von Obst, sondern vielmehr durch Fruchtgummis mit Beerengeschmack. Das Blattwerk erschließt sich in mehreren wundervoll länglich dunkelgrünen Nadeln, mit einigem an Feinwerk und ein paar hellen Akzenten.

feuchtes

Wie eine zu Dampf gewordene buttrige delikate Soße mit einem Hauch von Süße, zieht sich diese feine Adstringenz durch jede Windung unsererCamera2-2013-10-19-14-34-55Sinnesorgane. Dieses sehr saftige Bouquet erinnert in vielen Punkten auch sehr stark an typische Anleihen vergangener Sencha & Co, welche sich in Form von „Schwarzbrot mit einem leichtem Käse darauf“ präsentieren. Daneben schwimmen noch einige Anleihen von kernig nussigen Akzenten mit, wie der von Pinienkernen, Sesam und heißen dampfenden Esskastanien. 

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 60-90 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 5g auf 450ml / auf 60 Sekunden

In einem intensiven gelbgrün erweisen uns jene trüben, dicht cremigen Tassen ihre erste Aufwartung. Der erste Tropfen, der unsere Kehle benetzt kommt sehr leicht und frisch daher, fast zu vergleichen mit einem frischen knackig saftigen Blattsalat dessen Dressing eine feine Süße aufweist, welche die eigene Zunge in höchste Wallung versetzt. Um sogleich im grünen Beet zu verweilen, zeigt sichCamera2-2013-10-19-14-20-23jener aromatische Salat in solch einer Vielfalt an Sorten, wie z.B. „Lollo Rosso, Eichblattsalat, Romana, Rucola und Endiviensalat“. Zu dieser feinen Schüssel kredenzt man uns weiters gekonnt dekoriert süße Paprika, Salatgurken mit einem nussigen Dressing, dessen Inhalt Sesam, aber auch einige Pinienkerne und andere Konsorten seiner Zunft aufzuweisen vermag. Dazu, um alsCamera2-2013-10-19-14-20-50Beilage zu dienen, reicht man uns noch einige saftige Scheiben Schwarzbrot, welche ein wenig mit Worcestershiresauce beträufelt zu sein scheinen, diesmal aber, kommt dieser Akzent nur minimalst zur Geltung.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° / 5g auf 450ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 5g auf 450ml / auf 10 Sekunden

Stark trüb bleibt es weiterhin, nun aber schon komplett dem Grünen verfallen und dies in einer kräftigen hellen Variante, wie helle Oliven. An der Intensität wurde in diesem Akt noch etwas an der Kurbel gedreht und serviertCamera2-2013-10-19-14-29-07uns alles zuvor erlebte in einer noch kräftigeren Version. Herbfrei bleibt es auch weiterhin, dafür stärken sich unter anderem die Nuancen von Nuss, Sesam und Pinienkernen, aber auch ein Hauch von Weintraubenkernen schwimmt nun erstmals dampfend in jenen Tassen mit. Natürlich zeichnet sich auch in dieser Runde tragend die Entfaltung vieler Salat-Nuancen. Wie auch schon in denCamera2-2013-10-19-14-29-26beiden Sorten davor, ist dieser Sencha sehr ergiebig und mehrfach aufgießbar. Selbst der letzte Schluck löscht eine Erinnerung an diesen grünen Tropfen nicht so schnell aus unserem Gedächtnis und bleibt noch eine lange Zeit an unserem Gaumen haften.

Fazit

Also dieser Sencha hat mich wirklich etwas irritiert. Entweder war die Packung nicht richtig Vakuum versiegelt oder etwas Anderes ist schief gelaufen. Denn am Ende musste ich diesen Senach 3 Mal verkosten. Beim ersten Mal in einer Probepackung und da wahr er ungemein vorzüglich und einfach ein Traum. Dann kam beim eigentlichen Test die richtige volle 100g Packung zum Einsatz und diese war zwar auch unglaublich, aber unglaublich grauenhaft. Nun im Abschluss, wollte ich mit einer dritten und finalen Verkostung meinen Bericht abrunden, positiv oder negativ und es viel doch recht positiv aus. Bei dieser dritten Verkostung, war es erneut eine Probepackung, welche zum Einsatz gerufen wurde und diese war wieder sehr deliziös. Mir scheint wahrlich, dass etwas mit der großen Packung nicht ganz Koscha war.  Doch das Beste war am Ende dennoch das trockene Blatt, welches wirklich fabelhaft geduftet hat, aber schlussendlich nicht im Ansatz jene Nuancen aufwies, als es zur Verkostung kam. Somit bildet dieser Tamakawa auch das Schlusslicht von Herrn Hiraokas Sorten und überlässt dabei ungeschlagen dem „Best Friend“ den wohlverdienten ersten Platz. Auch der Preis ist schlichtweg mit knapp 32 Euro „a bit to much“. Selber kaufen würde ich ihn mir kein zweites Mal, aber wenn man ihn einmal hat, kann es auch nicht schaden. Besser ein Tamakawa im Haus, als gar kein Sencha.

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