Honyama Cha

Honyama Cha (Honyama, Shizuoka)
Menge: 100g
Gekauft: Cha no Ma

allgemeines

Wie schon am Mittwoch, hallt es auch heute, nun ein letztes Mal, aber dafür umso stärker, aus vergangenen Seminar-Tagen nach. Dieses Echo empfing ich einige Zeit nach dem Japan-Seminar in Form dieses „Honyama-Cha“. Doch viel wichtiger, als dies ist die rufende Instanz aus der dieser Hall entstand und dieser stammt von keinem geringeren, als Rikio Makino. Diesem sympathischen Teefarmer, hatten wir einen wundervollen, zu wahrlich langen Nadeln, per Hand1030201381954gerollten Sencha zu verdanken und dieser Honyama, ist sozusagen sein offizielles Steckenpferd. Nun war die Begeisterung meiner Seits wahrlich hoch, da ich schon unglaublich angetan war, wie sich das letzte Blatt jenes Herren auf meinem Gaumen entfaltet hatte, ob es hier genauso weitergeht oder sein Aushängeschild aus den Angeln rutscht, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

trockenes

Mit dem ersten Atemzug eröffnen sich auch sogleich erste Assoziationen, diese schlängeln sich von einem sehr süßen Bouquet hin zu einer beschwingten Leichtigkeit, welche eine gewisse Woge an Frische freisetzt. Doch am Meisten erhascht man ein Aroma, welches vorerst kaum im Rahmen eines Tees fallen würde „Kaffee“. Doch so einfach machen wir es diesem Bohnen-Flair nicht, denn weder strotzt sein Dasein vor einer gleichwertigen Intensität, noch ist dieser Teil in jenem Akt so banal zu beschildern. Hier entfaltet sich jenes Aroma, wie auch der Hauch den wir in uns aufnehmen, von dem was einst einmal war. Hier in diesem Fall, wie eine Kaffeedose in der vor geraumer Zeit noch sehr hochwertiger gemahlener Kaffee gelagert wurde. Die Süße in diesem genüsslichen Auftakt besitzt etwas leicht milchiges in ihrer Struktur. Neben dieser Nuance, weiters einem leichten Feeling von „Matcha-Latte“, durchzieht dieses Nadelwerk ein guter Hauch von feinster Schokolade. Um gleich im süßenTrockenSegment zu verweilen, weist dieses Blatt auch noch weitere süße Tendenzen auf, diese präsentieren sich in Form von einem leichten Hang zu Kirschblüten, die sich gekonnt unter Nuancen von Nektarinen, Pfirsichen und Zuckermelonen schmiegen. Schlussendlich bleibt noch das Nadelwerk, welches sich nun zur Begutachtung bereit hält. Hier spiegelt sich ebenfalls gekonnt das wieder, was schon im Vorfeld an Düften sichtbar war und zwar „Können“. Denn hier finden sich viele lange Nadeln wieder, die durch ihr Erscheinungsbild ein solch optisch elegantes Bild abgeben, dass man schlichtweg zur Kamera greifen muss. Krümel sucht man hier vergebens, da lange und kurze dunkelgrüne Nadeln dieses Bild bestechen.

feuchtes

Gleitet das feine trockene Werk in den aufgeheizten Innenraum unserer Kannen, entwickelt diese Sauna in Miniaturausführung eine so saftige sich zusammenziehende Adstringenz, die so geschmackvoll und unglaublich präsent ihrer Entfaltung nachgeht, dass einem das Wasser im Munde zerläuft. Auch im dampfenden Zustand, wo sich die Nadeln ihrem heißen Untergrund ergeben und sie sich in ihrer ganzen Pracht uns geöffnet haben, besticht dieses BouquetFeuchtweiterhin, schon wie seine Vorahnung eine Spur legte, in sehr adstringierende Gefilde. Im Gesamten lässt es sich so beschreiben, als hätten einige saftige warme frische Schwarzbrotscheiben ein Bad in würziger Worcestershiresauce genommen. Dazu treiben noch einige Ansätze von Nuss auf dieser herzhaften Oberfläche mit dahin.

Erster

Empfohlen laut Verpackung:  70° /    5g auf 450ml / auf 90 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 3-4g auf 175ml / auf 90 Sekunden

Ein Sencha nach Definition. Hier stimmt einfach alles, denn jede Nuance sitzt wo sie sitzen soll, in diesem wunderschön anzusehenden hell-gelblich dampfenden Nass. Diese perfekte Zusammensetzung, ist schon so unglaublich gut gelungen, dass sie einem fast misstrauisch werden lässt, ob denn nicht doch ein Haken an der ganzen Sache festsitzt. Passend zu dieser Jahreszeit erhält man hier ein Aroma von dampfenden Esskastanien, mit einem Hauch von Erste Aufgussfeinsten Nüssen dazwischen. Doch damit nicht genug, ein Milchiger-Flair, zwar in eine etwas andere Richtung gehend, ähnlich eines „Milky Oolong“ der sein Aroma durch die Behandlung mit heißem Milchdampf erlangt, entwickelt auch dieser Aufguss einen gewissen Ansatz jenes Aromas. Zwar erkennt man auch hier einen gewissen Touch von „Matcha-Latte“, aber dennoch entwickelt dieser Sencha, mit den vorher genannten Ansätzen gänzlich neue Akzente.

Zweiter

Empfohlen laut Verpackung:  70° /    5g auf 450ml / auf 10 Sekunden
ZeroZen Variante:                  70° / 3-4g auf 175ml / auf 10 Sekunden

Als hätte dieser Sencha von der Gunst seiner Stunde gewusst, passt sich sein Geschmack perfekt an die herbstliche kühle Landschaft an und verzaubert durch seinen nun etwas intensiver gewordenen „Esskastanien-Nuss-Flair“ jede Teestunde in ein kleines kuschelig wohliges Erlebnis. Hier ist alles etwas ausdrucksstärker, als in seinem schon grandiosen ersten Aufguss und entfaltet sich wie eine feine Herbstbrise, die mit langsamen Schritten die Duftstoffe jener Jahreszeit uns um die Geruchssinne streicht und mit seinem stärker werdenden Aufkommen diese intensiviert werden. Würde man seine Augen schließen, sähe man sich selbst wohl mitten in einem Wald wieder, auf einem mit Moos befleckten Felsen sitzend, während im Hintergrund ein frischer Bergfelsbach fließt, auf dessen Oberfläche unzählige bunte in herbstliche rotbraun Töne getauchte Blätter, Strom abwärts treiben. In diesem zweiten herbstlichen Akt kommt auch erneut, wie schon im feuchten Auftakt ein gewisser säuerlicher Hang zu Tage der mit dem typischen „Worcester-Schwarzbrot-Feeling“Zweite Aufgussversehen ist. Leicht lassen sich neben all dem Laub und Moos, auch hier feinste Kirschblüten ausfindig machen, die dank ihrer Hartnäckigkeit bis in diese Jahreszeit überlebt haben. Obsttechnisch bleibt man hier ziemlich konkret und setzt nun alles auf eine Karte, die den Pflaumen voll und ganz gewidmet ist, besonders dem Teil, wenn das Fruchtfleisch schon zerkaut ist und man sich noch am Rest der Schale/Haut erfreut. Diese immer noch wundervoll transparenten, nun stärker in ihrer gelblichen Farbgebung bestechenden Tassen, lassen selbst nach dem zweiten Akt, von dem eigenen Gaumen nicht mehr los und fordern diesen viel mehr dazu heraus erneut und abermals erneut aufgegossen zu werden. Dies lässt sich gut und gerne an die 5 Mal im Gesamten wiederholen.

Fazit

Es ist mir grundlegend immer eine wahre Freude eine „Golden Review“ aussprechen zu dürfen, aber ganz besonders in diesem Fall. Denn hier ist etwas geschehen, dass ich so wirklich sehr selten im japanischen Sektor erlebt habe. Es lässt sich sehr schwer beschreiben, denn spreche ich von „Perfektion“ dann ist es immer ein schwieriges Unterfangen. Denn natürlich waren andere „Golden Reviews“ zuvor auch perfekt in ihrer Art und Weise, dennoch ist es hier ein weitaus anderes Gefühl. Ich denke bei jedem Menschen passiert es irgendwann im Leben, bei unterschiedlichsten Dingen, dass man eine Art „Offenbarung“ erlebt. Im Bereich der Sencha, war es hier bei mir der Fall. Dieser grüne Meister, wo ich erstmals den handwerklichen Meister dahinter selbst kennen lernen durfte, gehört jetzt schon unter die Elite meiner bisher verkosteten Sorten. Um den Abschluss kurz und bündig, auf den Punkt zu brinden „Kaufen, genießen und dahin schmelzen“.

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