Sencha Kirishima no Kaori

Kaori01

Allgemeines2.0

Nach einem Festmahl läutet nun der erste Hinweis auf Tageslicht, den zweiten Weihnachtstag ein und somit eine ZeroZen-Review im gänzlich neuen Licht. Zwar bringt man diese Zeit der Besinnlichkeit stets mit Keksen, saftigen Weihnachtsbraten und fruchtigen Teesorten in Verbindung, aber dennoch möchte ich keinen Mittwoch und keinen Samstag missen, euch neue Tee-Genüsse zu präsentieren. Somit starten wir heute, in neuem Gewand mit dem „Duft von Kirishima“, wie dieser grüne Freund hier übersetzt heißt. Das besondere an diesem Blatt ist sein „All inklusive“ -Package, denn hierbei stammt alles von einer lang etablierten Teefarmer-Familie und deren Teeplantage in den höchsten Höhen, der Berge von Kagoshima. Sowohl die Kultivierung, der gesamte Prozess, als auch die Verpackung findet vor Ort statt. Ob sich dieser Eifer, auch schlussendlich im Geschmack widerspiegelt oder am Ende die Höhenlage zu einem geschmacklichen Hörsturz geführt hat, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Hier kommt genau der Auftakt zu Tage, wie man ihn sich sicherlich öfters wünschen würde, sehr süß und frisch. Gleich einer leichten feinen Brise, streckt dieses feine Blatt seine genüsslichen Fühler, schon im ersten Moment nach einem aus und schafft es dabei in einer Richtung unglaublich in Leichtigkeit dahin zu schwingen, aber im nächsten Moment mit einer ungemein süßen Natur zu 11232013175216
überzeugen. Dieses Bouquet gleicht einem „AllinOne“ Werk. Man nehme auf der einen Seite eingelegte Pfirsiche, umhüllt diese mit feinst duftenden Kirschblüten und legte rundherum noch ein Paar frische saftige Birnenscheiben an. Dies fruchtige Konstrukt, würde dann verarbeitet und in „Hi-Chew“ Japan-Fruchtgummis umgewandelt. Klingt sehr aufwendig? Wäre es auch, aber zum Glück sind wir auf der Seite, die diesen Tee genießen dürfen.

Auch sein optisches Abbild, kommt dem des Duftes doch sehr nahe. Denn hier erweisen sich viele, zwar etwas kleinere, dunkel olivgrüne Nadeln, als optischer Hochgenuss. Dazu gesellt sich noch ein bröselig-staubiges Treiben, zu diesem regen Geflecht.

FeuchtesBlatt2.0

Oh welch feine Adstringenz, du meine Knospen so betörst“ So oder so ähnlich könnte man ein Gedicht zu diesem Akt beginnen, denn dieser fein säuerlich Akzent reizt und liebkost die eigenen Knospen zugleich, auf eine solche delikate Art und Weise, dass einem schon der Gedanke zum eigentlichen Akt, abzuschweifen droht. Das Bouquet entspringt einem sehr grünen Aroma, welches sich sehr gemüsig, leicht nach Spinat duftend, entfaltet. Dabei setzt auch ein nussiger Charakter gezielt seine Stärken ein und richtet diese gemeinsam mit dampfenden Esskastanien, in Richtung unserer Knospen aus, um deren Geschmacksnerven direkt in Wallung zu bringen. Hier brodelt der Kessel samt der dampfenden Nadeln und dies bei gerade einmal 70°. Dennoch schafft es ein süßer Akzent, wie ein Geist im Hintergrund, sich durch dieses ganze Konstrukt zu schlängeln und an allen Stationen seine Spuren zu hinterlassen.
11232013174851Hier macht sich bemerkbar, was sich schon im Vorfeld abzuzeichnen schien „gebrochene Blätter“. Zu mindestens sind es keine gebrochenen Herzen und Blätter in jener Verfassung, lassen am Ende nur eines deutlich machen, dass sie maschinell erzeugt wurden, aber diese ist kein Indikator um mögliche fälschliche Schlüsse auf den Geschmack zu ziehen. Neben all dem, sieht man nun auch einige Stängeln, die nun sehr gut, zwischen all dem geschnittenen Blatt erkennbar sind.

1stZubereitung: 70° / 5g auf 450ml / auf 60-90 Sekunden

Mit dem Ei beginnt es und mit dem Ei endet es“. Klingt seltsam, ist aber so. Denn farblich erweist sich die erste Tasse, fast wie ein Spiegelei eben in jener Tasse. Dabei erstrahlen diese dampfenden Tassen in einer wunderbar klaren Transparenz, welche weit auf den Grund blicken lassen könnten, würden sie eine solche Tiefe aufweisen können.
11232013174628
Geschmacklich eröffnet sich dieses Genussbildnis in sehr ausgewogenen nussigen Aspekten, welche sehr zu dem der Walnüsse eine Tendenz aufzuweisen scheinen. Anfangs bleibt der Gaumen auch weiter in diesen herzhaften Gefilden und neigt seine Sinne einerseits dem Brokkoli und auf der anderen Seite der Zuckerschoten zu. Dabei streuen sich fein, wie über saftiges dampfend frisches Schwarzbrot, unzählige Sonnenblumen- und Kürbiskerne über dieses Geschehen. Zwar wurden zwei Seiten schon ausgespielt, aber dennoch, bewegt sich erneut etwas Süßes sanft und grazil im Hintergrund voran: „Hi-Chew mit Kirschgeschmack“. Diese Schnur aus fein aufgefädelten Kirschen, zieht nicht einsam und allein hinter dem Vorhang seine Fäden, denn etwas fein säuerliches, hat ebenfalls seinen Auftritt fest im Griff und zeigt sich auf eine wahrlich schlicht gekonnte Art und Weise. Im Hauch der letzten Geschmacksfetzen aus diesem Geschehen, gelangen wir wieder fast dahin zurück wo es bildlich begann. Denn hier präsentiert sich nun abschließend keine weitere Zutat, sondern vielmehr ein Gericht, welches sich aus frischen Cremespinat mit Spiegelei zusammensetzt.

2ndZubereitung: 75° / 5g auf 450ml / auf 30 Sekunden

Immer noch lässt ein Erkunden, eines tief versunkenen Untergrunds, bei dem Anblick dieser klaren Tassen träumen, dennoch ist der farbliche Gehalt in diesem Spiel, weitaus intensiver in seiner gelben Erscheinung geworden. Hier erkennt man es noch besser, bzw. kommt zu Tage, als würden sich Adstringenz und Süße ein Bett teilen und sich dabei eng aneinander schmiegen, wie zwei Schichten die übereinander liegen. Doch die Hauptdominanz, der Charakter an sich, spielt weiterhin in Form der Walnuss seine glanzvolle Darbietung. Mit Nüssen kann man in manchen Fällen auch übertreiben, aber nicht hier, denn in diesem zweiten Akt, erkennt man erst wie gekonnt die Hände und die Sorgfalt11232013174737
hinter all dem fungiert haben müssen. Denn dieser aromatische Flair kommt einem auf eine solch charmante, ausgewogene Art und Weise entgegen, dass es einem einfach nur ein zufriedenes Lächeln über die Lippen huschen lässt. Der Nachklang von süßen Hi-Chew, ist in diesem finalen Geschehen noch intensiver jenen gewidmet, als in jenem Auftakt davor. Dafür dankt das Phänomen eines Spinat mit Ei-Gerichts fast gänzlich ab. Aber der Nachklang eröffnet für geduldige Zungen und Gaumen noch weitaus mehr Aspekte, als man anzunehmen vermag. Hier zeigt sich weiters die asiatische Birnen-Variante „Nashibirne“ bemerkbar und ein etwas anderer Vertreter der Zuckerschoten in dampfender Natur „Edamame“. Auch wenn ich diese Runde, als das Finale betitelt habe, lässt sich dieser Tropfen noch gut und gerne auf eine Runde vier bis sogar fünf ausdehnen.

Fazit2.0

Ist dieser Sencha/Shincha „Empfehlenswert“? Auf jeden Fall. Hier kann man im Grunde nur eines Falsch machen und zwar die Zubereitung, auch wenn ich sagen muss, dass dieser Sencha zwar kein ungeduldiger und schwieriger ist, ist es trotzdem gut schon ein gewisses leichtes Händchen für diesen Tropfen zu haben, aber wenn man auf die Temperatur, Zeit und Menge achtet, kann nichts mehr schief gehen. Warum also keine „Golden Review“. Ganz einfach. Es gibt unzählige Sorten und selbst wenn eine Sorte wirklich bekömmlich ist, gibt es eine andere die einem noch mehr ein Lächeln auf die Lippen zaubern lässt. Vielleicht lasst genau dich dieser Tee über beide Ohren strahlen, mir hat er zu mindestens ein zufriedenes Lächeln auf meine Lippen gezaubert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s