Yamane-en – Chiran Kabusecha

BannerChiran
Allgemeines2.0

Wie schon angekündigt, arbeite ich derzeit mit zwei online Tee-Plattformen, seit diesem Jahr, enger zusammen. „Die Kunst des Tees“ ist dabei immer am goldenen Samstag angesiedelt, während zweimal im Monat die Mitte der Woche „Yunomi“ gewidmet ist. Dabei macht diese Kabusecha-Probe ihren Anfang.

Yamane-en ist ein in Tokyo angesiedelter Tee-Shop, unter familiärer Führung. Oberhaupt und geleitet wird dieser Betrieb von Teemeister Michio Shiobara. In seinem Leben kann er auf einen Erfahrungsschatz von 40 Jahren zurückgreifen, wenn es um das vielschichtige Thema „Tee“ geht. Hier hat er sich besonders, auf unterschiedliche regionale Spezialitäten und Raritäten aus kleinen Familienbetrieben, fokussiert, die man sonst nicht so leicht bekommen könnte.0142014204711
Seit geraumer Zeit arbeitet Teemeister Shiobara eng mit „Matcha Latte Media“, kurz Yunomi zusammen. Abgesehen von der Tatsache, dass dieser Kabusecha aus Kagoshima stammt, ist leider wenig über ihn bekannt. Hier in diesen virtuellen Teehallen, lag schon so mancher Tee, meinen Tassen und Kannen zu Grunde, dessen Hintergrund sehr undurchsichtig war, dennoch ergaben sich aus solchen schlichten Informationen, oftmals wahre Perlen des Teegenusses, ob dies auch hier der Fall ist, das erfahrt ihr hier und jetzt auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Optisch erinnert dieses Blatt sehr an Fukamushi, da es sehr gebrochen und in kleinen Stücken daher kommt und sonst nur recht wenige, gerollte Nadeln aufzuweisen vermag. Dafür ist sein Aroma umso imposanter und ergibt sich0142014194543gleich beim ersten Mal des Einatmens in einem solch schokoladigen Aroma, dass es einfach ein Traum ist. Diese, präzise gesagt, Milchschokolade kommt nicht alleine um die Ecke, sondern ist mit fruchtigen Ansätzen alla Kirsche und Orange bestückt.

FeuchtesBlatt2.0

Wie man schon im trockenen Blattwerk erahnen konnte, wird es hier sehr matschig in seiner Struktur und lässt dank der geringen Optik gleich mehr Raum für die Entfaltung der Aromen. Diese kommen einerseits sehr süß daher, aber am0142014204253anderen Ende auch ungemein delikat Adstringent und kräftig. Hier platziert sich gekonnt, direkt und einfach gesagt, ein Dreier-Gespann vor unseren Geschmacksknospen, dessen Aromen von saftigen frischem Brot, Nuss und dampfenden Esskastanien bestimmt wird.

1stZubereitung: 70° / 10g auf 140ml / auf 90 Sekunden

Wie helles Olivenöl schimmert trüb und dicht, dick cremig der Inhalt jener Tassen, die nun darauf warten, die Kehle und den Gaumen auf eine kleine Reise zu schicken. Diese startet sogleich in einem sehr säuerlichen Auftakt, dessen Aspekte, wie die vorbeiziehenden Bilder einer Zugfahrt erscheinen, denn so unaufhaltsam und schnell brettern diese Nuancen auf die eigenen Geschmacksknospen ein. Hier wird nicht nach Schema F verfahren, sondern es kommt, was gerade kommt. So zieht auf einmal eine Landschaft aus Sesam an einem vorbei, doch im selben Moment streifen Edamame, dampfend und heiß014201420140die eigenen Sinne, während vor dem imaginären Fenster erneut ein Bild aus grünen, frischen Blattsalaten, wie flüchtige Schatten vorbeizuhuschen scheinen. Auf diesem Hauch von Grün, platziert sich nichts ahnend sogleich ein Flair von einer delikaten Kirschnote im Hintergrund dieser Reise. Während der erste Schluck einem kleinen genüsslichen Schock für den Gaumen gleicht, fängt man sich im Nachgeschmack wieder, setzt sich gemütlich auf seinen Sitzplatz zurück, von dem man noch zuvor gefallen war und genießt die letzten Bilder in dieser Runde, in einem lang anhaltenden Echo aus Sesam und Nuss.

2ndZubereitung: 75° / 10g auf 140ml / Sofort

So komplett undurchsichtig tief Grün die Tassen nun erscheinen mögen, desto genauer lassen sich nun in dieser zweiten Fahrt der Sinne, die Nuancen aus diesem dampfenden Bad dechiffrieren. Somit entfaltet sich alles viel angenehmer, nicht mehr gar so intensiv und heftig, wie im Akt zuvor. Der erste Schluck erschließt sich hierbei leicht würzig Adstringent, wobei die Würze leicht01420142095an japanischen Pfeffer erinnert. Zwar nicht mehr so gewaltig und massiv wie zuvor, machen sich aber auch hier erneut der Sesam und die dampfenden Edamame bemerkbar. Der Nachgeschmack ist wieder ein geteilter Boden, dessen Substanz aus sehr reifen Nashibirnen, saftigen frischem Schwarzbrot und einem Schuss Worcestershire aufgebaut ist.

WeitereZubereitung: 75° / 10g auf 140ml / Sofort

Hierbei scheint der erste Aufguss wahrlich jener, der eher am wenigsten an Bedeutung erlangt, denn je höher die Anzahl der Aufgüsse steigt, desto geschmackvoller scheint es zu werden. So geschieht dies auch im dritten Stop auf dieser Reise. Denn hier erkennt man alle vorher genannten Nuancen noch genauer und entfalten sich dabei noch eleganter, als im zweiten Abschnitt dieser kleinen Tee-Wanderung. Dieses Niveau hält sich bis ca. zum fünften Aufguss, bevor es ab da an schlussendlich anfängt, an Qualität abzubauen.

Fazit2.0

Dieser Kabusecha ist wahrlich ein Dauerbrenner und hält mehr, als man von seinen günstigen knapp 12€ erwarten würde. Einzig und alleine der erste Schluck ist wahrlich ein Flash für die Sinne, aber ist man erst einmal von diesem „Hocker-Reißer „ wieder auf seinem Sitzplatz zurück gelangt, dann erkennt man erst, welch köstliche Qualität da auf einen dampfend in jenen Tassen wartet. Die Optik ist nicht unbedingt der Hit, aber oft sieht eine Mahlzeit auch nicht gerade traumhaft aus, schmeckt dafür aber umso besser.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s