Yokayo Fukamushi Shincha

yokabanner
Allgemeines2.0

Dank eines anderen Mitglieds aus dem Teetalk-Forum, kam ich in den Genuss jenen grünen Bärens. Dieser ist zwar sichtlich schwarz, aber sein Inhalt verspricht dafür umso mehr in grün saftige, vor allem dicht kräftige Gefilde abzutauchen, dank seiner Fukamushi-Natur. Dies ist ein Local-Tee und stammt direkt, aus einem kleinen Teeladen „Ochaichi Sanyodo“, der um die Ecke liegt, wo mein Spender wohnt. Der Besitzer hat hierbei den Tee selbst ausgewählt und zu einem Fukamushi veredelt. Um auf den Bären zurück zu kommen, dieser ist das offizielle Maskottchen „Kumamon“, der Kumamoto Region und darf von jeder Mann, unter bestimmten Auflagen, kostenlos verwendet werden. Diese Sorte ist ein Blend und wurde aus dem Blatt von zwei Anbaugebieten komponiert, in diesem Fall aus Yamaga und Kikuchi. Ob es sich hier um einen Fruchtbären handelt oder dieser Fukamushi bärenstark daneben geht, das lest ihr wie immer hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Dankend, bekam dieses Blattwerk einen Sonderplatz und fand sein neues zu Hause in meiner japanischen Kirschholzdose wieder. Hier scheint die räumliche Aufteilung der Bewohner klar erkennbar zu sein und bietet optisch ein Bild der Betten wieder. Denn in diesem gemischten Feld erkennt man einige etwas länger gerollte Nadeln, auf der einen Seite in recht dunkler Manier und auf der anderen0272014152228Seite in sehr hellen Nuancen, diese sind aber im Gesamtbildnis eher die Minderheit und werden jeder einzeln, von großen dicht geräumigen Decken aus feinstem Werk und gebrochenem Blatt zugedeckt. Doch wer denk, dass der Schlaf sich hier eingeschlichen hat, der irrt. Denn dem Bouquet ist in keinem Belang zum Schlafen zumute.

Hier gelangt ein unheimlich frisches Aroma, an die eigenen Geruchssinne, als wäre das Fenster zu diesen Schlafräumen geöffnet worden und eine frische Frühlingsbrise durchströmt dabei jeden Winkel dieses Raums. Dabei trägt es, wie auf unsichtbaren Flügeln eine Vielzahl an süßer und fruchtiger Nuancen mit sich. Schokolade, leicht in der Manier von Schokobananen, durchstreift genüsslich jeden Winkeln der eigenen Sinne, während schon in nächsten Moment fruchtige Aspekte von Kirsche, saftigen frischen Birnen und süßen Äpfeln, ihren gekonnten Schachzug vollziehen. Dabei erklimmt all diese Vielfalt an fruchtigem, nicht nur im reinen Zustand, diese Mauer der Geschmacksknospen, sondern auch in sehr Fruchtbonbon-artiger Natur.

FeuchtesBlatt2.0

Das man hier einem Fukamushi unterliegt, erkennt man spätestens, nach dem nun jene Nadeln im Dampfe und im Sumpf ertrunken sind bzw. massiv feststecken. Denn hier wird es sehr matschig und man erkennt hier noch deutlicher die nun feststeckenden hellen Blatt-Aspekte, aus diesem doch überwiegend dunklem Werk heraus. Doch nicht nur optisch erkennt man seine wahre Natur, auch im warmen Dunst der Sinne, erkennen die Knospen, was sich027201415405nun bald ereignen wird. Dies zieht sich sehr säuerlich und intensiv, durch alle Windungen und regt dabei jede Faser an, dass der Gusto auf dieses grüne Gedicht, nur umso weiter steigt. Diese Adstringenz wird dabei von einer sehr cremig buttrigen Woge getragen, die im gleichen Maße vermag, würzig nussige Akzente freizusetzen. Dabei treffen genau zwei Kameraden aufeinander, die in diesem Geschäft schon alte Hasen sind, die Esskastanie und der Flair von Edamame.

1stZubereitung: 75° / 10g auf 200ml / auf 1 Minute

Hierbei hielt ich mich genau nach Maß, wobei ich mich für die etwas reichhaltigere Variante entschied. Optisch, wie hätte man es auch anders erwartet, wird es sehr dicht, satt Grün undurchsichtig trüb. Genauso intensiv wie sich das flüssige Gefilde präsentiert, erweist sich auch der Geschmack in einem sehr kräftigen Adstringent süßem Aroma. Diese sehr metallische, saure Struktur, wird stetig und unentwegt, von einer geschmackvollen Süße begleitet. Jene erschließt sich besonders im Nachgeschmack in einem Auftakt aus roten süßen Äpfeln, Kirschblüten und Weintraubenkernen. Auch hier gedeiht all dies in einer sehr buttrig cremigen Struktur, so auch der nussige Anteil aus Esskastanien,0272014152521Edamame, Mandeln, Walnuss, Sonnenblumen- und Kürbiskernen. Neben diesem hallt es noch leicht in einem Blattsalat im Hintergrund nach. Doch, wo bleibt die Beschreibung der Adstringenz? Dieser gebührt erneut, das letzte Wort, nicht weil ihr Flair zum Schluss gedeiht, sondern vielmehr, weil sich ihre Prägnanz unheimlich am Gaumen manifestiert hat. Dies geschieht erneut, in bekannter Manier in Form von Schwarzbrot, mit reichlich Worcestershire und einer Brise Brie. Da sich sehr viel Teesatz in diesem Werk befindet, legt sich dieser dicht und dick am Boden der Tassen ab und lässt diese so weiters an Herbe nachbittern. Darum sei ein recht zügiger Genuss ratsam.

2ndZubereitung: 85° / 10g auf 200ml / sofort

Hier überrascht einem der erste Schluck, für den Bruchteil weniger Augenblicke, mit einem sehr fruchtigen Mundgefühl aus Nashibirne, Kirsche, Apfel und einem Hauch von Bonbons. Doch dies wandelt sich so schnell, dass jenes Empfinden wahrlich überrollt wird, von einer Welle aus intensiven und schweren Nuancen. Die Adstringenz ist immer noch stark dominant im Spiel, wenn auch mit etwas mehr zurückgezogenem Verhalten. Hier bleibt es bei dem bekannten Trio „Brot-0272014153026Worcester-Käse“. Während Edamame noch gemächlich auf diesem weitaus dunkleren, olivgrünem, flüssigen Gefilde, treibend seine Aromen entfaltet, hinterlässt langsam ein süßes Gefühl seine finalen Spuren. Denn auch wenn hier erneut der herbe Aspekt seine Register zieht, bleibt dieser weniger hartnäckig, als sein süßer Gegenspieler, denn dieser vermag noch lange am Gaumen erhalten zu bleiben.

WeitereZubereitung: 90° / 10g auf 600ml / 15 Minuten

Im Grunde war diese Runde nicht, als Aufguss im eigentlichen Sinne gedacht. Hierbei sollte ein Umzug in einen großen Glaskrug, nur zu optisch fotografischen Zwecken dienlich sein. Doch, als das Blatt in diesem weitaus heißeren und auch flüssig massiveren Gefilde, am Grund des Bodens strandete, kam mir der Gedanke, diesen Tropfen dennoch zu kosten, bevor er endgültig seiner getanen Arbeit, in den wohlverdienten Feierabend entlassen wurde. Doch war hier nicht nur die Menge des Wasser weitaus mehr, sondern auch die Zeit in der sich dieser Fukamushi darin badete. Denn am Ende verließ er nicht einmal mehr dieses0272014153758Gewässer und verbrachte darin gut 15 Minuten, bevor er schlussendlich, aus Testzwecken in mehreren Tassen verkostet wurde. Diese seltsame Runde, war besser, als erwartet, was mich zu einem Entschluss brachte. Dieser Shincha ist wahrlich ein gutes Werk, doch würde ich entweder die Menge der Blätter zum Wasser dezimieren oder die Menge vom Wasser zum Blatt, sofern man 10g nutzt, erhöhen. Da 10g auf 200ml etwas zu Herb und intensiv werden, außer man liebt es so. Am Ende bleibt es Geschmacksache.

Fazit2.0

Ich hatte diesen Shincha schon lange in meinem Schrank und habe ihn mir für einen besonderen Moment aufgehoben, da ich ihn nicht einfach nur „so zwischendurch“ verkosten wollte. Nun war es endlich soweit und mein Fazit ist recht positiver Natur. Generell wäre es ein Shincha, den ich mir, sofern man ihn hierzulande auch bekommen könnte, öfters zulegen würde. Dennoch ist er nicht ohne Fehler und bedarf rein Zubereitungs-technischer-Natur ein geübtes Händchen. Denn hier kann man leicht einem bitteren Gefilde unterliegen, wenn man nicht genau weiß „Wie? Was?“. Auf jeden Fall war es einer der interessanteren japanischen Sorten, die ich in letzter Zeit verkosten konnte. Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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