Yixing-Geschichte

YixingGeschichte

Die Legende und der Anfang:
Eine Legende erzählt davon, dass einst ein Mönch mit seinen bloßen Händen und primitiven Küchenutensilien die aller erste Yixing-Kanne formte und brannte. Doch weder sein Name, noch sonstige schriftliche Verzeichnisse sind von ihm bekannt. Was man aber weiß ist, dass ein vorbeikommender Passant der dem Tempel seine Ehrerbietung zeigen wollte, sein Schüler wurde und am Ende, als einer der ersten bekannten Töpferer hervorging Gong Chuan. Dieser lernte, wie man Ton beeinflussen konnte, damit dieser leichter zu bearbeiten war. Kurze Zeit später entwickelte er ganz eigene Formen und Hilfsmittel, die zur Herstellung noch heute benutzt werden. Genau kann man das erste Aufkommen von Yixing-Kannen dennoch nicht datieren. Während die einen von „vor 6000 Jahren“ sprechen, datiert sich der erste schriftliche Beweis in der Song Dynastie. Doch erst in der Ming Dynastie, kamen die ersten unglasierten Kannen zum Vorschein, so wie wir sie heute kennen.

Song Dynastie (960-1127):
In dieser Zeit fand jene Art der Kannenherstellung zum ersten Mal Erwähnung, auch wenngleich sie in jenen Tagen, im Vergleich zum Porzellan, nicht hoch in ihrer Wertschätzung lagen. Am Anfang wurde allerlei aus jenem Yixing-Ton gefertigt, doch als bekannt wurde, welch außerordentliche Eigenschaften es auf Tee habe, änderte sich dies später.

Ming Dynastie (1368-1644):
Dieses „später“ fand in der Ming Dynastie statt. Hier änderte sich komplett die Zubereitungsart von Tee und somit wurden große Teeschalen in denen bisher der pulverisierte Tee aufgeschäumt wurde (ähnlich dem Matcha bzw. von hier kommt dieser Brauch aus Japan), von kleinen Teeschalen und Kannen in denen nun der Tee aufgegossen wurde, abgelöst. Unter den Gelehrten jener Zeit, entwickelte sich eine große Vorliebe für Yixing-Kannen. Einer der großen Töpfermeister Sha Da Bin, experimentierte aus Leidenschaft heraus mit jenem neu entdeckten Material im Zuge der Teekannen-Herstellung. Bei seinem Arbeitsprozess fügte er mitunter Quarz-Sand und fein zermahlene gebrannte Tonscherben zur Tonerde hinzu, um so den Schwund zu reduzieren und die Kanne somit zu stabilisieren. Dadurch ergab sich eine ganz eigene Struktur im gebrannten Werk, die man „Birnenschalenhaut“ nannte. In jüngster Zeit ersteigerte eine Kanne aus seinem Schaffen einen astronomischen Preis von über 1,5 Millionen Euro.

Qing-Dynastie (1644-1912):
In dieser Zeit wurden jene Yixing-Keramiken auch der breiten Masse zugänglich gemacht. Durch diese Fügung entwickelten sich immer schneller neuere Formen und Gestaltungsmöglichkeiten. Während am Anfang die Kannen eher schlicht in ihrer Form und auch ohne Verzierungen auskamen, kamen immer mehr Literaten auf den Geschmack ihre Sprüche, Verse und Weisheiten, auf jenen Kannen zu verewigen. Die bekannteste Töpfer-Persönlichkeit in dieser Zeit war Chen Hongshou (1599-1652). Hongshou war vor allem durch seine Malereien bekannt und begann sich im Laufe seiner künstlerischen Schaffenszeit immer mehr für die Herstellung von Tonwaren zu interessieren und entwickelte daraufhin 18 unterschiedliche Grundformen. Er lehnte die Herstellung aus vorgefertigten Modellen ab und war auch wegweisend dafür, den Siegeldruck auf den Kannen einzuführen. In seinem Leben erstellte er mit seinen Schülern mehrere Tausend Einzelstücke.

Taiping-Aufstand und Opium-Krieg (1840-1864):
In dieser Zeitspanne verzeichnete die Töpferkunst einen massiven Verfall und die Anzahlt der Hersteller ging vehement zurück. So reproduzierte man alte schon bestehende Formen und nutzte sogar schamlos deren Siegel, wodurch es heute auf Auktionen wahrlich schwer fällt, ein Plagiat von einem Original zu unterscheiden. Diese künstlerische Einschränkung zog sich noch weit über dieses Datum hinaus und fand erst nach der Kulturrevolution in den 1970iger Jahren einen erneuten Aufschwung.

Heute:
Yixing ist bekannt für seine Töpferwaren und liegt in der ostchinesischen Küstenprovinz Jiangsu. Aber die eigentliche Töpferstadt ist Dingshuzhen. Der Grund warum sich in dieser Gegend so stark das Kunsthandwerk etablierte, waren die vielen reichen Händler und Beamte, welche dort ihren Wohnsitz hatten. Heute existieren mehr als 260 Tonherde, Werkstätten und Manufakturen, die in jener Gegend ihrem Handwerk nachgehen.

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