Bancha

Bancha

(番茶, Altagstee)

Der Altagstee weist den signifikanten Unterschied auf, das er in seiner Qualität unter dem eines Senchas steht. Wobei der Prozess und wie der Bancha kultiviert wird, fast dem eines Senchas identisch ist. Aber die Blätter machen den Unterschied. Während bei Sencha, die obersten Blätter genommen werden, nimmt man bei Bancha die untersten. Eine andere Art wie Bancha entsteht, ist die Wahl, des Zeitpunkts der Ernte. Wo Shincha, als erstes im Frühjahr geerntet wird und in der Begehrtheit ganz oben Platz nimmt, wird der Bancha oft erst mit der dritten oder vierten Ernte hergestellt.

Aber woran merkt man schließlich den Unterschied? Vor allem am Preis, da Banchas günstiger zu erwerben sind. Houjicha und Genmaicha benutzen meist auch als Basis Bancha. Diese fallen ebenfalls viel günstiger aus, als Sencha. 

Dabei enthält Bancha weitaus weniger Koffein, als Sencha, da ältere Blätter an Stärke abnehmen. So besitzt er auch weniger „Catechine EGCG“ (ein Wirkstoff dem am meisten der gesunde Aspekt im Grün Tee zugesprochen wird). Das ist einfach zu erklären, da die unteren Blätter weniger Sonnenlicht abbekommen und dieses aber wichtig für die Förderung von Catechine ist. Somit sind am Ende auch die Bitterstoffe weit mehr reduzierter vorhanden, als bei seinem jüngeren Bruder. Wobei zu sagen ist, das z.B. die obersten Blätter bei einem First Flush (Shincha – Erste Pfückung im Frühjahr) die selbe Menge an Catechine aufweisen, wie die unteren Blätter von einem Bancha, die erst in der zweiten Ernte geerntet werden, da diese bis zu jenem Zeitpunk der Ernte, die selbe Menge an Sonnenlicht abbekommen haben, aber milder in ihrem Endprodukt sind.

Manchmal sieht man den Gebrauch von dem Wort Bancha auch in einem anderen Zusammenhang, aber dieser ist keine Beschreibung auf eine Bancha Sorte, sondern auf die Zeit der Ernte.

  1. Ichibancha 一番茶 (Erste Ernte) das ist der Shincha / First Flush

  2. Nibancha   二番茶 (Zweite Ernte)

  3. Sanbancha 三番茶 (Dritte Ernte)

  4. Yonbancha 四番茶 (Vierte Ernte)

  5. Shuutoubancha 秋冬番茶 (einige Regionen haben nur drei Ernten, die Dritte wird dann so genannt und findet im Herbst bzw. Winter statt)

Nun ist Bancha nicht gleich Bancha und variiert je nach Region und Herstellung in seiner Art. Hier einige Beispiele:

Hakuta Bancha (伯太番茶 )

Benannt nach der gleichnamigen Stadt, aus der Region Shimane. Dieser Bancha enthält sehr wenig Koffein und nur eine schwache bittere Note. Er wird das ganze Jahr hinüber produziert. Dabei werden die Blätter direkt nach der Ernte bedampft, unter Sonneneinstrahlung getrocknet und für eine gewisse Zeit geröstet, aber nicht gerollt. Somit hat man am Ende die natürlich großen Blätter, deren Farbe sehr dunkelbraun sind, als wären sie natürlich verwittert.

Kageboshi Bancha (陰干し番茶 ) aka Hikage Bancha (日陰番茶 )

Dieser Bancha wird wiederum im Schatten getrocknet, was oftmals auch hinter vier Wänden von statten gehen kann. Dabei wird je nach Ort der Herstellung anders verfahren. Oft wird der Tee zusammen gebunden und zum trocknen aufgehängt. Seine Häufigkeit ist dabei rar gesät und wird im Laufe des Jahres nur begrenzt produziert. Meist in den Regionen Gifu, Fukui und Shimane.

Kancha (寒茶 )

Dieser Bancha hat zwar keine hohe Qualität, ist aber schwerer zu bekommen und deshalb wertvoller, als manch andere Bancha Sorten. Er kommt meist aus den Regionen Aichi und Tokushima und wird erst im Winter hergestellt. Die Blätter sind groß und ähneln in der Farbe der von Houjicha.

Was einen gewissen Charme ausmacht, ist das der Kancha noch traditionell im kleinen Hergestellt wird. Dabei wachsen die Pflanzen nicht in Feldern zusammen, sondern meist wild, umgeben von anderen Pflanzen. Im Grunde sind es schon Bäume, da sie nicht getrimmt werden, wie normalerweise es bei Sencha & Co der Fall ist. Zusammen mit nicht selten großen Mengen an Zweigen, werden die Blätter, per Hand, nur im Winter gepflückt. Durch diesen besonderen Umstand erschließt sich eine viel süßere Geschmacksnuance, als bei anderen Banchas. Dabei bleibt der Catechine und Koffein Gehalt, wieder recht niedrig.

Nach dem alles bedampft wurde, werden die Blätter von den Zweigen getrennt. Danach trocknet der Kancha in der Sonne. In Tokushima, genauer gesagt in Shishikuichou, wird er abschließend noch per Hand gerollt, diesen nennt man Shishikui Kancha (宍喰寒茶).

Kyobancha (京番茶)

Dieser traditionelle Tropfen wird in Kyoto hergestellt, besser gesagt in Uji. Er weist einen rauchigen Geschmack und sehr geringe Bitterstoffe auf, so ist er auch für Babys geeignet. Grund dafür ist das rösten, da dieser Prozess das Koffein zerstört und ihn somit sehr leicht bekömmlich macht.

Dabei wird er bedampft, sonnengetrocknet und in einer heißen Pfanne für 3 Minuten geröstet. Gerollt wird er nicht und weist am Ende, durch seinen langen Wachstum große Blätter auf.

Mimasaka Bancha (美作番茶)

Dieser sonnengetrocknete Bancha erhält seinen Namen aus der Region Okayama, besser gesagt Mimasaka. Manchmal wird er auch Musashi Bancha (武蔵番茶) genannt, da man sich erzählt, dass es der Lieblingstee des Schwertmeisters „Miyamoto Musashi“ war.

Yoshino Nikkan Bancha (吉野日干番茶)

Dieser aus der Yoshino Region, der Präfektur Nara stammende Bancha, hat eine lange Geschichte, die bis in die Edo Zeit zurück reicht (1603 – 1868).

Nach dem die Blätter stark bedampft auf dem Boden verteilt werden, sind sie bereit ca. 2 Tage in der Sonne zu trocknen. Dabei werden die Blätter nicht gerollt. Zum Rösten wird heißer Sand verwendet. Der Grund warum sich dieser Bancha hoher Popularität erfreut, ist sein Marketing. Nicht nur im Fernsehen ist er in Werbungen vertreten, sondern wird in seiner Ursprungsregion Ooyodo in vielen Restaurants, als Pulver in Speisen wie Eis, Risotto, Suppen oder Süßigkeiten verwendet.

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