Orchideen Dan Cong

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Allgemeines2.0

„Dan Cong“ ist ein breitgefächerter Begriff, der viele Unterarten miteinschließt. Wichtig ist zu wissen, dass sein Name oftmals fehlinterpretiert wird, denn seine Übersetzung soviel bedeutet wie „aus einem einzelnen Strauch/Baum“. Daher kam der Glaube auf, dass je ein gewisser Dan Cong, nur aus einem einzigen Strauch entstanden ist. Dies stimmt nur zu einem Teil. Zwar wird er nicht nur aus einem einzelnen Strauch/Baum gewonnen, die in Guangdong sogar eine Höhe von Teils 7-8 Metern erreichen, aber aus dem selben „Stammbaum“. Man sagt, dass es im Moment an die über 100 „Mutterbäume“ gibt, und von dessen Triebe entstanden weitere Sträucher/Bäume. Somit stellt man einen Dan Cong, nur aus der selben „Familie“ her, wenn man es so ausdrücken möchte. Hier wiederum spricht man dann von 10 Grund-Duftrichtungen/Noten, die aus diesen 100 Mutterbäumen entstanden sind. Die wertvollsten Dan Cong’s so sagt man, bekommt man von den Fenghuang Bergen.

Wann diese Sorte das erste Mal in direkter Benennung an Erwähnung erfuhr, ist schwer zu datieren, sie geht aber ca. auf einen Zeitraum zwischen 1705-1840 der Qing Dynastie zurück. Gewisse Legenden weisen ein weitaus älteres Datum auf, aber deren wahrheitsgetreuer Inhalt wird eher angezweifelt.

zhaoLegende 

Die wohl bekannteste Legende verweist auf die Song Dynastie (960-1279). Die Song Dynastie stand fast an ihrem Ende und Kaiser Zhao Bian musste mehrfach mit seinem Gefolge fliehen und den Kaisersitz auf eine andere Stadt verlegen. Als es einmal wieder soweit war und er mit seinem Gefolge über den Phönix Berggürtel passierte, waren er und seinen Mannen der Erschöpfung nahe. Nun heißt es in einer Quelle, dass einer seiner Gefolgsleute am Wegesrand einen alten Teebaum entdeckte und die Blätter dem Kaiser brachte, dieser ward, als er sie einnahm (wahrscheinlich, mit Wasser oder die Blätter pur), wieder voller Tatendrang und bereit den Weg fortzusetzen. Eine andere Version erzählt von einem Bauern dieser Gegend, der die erschöpften Flüchtlinge entdeckte, diese ihm Leid taten und er ihnen aus jenen Blättern einen Tee, zur Stärkung zubereitete. Angeblich waren sie dann so gekräftigt, dass sie den Feind zurückschlagen konnten und gewannen. Danach benannte Zhao Bian den Tee, als Song Tee. Diese Bezeichnung gab später auch dem Song Kultivar sein Markenzeichen.

Doch diese Legende ist unwahrscheinlich, da der junge Kaiser Zhao im Alter von 8 Jahren starb. Daher ist der Gedanke, dass er erstens eine Gefolgschaft anführte und dass er in diesem Alter einen Tee so sehr schätzte, wahrlich legendenhaft.

Aber wie am Ende der Geschmack ausfällt, liegt nicht nur rein an der Art der Pflanze, sondern auch am Geschick des Teemeisters im Welkvorgang, auch genannt „Zuo Qing“. Hier werden die Blätter „geschaukelt/gerüttelt“ meist schon maschinell und dies über die ganze Nacht. Dabei wird dazwischen immer eine Pause gemacht, um das Blatt etwas ruhen zu lassen. Dieser Vorgang muss gekonnt abgestimmt sein und wird mehrfach wiederholt, je nach dem, was für ein Ergebnis man erzielen möchte. Doch hier ist auch entscheidend, wie das Wetter mitspielt, denn es darf keines Falls zu heiß oder zu feucht sein, sonst wird der Geschmack nicht rein, in seiner Entfaltung.

Ob es diesem Blattwerk gelungen ist, und vor allem dem Meister dahinter, sich in einem reinen, duftenden Bouquet zu entfalten oder ob am Ende das Wetter, diesem Blatt einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, egal wie der Ausgang sein wird, ihr erfahrt es nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Mit dem öffnen der Packung strömt einem förmlich eine Woge an Aromen entgegen, die erstmals und auch grundsätzlich massiv von diesem knusprig gezwirbelten, spiralförmigen Werk ablenken, dessen farbliche Dominanz in einem dunklen Blau liegt, welches einen gewissen violetten Schimmer aufzuweisen scheint. Daneben erkennt man einige strahlend grüne Akzente und rot-bräunliche Stängel. Doch wie gesagt, ist das Verhältnis von Optik und Bouquet, wie von der schönsten Kanne der Welt zu einem Pappbecher mit Cola. Ok, ganz so heftig ist es nicht, aber wenn man solch eine massive Power an Nuancen, als Konkurrenz hat, dann hat man es in keinem Fall irgendwie leicht. Hier vermag man kaum einen Anfang zu finden in diesem Multivitamin-Saft der1222014155041Sinne. Hier wird es neben fruchtigen Anleihen von süßen Mandarinen, reifen Pfirsichen, Honigmelone, getrockneten Feigen und Blutorangen, auch ungemein intensiv blumig, würzig. Kommt etwas Dampf hinzu, sei es durch die Nase oder der vorgewärmten Kanne, entwickelt sich weiters ein feiner, geschmackvoll saurer Flair, der sich gekonnt mit dem Süßen in Symbiose vereint. Dieser saure Anteil hat in diesem Fall, in keinem Moment etwas mit Worcestershire am Hut, sondern entwickelt seine Natur viel mehr aus dem Anteil der Früchte bzw. in einer etwas gärenden Montur. Dafür sorgt auch ein gewisser Anteil an Rosinen im Bouquet.

FeuchtesBlatt2.0

Das Bouquet dieses dampfenden Blattes, entwickelt eine solche Aussagekraft, dass man im ersten Moment kaum den geistigen Zähler stoppen kann, bei der Vielzahl an Nuancen, welche einem durch die eigenen Gehirnwindungen schießen. Dieser erste Atemzug setzt eine solch dramatische Intensität frei, die wahrlich jede Verzweigung der Nebenhöhlen erreicht und bis zur Gänze stimuliert. Diese Würze ist in der Art der Entfaltung ungefähr so zu definieren, als würde man an Benzin oder einem Verdünner schnüffeln, aber hier in diesem 1222014161333Fall, auf natürliche Weise, wohl gemerkt. Auch hier zieht der Multivitamin-Faktor weiter seine Bahnen und kombiniert sich weiters gekonnt und vor allem geschmackvoll mit einem Flair von Gegärtem. Auch hier sind es Aromen von Blutorangen, Mandarinen, Pfirsichen, Honig und einem guten Anteil an Blumigem, die das Gesamtbild bestimmen. Auch hierbei steht die Optik ganz klar im Schatten der Düfte und kann mit seinen Großteils zerrissenen und halbierten Blättern kaum auftrumpfen. Hier erkennt man erneut, nun verstärkt, eine Vielzahl an Stängel.

1stZubereitung: 95° / 6g auf 200ml / auf 45 Sekunden

In der Gongfu Methode, hat man etwas mehr von diesem Tropfen, was man ohnehin schon, als solches hat. Hier nicht vergessen, die ersten beiden bzw. nur den ersten Aufguss sofort abgießen (dieser zählt nicht) und dann erst auf ca. 30-40 Sekunden ansetzen, dann ca. 1 Minute, dann 1-2 Minuten und weiters je nach belieben.

Ergießen sich jene Tropfen in strahlend weiße Tassen, erzeugen diese in Kombination ein Bildnis von aufgeschlagenen gekochten Eiern (nicht hart gekocht). Vieles aus den Abschnitten davor, spiegelt sich hier geschmacklich wieder, generell zieht dieser Orchideen Dan Cong gewisse Register, die sehr an altbekannte Sorten erinnern, nur dass diese hier miteinander vermischt sind. Denn hier entdeckt man einerseits die Anleihen eines Oriental Beauty, mit einem kräftigen Schuss Multivitaminsaft, einem grünen Oolong TGY bzw. Baozhong im blumigen Mittelfeld mit einem leichten Schlenker in die hinteren Reihen und einem Weißen Tee mit viel, viel Honig und und und. Die Liste ist hier ersichtlich nicht zu kurz geraten und fast ersieht man kein entkommen mehr bzw hat es auch nicht vor, da es wahrlich seine Reize hat, in solch einem Käfig der Sinne1222014155621eingekesselt zu sein. Diese massive Süße und Fruchtigkeit ist nicht allein herrschend in diesem Akt, somit findet ein leicht herber Charakter nur Randplätze, um auf seine Person aufmerksam zu machen. Vor allem die Rosinen und den geschmacklichen Anteil an Honigmelone, schmeckt man hier, neben einer dicken Schicht aus einem Mix von Mandarinen/Orangen/Blutorangen, gekonnt heraus. Der Honig und der Melonen-Anteil kann sich hierbei nicht immer einig werden, mal ist es Honigmelone und mal einfach nur Honig. Der Nachgeschmack liegt wie zuckersüße Seide mit einem leicht herben Hauch auf der Zunge bzw. dem Gaumen. Der herbe Ansatz lässt vor allem seine Herkunft auf Weintraubenkerne erschließen.

Abgekühlt ist dieser Tropfen ebenfalls sehr geschmackvoll, vor allem in seinen süßen Anleihen. Hier wird die Konsistenz etwas dicker und cremiger und ergibt sich auch in diesem Zustand in einem süßen Abgang mit einem leicht nussigen Ansatz.

2ndZubereitung: 95° / 6g auf 200ml / 1 Minute

Hier erhält das Gelbe im Ei einen gewissen rostigen Schimmer. Im Grunde bleibt der Gehalt der Nuancen auf selbigen Level, zwar etwas vertieft, aber in gleicher12220141620Balance. Einzig ein dezenter Hall eines saftigen Schwarzbrots ist im Untergrund neu zu vernehmen. Wahrlich eine perfekte Mischung aus süß, fruchtig, mit leicht122201416546herben Ansätzen, blumig, etwas malzig und einem ebenfalls leicht gärenden Touch, das ist der Orchideen Dan Cong, der zweiten Runde.

WeitereZubereitung: 95° / 6g auf 200ml / 2 Minuten

Kaum zu glauben, aber ab dem dritten Aufguss, wird es noch süßer und erinnert nun stark an fruchtige Bonbons mit starker Erdbeer-süße, plus Himbeer-Flair Tendenz. Von einem geschmacklichen Verlust ist hier weit und breit nichts zu vermerken und generell hält sich die Intensität noch eine ganze Weile bei diesem122201416101Niveau. Sieben Aufgüsse sind locker zu tätigen und dafür verlangt dieser Tropfen keinen übermäßigen Einsatz an Blattwerk. Somit hat man nicht nur viel von dem jeweiligen Aufguss, sondern auch vom knusprigen Blattwerk selbst.

Fazit2.0

Laufen Duracell-Batterien nicht vielleicht doch mit Dan Cong? Man könnte es fast annehmen, wenn der Gedanke nicht etwas absurd wäre, denn dieser Tropfen ist ein wahrer Dauerbrenner. Hier hat man wirklich etwas für sein Geld in den eigenen Tassen und erfreut sich umso länger an dieser geschmacklichen Pracht. Auch wenn die Optik nicht gerade mit dem selben verträumten Blick ruft, wie es das Aroma vollbringt, tut dies einer uneingeschränkten Empfehlung keinen Abbruch, denn Tee ist im Grunde immer noch ein Genussmittel und keine Kunst zur reinen Betrachtung. Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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