Silbernadel Knospen

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Allgemeines2.0

„Yin“ bedeutet Silber und Zhen „Nadel“, aus diesen beiden Worten, setzt sich die Bezeichnung für diesen grünen Tee, auch genannt „Silbernadel“ zusammen. In diesem Fall bezieht sich jedoch seine Bezeichnung, nur auf die Art der Pflückung, da hier nur die Knospen mit dem ersten Blattansatz genutzt werden. Denn im Grunde findet die Bezeichnung „Yinzhen“ meist eher im Zusammenhang mit einem berühmten Weißen Tee, Verwendung. Dieser Tee entstammt ebenfalls dem edlen Teesortiment von Ye Gongjiao, aus dem wundervollen Gebiet rund um den Tausend Insel See. Schon bei der ersten „Jadequell“ Review konntet ihr einen ersten Eindruck, mit dem Frühlingstau, über sein Sortiment gewinnen.
12620141921Auch bei diesem Tropfen handelt es sich um eine regionale Spezialität. Das interessante an diesem Blattwerk ist, dass sein Rohmaterial das Selbe ist, wie jenes, woraus am Ende der Drachenbrunnen Tee „Longjing“ gewonnen wird. Hier unterscheidet einzig und alleine, der Vorgang des Röstens, über den späteren Verlauf der Nuancen und diese sind sichtlich zu schmecken, doch mehr dazu erfahrt ihr, bei den kommenden Reviews, wenn es heißt „Drachenbrunnen Tee“. Doch heute dreht sich alles um die Silbernadel und seine Entfaltung. Um welche Nuancen es sich da handelt bzw. ob und wem dieser Tee sehr ähnelt, das erfahrt ihr genau hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Nicht nur optisch, sondern auch aromatisch, erinnert dieses Werk sehr an Rosmarin bzw. Tannen-Nadeln. Diese Bezeichnung mag nicht nur einigen unter euch bekannt erscheinen, sondern läutete auch in meinem Geiste ein paar Glocken. Denn dieser edle feine Tropfen, erinnert sehr an einen Huangshan Maofeng, der erst vor kurzer Zeit, bei ZeroZen verkostet wurde. Somit wäre auch geklärt, wem dieser Tee zu ähneln scheint. Dennoch gibt es leichte Abweichungen, sowohl in der Art der Entfaltung, als auch in der Stärke der Nuancen. Ein Grund der Ähnlichkeiten ist mitunter ein ähnlicher126201419526Herstellungsprozess. In diesem Werk aus Nadeln erkennt man ganz genau, dass Natur hier zu Hause ist. Denn sein Duft verströmt eine solche Frische, die einem jene saftigen grünen Gefilde direkt in die eigenen vier Wände zu holen scheint. Ungemein frisch grasig und mit einer leichten Zitrus-Honig-Note entfaltet sich jenes Bouquet und weitet sich in den eignen Sinneswindungen gekonnt aus. Feinste Wiesenkräuter, mit einer leichten Würze durchstreifen hierbei, dass imaginäre geistige Kino.

Kommt etwas Dampf hinzu, aus der Nase oder vorgewärmter Kanne, dann entwickelt jenes Geflecht einen gewissen brotigen Flair mit einem Hauch aus fruchtiger säuerlicher Süße und leicht geräucherten Anleihen, auch wenn am Ende, dieser Tropfen diesen Schritt nicht durchlebt hat.

FeuchtesBlatt2.0

Hier würzt die Würze kräftig nach und lässt die dampfenden Wogen in einem Nebel aus pfeffriger Adstringens, mit einem saftigen Hauch eines leichten Gemüsegerichts an einem vorbeiziehen, wieder und immer wieder. Dies erinnert sehr an ein genüssliches Zusammenspiel aus einer feinen Pfeffer-Soße, als Basis-Element, in dem sich geschmackvolle Champignons, Brokkoli, Zucchini und süßliche Karotten einfinden. Ein leichter Hauch von Mango mit einer minimalen Essenz von Litschi, ergreift ebenfalls das Ruder und platziert sich gekonnt, auf diesem Pfad der Düfte, genauso wie ein gewisser Anteil von Nashibirne, wenn auch eher mehr an Schalenanteil, als an Fruchtigem.
1262014192026Hier erkennt man schon den gewaltigen Unterschied, zum Maofeng. Auch wenn sehr vieles gleich kommt, sind es vor allem die gemüsigen Akzente, die hier den Unterschied machen und der blumige Orchideen / Magnolien Flair hingegen der fehlt, aber sehr typisch für den Maofeng ist. Auch optisch machen sich die Unterschiede bemerkbar, wo beim Maofeng sehr viel offenes Blatt zu erkennen ist, bleiben die Nadeln im Fall der Silbernadeln fast gänzlich geschlossen.

1stZubereitung: 70° / 6g auf 200ml / auf 1 Minute

Diese strahlend hellgelben Tassen, ergeben sich im ersten Moment, des ersten Schlucks in einem leicht herben Anflug der Geschmackswelten, welche aber sehr schnell in einem süßen Abgang übergehen. Eine leicht säuerlich, metallische, fast alkalische Struktur breitet sich genüsslich auf der Zunge bzw. dem Gaumen aus, die begleitend zu diesem herben ersten Anflug in einer Art gleichzeitiger Koexistenz stehen. Diese Herbe zeigt sich vor allem in einem Zusammenspiel aus Weintraubenkernen und ergibt sich später dem süßen der Traube, mit verstärktem Anteil der Haut, im Nachklang. Hier mischt sich alles gekonnt zusammen, was man in den beiden ersten Teilen schon im Ansatz erkennen126201419940konnte. Somit breitet sich ein fein grasiger, frischer Wiesenblumen-Flair delikat natürlich auf dem Gaumen aus und entledigt sich einer Ernte an Gemüsesorten, die sich genüsslich in Form von Zuckerschoten, Brokkoli, Zucchini, dezenten Süßkartoffeln und Champignons auf den eigenen geschmacklichen Sinnen bereit machen, diese für sich einzunehmen. Auch hier kommt der Rosmarin/Tannen-Flair, den dieser Tropfen und ein Maofeng gemein haben, nicht zu kurz und eröffnet weiters den Nuancen von einem minimalen Brotflair und einem Hauch von einem Hauch von Brie, die letzten Abschnitte dieser genüsslichen Runde.

2ndZubereitung: 70° / 6g auf 200ml / 1 Minute (40 Sek.)

Hier ist wichtig die Balance von Blatt zu Wasser zur Ziehzeit genau im Auge zu behalten. Denn mein Gefühl riet mir, diesen Tropfen schon ab 40 Sekunden langsam abzugießen. Durch diesen Umstand, entwickelte sich ein weitaus cremigerer Flair in diesem köstlichen Tropfen, der ungemein weich und vor allem nun fast ohne herben Anteil seine Aufwartung machte. Eine minimale Herbe schwimmt hierbei nur noch im Echo, weit im Hintergrund mit und vor allem nur im Zusammenhang mit einer fein würzigen Mischung. Dieser Nachhall1262014191442hat in diesem Fall eine nussige Struktur, die weiters die bekannten Ansätze von Weintraubenkernen verbreitet. Im Grunde wurde hier vieles schon etwas leichter in seiner Beschaffenheit, dennoch erkennt man fast alle Ansätze aus dem Vor-Akt wieder, auch den gewissen Tannen/Rosmarin-Flair. Das Gute an diesem Tropfen ist vor allem die Möglichkeit ihn ohne jegliche Einbuße auch abgekühlt zu genießen.

WeitereZubereitung: 70° / 6g auf 200ml / 1 Minute

Seltsamer Weise lässt dieser dritte Auftakt wieder mehr und vor allem stärker seine Nuancen-Muskeln spielen. Hier legt sich eine erneut soßige metallisch säuerliche Schicht auf dem Gaumen ab, die in ihrem Sein an eine leicht blasse Gemüsesoße mit einem Hauch von Pfeffer erinnert. Vor allem bleibt hier weiter126201419176markant der Tannen/Rosmarin Touch erhalten, mit einem Hauch von Pilz unter dem feucht grünen Dickicht. Im Grunde würde ich mit diesem Aufguss langsam den Feierabend einläuten, aber spätestens mit dem darauffolgenden.

Fazit2.0

Eine schwierige Angelegenheit. Zwar ist dieser Tropfen, im Grunde dennoch getrennt von einem Huangshan Maofeng „Federspitze“ zu betrachten, aber man kommt nicht hinweg seine Vergleiche zu ziehen. Denn die parallelen sind ungemein stark vorhanden. Nimmt man auf der einen Seite den Gemüsefaktor weg und auf der anderen Seite den blumigen Aspekt, dann hat man im Grunde fast den selben Tee, auch im Sinne der Qualität. Wie gesagt „fast“. Doch genau diese beiden kleinen, aber markanten Aspekte machen den Unterschied aus. Hier stellt sich nicht die Frage „Was ist besser?“ sondern vielmehr „Was liegt mir persönlich mehr?“. In meinem Fall ist es auf jeden Fall der Maofeng, da mir seine Nuancen mehr an Fülle gegeben haben, als es hier für mich der Fall war. Dennoch, so schätze ich die Lage ein, wird sich hier das Feld der Fraktionen spalten. Wer es eher gemüsig grün mag, der ist hier auf jeden Fall genau richtig. Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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