Obubu Kabusecha

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Allgemeines2.0

Obubu sind sozusagen die Kücken der Teeindustrie in Japan und die Hippies jener Zunft zugleich. Hier ist alles sehr urig und vor allem anders. Zwar mag es seltsam erklingen, diese Herren und Damen, als Kücken zu bezeichnen, da sie immerhin schon auf ein Bestehen von knapp 20 Jahren zurückblicken können, dennoch ist dies in Anbetracht traditioneller Betriebe, eine recht kurze Zeitspanne. Die Gegend in der Obubu ihr kreatives und ambitioniertes Schaffen stetig vorantreiben, ist weit davon entfernt, als „Jung“ bezeichnet zu werden. Diese Felder in der Gegend um Kyoto, genauer gesagt in Wazuka, werden schon seit der Kamakura Periode (1192-1333) für den Teeanbau bewirtschaftet. Bevor überhaupt die Idee hinter Obubu entstand, war der eigentliche Farmer dieser Felder Herr Matsumoto Hiro. Hier kommt Akihiro „Akky“ Kita ins Spiel, welcher Präsident, Gründer und Farmeroberhaupt von Obubu ist. Doch wie kam dies alles zusammen?

Akky und Hiro, waren schon lange Freunde, während Akky, studierte, kontaktierte ihn Hiro-san und fragte ihn ob er ihn nicht besuchen möchte. Dieser war vor Ort so überwältigt von dem Geschmack des Tees, dass kurz darauf Nägel mit Köpfen gemacht wurden. Akky brach die Uni ab, um sich somit voll24201418303und ganz dem Tee-Farmer-Dasein zu widmen. Bevor sich Matsumoto Hiro aus dem Geschäft weitestgehend zurück zog, holte er seinen Bruder Yasuharu „Matsu“ Matsumoto ins Boot, den er dann zum Vizepräsidenten machte. Somit war Obubu geboren.

Doch in dieser Zeit ergaben sich immer mehr neue Ideen und Zusammenarbeiten. So wurde bei einer Reise von Matsu, ein Kontakt mit Ian Chun geknüpft, der kurze Zeit später Yunomi.us gründete. Obubu wurde kurzerhand mit auf das Boot geholt und ist seitdem, mit seinen Sorten auf deren Plattform und der eigens erstellten von Obubu anzutreffen. Mit ihrem Ehrgeiz, der Leidenschaft und ihrer ganz eigenen Art und Weise, erreichten Obubu immer mehr Aufmerksamkeit und waren fortan immer häufiger in Zeitungsartikeln und im Fernsehen vertreten. Mit der Zeit kam die Idee auf, Menschen aus der ganzen Welt, den Weg des Tees näher zu bringen, vom pflanzen bis hin zum Ernten. Somit war das Internship von Obubu ins Leben gerufen. Hier kann jeder Teil nehmen, wobei man im Monat ca. mit einem Betrag von 400-500€ rechnen muss.

Ob man bei diesem halbschattigen Kabusecha, mit etwas Gutem rechen darf oder man eher am Ende mit ihm abrechnet, das erfahrt ihr genau hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Hier erkennt man fabelhaft viele dick gerollte und dünne, dunkle, blaugrüne Nadeln, mit einigen dunkelgrünen satten Farbnuancen und hell-grünlichen Facetten, wie kleine dezent gesetzte Akzente. Bröseliges Werk erhascht man hier nicht, was sich auch ungemein vorteilhaft im abgießen dieses Tropfens macht.

Aromatisch bewegt sich dieser Japaner in sehr gemüsigem Gebiet, hier ergreift die Nase sofort beim öffnen der Packung eine wahre Kraft einer Woge an Spinat242014182812und Spargel-lastigen Gerüchen, die ungemein natürlich, frisch saftig daher kommen. Hier fügt sich auch ein gewisser Brot-Flair hinzu. Neben diesem erweist sich dieses Blatt, als sehr Nagetier kompetent, da sein Flair wie jenes Heu mit Kräutern sein Bouquet entfaltet.

FeuchtesBlatt2.0

In diesem Zustand des Dampfes schimmern die bläulichen Akzente nun noch mehr, als im Akt davor. Hier offenbart sich schon so viel, dass es nur so an Stichworten hagelt „Sehr grün, saftig, deftig, ungemein intensiv gemüsig,…“. Es nimmt kaum ein Ende. Geht man noch genauer ins Detail, dann erkennt man242014183944erneut, aber nun dampfend, Spargel und Spinat. Doch bleibt es dabei nicht alleine, denn kaum weniger intensiv breiten sich Nuancen von Zucchini und Pak Choi aus. Alles scheint dabei herzhaft in einer Mischung aus Butter, Pfeffer und Salz geschwenkt worden zu sein, während eine Adstringens dampfend in der Luft liegt.

1stVariante I
Zubereitung: 85° / 10g auf 250ml / auf 20 Sekunden

Für dieses halbschattige Blatt, werden zwei Varianten empfohlen, eine kurze heiße und eine längere weniger temperierte Variante. In dieser heißen Phase dieser trüben, hell-gelblich, grünlich schimmernden Tassen, erkennt der Gaumen schon mit dem ersten Schluck, welche Musik hier gespielt wird und zwar die von in Butter geschwenkter Maiskolben. Doch so simpel lässt man uns nicht vom Haken, denn neben diesem Flair wird es auch leicht nussig, in Form von Erdnüssen mit ein paar saftig frischen Scheiben Schwarzbrot, welches zwar mit Sahnestreichkäse bestrichen ist, aber gänzlich ohne Worcestershire auskommt. Neben dampfendem Pak Choi, Spargel und süßem Kürbis, erkennt man auch einen minimalen Gehalt von Tomaten, nur ohne den säuerlichen Anteil. Transferiert man diese ganzen Eigenschaften zu einem Geschmackserlebnis zusammen, dann könnte man leicht die Assoziationen zu einem grünem Pesto heranziehen.
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Variante II
Zubereitung: 55° / 10g auf 250ml / auf 2 Minuten

Hier wird es wesentlich kühler, dafür aber auch zum ersten Mal richtig metallisch säuerlich, mit einem guten Schuss an Süße und dies alles zugleich. Ein wenig erinnert dieser gesamte Aufzug an einen markant in seiner Entfaltung platzierten Sauerteig-Brot-Flair, der ein wenig ein Echo von Keksen in sich trägt. Zwar ist hier der Gemüse-Faktor etwas bescheidener, als noch im Aufguss davor, aber dennoch lassen sich die Akteure nicht Lumpen und zeigen stolz ihre Häupter in Form von Kürbis, Süßkartoffeln, leichtem Blattspinat bzw. Pesto-Flair, ein wenig Lauch, dampfende Spargel, Edamame und erneut einem Hauch von Mais, wenn auch nicht so intensiv. Auch die cremige Konsistenz, ist weitaus zurückhaltender. Die gesamte Aufmachung hat eine gewisse geschmackliche Ähnlichkeit mit, in Wasser aufgeweichte Soletti-Salzstangen.

2ndZubereitung: 80° / 10g auf 250ml / Sofort

Hier wird es weitaus trüber und erstmals zart herb. Immer noch bleibt ein gewisser cremiger Hang erhalten, während sich erstmals in der Mittelstufe dieser Nuancenvielfalt, ein Aroma breit macht, dass man in dieser Gattung kaum erwartet hätte. Zwar geschieht dies nur minimalst, aber dennoch erhascht man242014183724einen feinen Flair von etwas leicht blumig-brotigem, was ein wenig an gewisse taiwanische grüne Oolong-Sorten erinnert. Eine gewisse leichte Adstringens schwimmt dabei mit und darin vor allem Edamame, Spargel und Pak Choi.

WeitereZubereitung: 80° / 10g auf 250ml / Sofort

Weitere Aufgüsse sind möglich und maximal auf einen 5ten aufstufbar. Es verleibt zwar in gleicher Montur, aber wird nach und nach milder in seinen Entfaltungen der Nuancen.

Fazit2.0

Sehr heftig! Ich kann schon behaupten, sehr viele japanische Sorten verkostet zu haben, aber dieser hier ist das Stärkste, was mir je untergekommen ist. Besonders für wach zu bleibende Geister, ist dies ein wahrer Wundertrunk. Für mich hingegen eher ein Killer meiner Nerven. Dies ist aber eine persönliche Auswirkung. Dennoch sollte jeder, der eher schwache Nerven hat, diesen nicht unbedingt zu sich nehmen, da seine anregende Stärke, wahrlich umwerfend ist. Dennoch muss ich mich, als großer Obubu-fan outen, da ich das Konzept hinter diesen lässigen Herrschaften sehr sympathisch finde und die Sorte einzigartig in ihrer Art sind. Denn egal wie viele Sorten ich aus Japan schon verkostet habe, etwas gemein, haben die meisten, aber die Sorten von Obubu heben sich meiner Meinung nach, extrem vom allgemeinem Angebot ab. Dennoch, für mich wäre diese Sorte keine erneute Wahl, doch diesem Faktor unterliegt kein Kriterium des Geschmacks, sondern einzig der Verträglichkeit. Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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