Sencha Osawa

Osawabanner
Allgemeines2.0

Es ist schon eine Weile her, seit dem ZeroZen das letzte Mal einen Tee von Cha no Ma verkostet hat. Doch nach langer Zeit, kam nun ein frischer und vor allem neuer Sprössling in das aktuelle Sortiment und somit auch in diese virtuellen Teehallen, um einer genauen Inspizierung zu unterliegen. Genauer nahm ich auch die Fakten im World Wide Web unter die Lupe, doch hier hüllt man sich fast gänzlich in Schweigen. Einzig bekannt ist nur der Name des Teemeisters hinter diesem grünen Tropfen, Herr Yoichi Hiraoka. Und zu mindestens hier läuteten bei mir sofort die Glocken, denn jener Herr ist nicht nur unter anderem für den „Best Friend“ verantwortlich, sondern war auch damals zu Gast, als ich von dem Teeseminar in Wien 2013 berichtet habe. Auf jeden Fall setzt jener Name, eine gewisse Erwartung recht hoch an und ob diese auch erfüllt wird, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Das man hier einem „first flush“ unterliegt, merkt man recht zügig, da dieses Blatt eine unglaublich saftige Frische zu Tage trägt. Man erkennt auch weiters, dass die Grundstruktur im Bouquet und später im Klang der Nuancen auf dem Gaumen, sehr in eine Gemüse-Richtung tendieren. Dennoch schwingt in diesem kräftigen Aroma auch ein süßes Gefüge mit. Die Optik ist teils angeregt, teils in einem seitlichen Kopfnicken gefangen, welches eine symbolische2112014173832Ausdrucksweise, eines „Aha…Ok!“ ausdrücken soll. Denn neben einigen wirklich langen Nadeln, sind es vor allem gebrochene Stücke und viel Feinwerk die dieses Konstrukt bestimmen und im späteren Verlauf recht matschig aussehen lassen. Daher liegt die Annahme nahe, dass dies ein sehr tiefenbedampftes Blattwerk zu sein scheint.

FeuchtesBlatt2.0

Wie schon erwähnt, wird es hier eindeutig matschiger in seiner Natur, wenn auch einzelne Nadeln wie Schiffsmasten empor ragen. Wie es schon zu erahnen war, entwickelt dieses dampfende Blatt ein sehr Gemüse-lastiges Aroma, welches sehr ausgewogen und elegant veredelt wurde. Besonders Brokkoli und Zuckerschoten, bzw. Edamame sind hier die tragenden grünen Akteure. Dank2112014174252dieser Ansätze schmiegt sich auch eine feine Adstringens zwischen jene Nuancen. Doch diese saftige Stärke wandelt nicht allein, denn welcher Duft fast noch markanter in diesem Akt zu sein scheint, ist jener eines sehr Milch-brotigen Flairs.

1stZubereitung: 70° / 3g auf 200ml / auf 1:30 Minuten

Minimalst trüb und in einem gelblich grünem Dampf, setzen diese Tassen ihre ersten Schwaden an Aromen frei. Dieser Tropfen ergibt sich genau in jenen Zügen, wie man es schon im Vorfeld erahnen konnte: Sehr ausgewogen, satt und voller Geschmack. Das Milchbrot wandelt sich hier in ein Walnussbrot, welches einen leichten Hauch von Butter mit sich zieht, aber nur rein geschmacklich. An Gemüse mangelt es hier in keinem Moment, somit jagt eine Assoziation die nächste. Sicherlich konnte man es schon erahnen, entfalten sich auch hier die Nuancen von Edamame bzw. Zuckerschoten und Brokkoli. Doch damit ist es2112014174556noch lange nicht getan, somit unterliegt man ebenfalls einem feinen Flair von einem Blattsalat, einem Hauch von Bohnen, Pak Choi und ebenfalls in leichter Manier, grob pürierter Blattspinat. Erlischt im Abklang der Gemüsefaktor, unterliegt der Gaumen noch für eine ganze Weile einem angenehm süßem2112014174913Gefüge von Kirschblüten. Diese umwickeln gekonnt ein Bündeln Zuckerschoten und Fisolen, wenn dieser Tropfen etwas abgekühlt ist und bestimmen in diesem Stadium am Meisten das Geschehen.

2ndZubereitung: 70° / 3g auf 200ml / Sofort

Hier wird es nicht nur weitaus trüber, sondern auch grüner im Gehalt dieses Tropfens. Und um gleich im Feld der Intensität zu verweilen, wirkt sich diese auch auf die gesamten Nuancen aus. Jene zeigen sich fast in gleicher Manier, wie im Akt zuvor, aber um einiges kräftiger, aber immer noch perfekt elegant in deren Ausführung. Doch ganz beim Alten bleibt es nicht, denn neben den Fisolen und den Zuckerschoten tendiert dieser Akt mehr zum nussig Süßen, als zu dem2112014175243dominierenden Gemüse-Gehalt aus dem ersten Akt. Dieser nussige Flair entwickelt ab diesem Stadium ein eher cremig süßes Gefüge, wie jenes feinster Haselnuss-Creme. Auch das Brot ist nicht gleich Brot, denn dieses trägt ein recht eindeutiges Keks-lastiges Flair in sich. Somit liegt es nahe, dass auch in diesem Akt das letzte Wort in süßen Tönen gesprochen wird.

WeitereZubereitung: 70° / 3g auf 200ml / Sofort

In jenem Fall hielt ich mich ca. laut Berechnung. Da bei 450ml 5g vorgesehen sind, entschied ich mich bei 200ml für 3g. Dies war fast zu wenig. Denn obwohl dieser Tropfen auch so, sehr schmackhaft war, steckt noch viel mehr in ihm, zwar keine anderen Nuancen, denn die Entfaltung bleibt die selbe, aber in der Ausdauer. Denn im Grunde ist geschmacklich hier schon Feierabend, außer man2112014175412dosiert höher, dann kann man diesen Tropfen ohne weiteres bis an die fünfmal aufgießen und vielleicht sogar ein sehr mildes sechste Mal. Diese weiteren Aufgüsse behalten am meisten den süßen Gehalt bei, als wäre der Sencha leicht gesüßt worden.

Fazit2.0

Nachdem im letzten Jahr der Schwerpunkt verstärkt im japanischen Sektor lag, geht ZeroZen dieses Jahr vielmehr in Richtung China und Taiwan. Dennoch ist es immer wieder wunderbar, wenn man nach all der Zeit wieder einen so frischen Sencha und vor allem einen solch schmackhaften genießen kann. Somit sind wir auch schon bei der Aufschlüsselung angelangt.

Aromatisch gesehen ist dieses Blatt, sowohl im trockenen, als auch im feuchten Sein ein wahres Dufterlebnis. Vor allem seine kräftig saftigen Aromen ziehen sich wie ein kleines Fest der Sinne, durch die eigenen Windungen. Es gibt eben so Fälle und hier war es einer, bei dem man schon im Vorfeld weiß, dass etwas wahrlich Gutes auf einen zu kommt.

Optisch ist es eine 50/50 Situation. Denn dank seines Herstellungsverfahrens kann man sich im feuchten Akt keine Traum-Optik erwarten, da diesem Werk sehr viel Feines unterliegt. Dennoch kommt es in der Optik nicht nur auf die bildlichen Aspekte an, sondern auch auf die qualitativen. Hier erkennt man förmlich wie der saftige Gehalt aus diesem Werk tritt und eine Frische sich in jenen Nadeln und kleinen Ansätzen zeigt.

Geschmacklich gibt es kaum Einwände, denn hier bestätigt sich erneut ein gelungenes Vorhandensein von Qualität und vor allem Können in der Veredelung. Dieser Tropfen ist mir nun schon genauso lieb, wie ich auch große Sympathie für den „Best Friend“ hege. Die Nuancen sind elegant ausgewählt und jede Karte ist wahrlich gut gespielt. Wem eine gelungene Mischung aus Nuss meets Gemüse alla Brokkoli, Fisolen, Zuckerschoten, Pak Choi, Bohnen, Blattsalat und Blattspinat, mit einem süßen Kirschblüten-Ausgang zusagt, der hat mit diesem Tropfen wahrlich seine Freude.

Qualität wird hier recht hoch geschrieben. Hier ist nichts fade oder trocken. Man spürt in jedem Abschnitt die Frische und den saftigen Gehalt. Dennoch sind die ersten beiden Aufgüsse die interessantesten, selbst wenn man allgemein höher dosiert.

Mit knapp 30€ hat man zwar kein Schnäppchen ergattert, aber eine Garantie an Qualität. Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen. 

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