Federspitze – Huangshan Maofeng

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Allgemeines2.0

Vor nicht allzu langer Zeit erwies ein wahrlich guter Huangshan Maofeng, dem virtuellen Teehaus von ZeroZen die Ehre. Damals schilderte ich auch die Geschichte und Legende hinter diesem feinen Blatt, welches zu den Top Sorten der chinesischen Tee-Kultur zählt. Dieser Federspitze entspringt aus der geübten Handführung von Shao Wu. Die Familie seiner Frau ist schon seit mehreren Generationen im Teeanbau tätig. Doch Shao Wu entschließ sich nicht sofort Teefarmer zu werden, sondern war zu Anfangs, als Lehrer tätig. Doch seine Liebe und Begeisterung zum Tee, lies ein Hobby zum Beruf werden. Hierbei wollte er nichts dem Zufall überlassen und legte von Anfang an, höchsten Perfektionismus an den Tag. Es musste einfach alles stimmen. Somit war es auch kein leichtes Unterfangen, den perfekten Teegarten für diesen Maofeng zu finden. Selbst, als dieser gefunden ward, mussten erst die Behörden überzeugt werden, bis der Teegarten bewirtschaftet werden durfte. Hierbei unterstützt ihn nicht nur die Familie, sondern auch Teemeister, die er regelmäßig in andere Teeanbauregionen zu Ausbildungszwecken entsendet.
219201412650Sein Teegarten liegt, wie schon die Namensgebung verlautet, im Huangshan Gebirge, wo Shao Wu neben diesem Maofeng auch zwei Keemun Sorten und den berühmten Taiping Houkui anbaut. Hierbei wird der Bereich der einen Keemun Sorte „Goldknospe“ und der des Maofeng durch die Quelle eines Wasserfalls bewässert. Großes Engagement wird meist belohnt und ob dies auch hier der Fall sein wird, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Alleine dieses saftig kräftige meist gerollte, teils ganze Blattwerk ist schon in diesem trockenen Sein ein gewisser Augenschmaus. Hier erkennt das geübte Auge, dass an jenem Blatt wissende und vor allem gekonnt ambitionierte Hände am werkeln waren. Diese Mischung aus saftig dunklem Grün und intensiv hellgrünen Akzenten hat schon etwas für sich und lässt man das Auge oder die Linse näher wandern, dann erspäht man hier die feinen hellen Härchen auf jenem Werk. Aromatisch ist hier schon eine kleine aromatische Sensation am sich Anbahnen, denn dieser Maofeng erschließt sich wieder gänzlich anders, als jene die ich davor verkostet habe.
219201412840Bisher gab es eine leichte Note von Schokolade, dann eher ein sehr blumiger mit Honig versetzter Moafeng und nun spricht der gebratene Speck bzw. knuspriges Eisbein (Stelze) aus jenen Blätter und legt sich saftig kross in jede Windung der eigenen Sinne. Doch damit ist noch lange kein trockener Feierabend eingeläutet, denn neben diesen, den Hunger vorantreibenden Nuancen, sind es vor allem starke Gemüse-Akzente, die jene grünen Gefilde bestimmen.
2192014121210Hier zeichnen sich gekonnt Geschmackswelten von saftig frisch grünen Erbsen ab, während Linsen mit dem Hauch von Speck eine gekonnte Symbiose eingehen, spinnt man dieses Gericht noch etwas weiter, könnte der ein oder andere einen Hauch von Semmelknödel(-Klöße) erhaschen. Das hier eine gewisse Adstringens sein Unwesen treibt, versteht sich fast von selbst.

FeuchtesBlatt2.0

Der Speck wird hier etwas dezenter und legt sich wie feinster milder Dampf zwischen die jeweiligen Schichten an Gemüse. Dieses verbleibt einerseits bei den Erbsen, setzt aber mit Zucchini und vor allem gegrillten Maiskolben ganz neue Akzente. Hier kommt erstmals ein Flair zu Tage, der gerade bei echtem, guten Maofeng schon an der Tagesordnung steht: Rosmarin.
2192014122533Meist sind die Blätter hier zu zweit an einem Stängel vertreten, während viele einzelne Blätter in ihrer grünen Pracht, wundervoll zur Betrachtung vor einem bereit liegen. Hier erkennt man erneut optisch die Qualität jenes Blattes, denn kaum ein Blatt ist eingerissen und vor allem ohne jegliche Verunreinigungen.

1stZubereitung: 80° / 10g auf 400ml / auf 1 Minute

Hier mischt sich alles zusammen und konstruiert sich zu einem gewissen Teil neu, was schon in den Schritten zuvor vertreten war. In diesem transparent hellen Gelb mit leichtem Grünstich ergeben sich sehr gemüsige Anleihen mit einem gewissen Hang zu gebratenem Speck. Der Gemüse-Flair ist hier nicht nur der Startschuss, sondern hängt vor allem am Ziel noch lange am eigenen Gaumen fest. Doch auf dem Weg vom Start zur ersten Ziel-Etappe entwickeln sich gekonnt Nuancen von Spargel, gegrillten Maiskolben, süßen Baby-Karotten und vor allem gelber und roter Paprika bilden hier nicht nur die letzten Schritte bis zu jenem Zwischenstopp, sondern auch den angenehm delikaten Nachklang in jener Runde. Dieser Maofeng entwickelt seinen ganz eigenen Flair und ergibt sich in teils recht ungewohnten Akzenten, die dieses Blatt aber so besonders erstrahlen lassen.
2192014121433Kühlt dieses Szenario etwas ab, entwickelt sich der Geschmack zusätzlich in ein minimalst leicht säuerliches Dressing, das sich gekonnt über einem Sojasprossen-Salat ergießt. Neben dieser Beilage auf der einen Seite, ergeben sich auf der anderen Backofenkartoffeln, die aber mehr im Anteil der Schale, mit nur wenig Kartoffel-Mark präsent sind. Hier erkennt man im Nachhall erneut den typischen Rosmarin-Flair eines Maofengs.

2ndZubereitung: 80° / 10g auf 400ml / auf 1 Minute

Nicht nur farblich, als auch im Faktor des Gemüses, wird es intensiver in dieser Runde. Der Speck-Flair ist hier nur noch sehr dezent vertreten und schmiegt sich dabei wie feinster Film zwischen die jeweiligen Schichten, aber nur soweit, dass219201412182man ihn gerade noch erkennt. Doch, als ein weitaus stärkeres Bindemittel fungiert hier eine Kombo aus Tannennadeln und Rosmarin, die das gesamte Geschehen zusammenhält. Dabei entwickelt dieser Tropfen eine leicht2192014122021metallische Struktur auf dem Gaumen, mit einem leicht pfeffrig würzigem Flair. Der Nachklang ist hier ein gekonnt gemixtes Gemisch, aus allen genannten Gemüse-Nuancen.

WeitereZubereitung: 80° / 10g auf 400ml / auf 2 Minuten

Hier kommt noch viel stärker das eigentliche Blattwerk geschmacklich durch, vor allem der sehr intensive Rosmarin-Touch mit seinen würzig pfeffrigen Begleitern, zeigt sich hier tragend in diesen finalen Runden. Kühlt dieser feine Tropfen ab,2192014122313erhält er erstmals einen sehr reifen Nashibirnen Geschmack, vor allem im Anteil der Schale, mit nur wenig an Fruchtfleisch. Diesen Tropfen kann man bei rechter Dosierung noch gut und gerne an die 4-5mal insgesamt aufgießen, da jenes Werk sehr ergiebig ist.

Fazit2.0

Dieser Tropfen ist ganz klar, derzeit mein Favorit aus dem bisher verkosteten Sortiment von Jadequell. Seine gekonnt, elegante Entfaltung ist einfach ein Traum und traf dabei jede Geschmacksknospe, die man hätte ansprechen hätte können. Dieses Blatt ist wahrlich wandlungsfähig und ergiebig. Da mir selbst nur zwei Schlagwörter stetig, bei jedem Schluck durch den Kopf schießen, nämlich „ein Traum“ und „Großartig“, ist es kein Wunder, dass jenes Blatt eine goldene Empfehlung von mir bekommt.

Aromatisch gesehen wandelt sich jenes Werk von trocken auf feucht genauso gekonnt, wie im späteren Fall der Aufgüsse. Besonders der Flair von gebratenem Speck ist solch ein interessanter Aspekt, der sich später in ein sehr gemüsiges Feld entwickelt, mit dem bekannten Touch von Rosmarin, plus feinem Pfeffer.

Optisch ist es hier eine Win/Win Situation, denn sowohl trocken, als auch feucht ist es einfach ein Augenschmaus. Farblich erkennt man schon, welch eine Frische und Saftigkeit in diesen intensiv grünen Blättern steckt. Später im Dampfe, wenn sich jene öffnen, erkennt man erst, welche sorgsame Auswahl hier getroffen wurde. Kaum ein Blatt ist beschädigt und besitzen vor allem keine Unreinheiten oder Befall von Insekten.

Geschmacklich ist es hier wie mit einem Überraschungsei, jeder Schritt, jede Runde in diesem Fall bietet etwas Neues. Fast man alle Schritte in Reih und Glied zusammen, ergeben sich die Nuancen wie folgt: Gebratener Speck, Spargel, gegrillte Maiskolben, süße Babykarotten, gelber und roter Paprika, Sojasprossen-Salat, Backofenkartoffel, Rosmarin, pfeffrig säuerlicher Flair und Nashibirnen.

Qualität ist Top, wie soll man es sonst anders beschreiben. Von jenem Werk hat man wahrlich viel und somit sitzt jede Nuance, wo sie zu sitzen hat, dabei wird jeder Moment in sich zu etwas Besonderem. Obwohl auf der Packung etwas weniger angegeben ist, kann man gut und gerne noch zwei Aufgüsse auf den Messwert anknüpfen. Was will man mehr. Oft versprechen Teesorten mehr, als sie am Ende halten können, dieser dafür weniger, aber hält umso länger.

Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

 theupshot

„This high quality Maofeng is a real aromatic bomb. Every step is a change and a surprise in it self. As it changes in its taste it also changes when it comes to smell the leaves dry and wet. First you will notice a strong grilled bacon smell with a tasteful flair of fresh green vegetables like cooked peas and lentils. Afterwards in its wet consistency the scent of it becomes more vegetable like courgette, again peas and grilled corncobs. Here you will notice something „maofeng-typical“ a spicy scent of rosemary. When it finally comes to the point to taste these lightly transparent yellow cups you will notice some nuances from the steps before but also some fresh new ones. I will order them in a row like they develop from the first infusion until the last. First you will notice a hint of beacon again, then asparagus, grilled corncobs, baby-carrots, yellow and red paprika, soybean sprouts, backed potatoes, rosemary with a lightly hint of pepper and finally apple pear but more percentage in the shell with just a little bit of fruit pulp. This Huangshan Maofeng from Jadequell is a tasteful piece of wonder and so far my favorite one from that store. That’s why (and with no hesitation) this green one gladly received a golden review rating.“

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