Song Zhong Dan Cong

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Allgemeines2.0

Schon mit dem ersten Dan Cong, damals dem Orchideen Dan Cong, erzählte ich von einer Sage, wo der Song Kaiser Zhao Bian mit seinem Gefolge fliehen musste. Im Zuge dessen, als alle Rast suchten, überreichte einer seiner Mannen ihm einige Blätter eines Teebaumes in einer Schale mit Wasser. Von diesen gestärkt, gewann er am Ende gegen seine Feinde. Ob Wahrheit oder Fiktion sei nun am Rande platziert, dennoch bezieht sich genau jener Song Zhong Dan Cong direkt auf diese Geschichte und soll das erste Mal in jener Epoche der Song Dynastie in Verwendung gekommen sein. 1976 besuchte der damalige 37ste Präsident der USA, Richard Nixon, China und bei seinem Empfang wurde ihm genau jene Sorte Tee serviert. Er soll sehr angetan von dem erfrischenden Gefühl und dem wunderbaren Geschmack gewesen sein. Last but not least wird diesem Tee noch jener Vorteil zu eigen, dass er Völlegefühl von sehr ölig fettigen Speisen reduziert und dem Körper somit Erleichterung beschert. Nun spricht die Tradition, wurde geschätzt von einem Präsidenten und hilft sogar dem Magen, doch ob dies alles ausreicht, am Ende wahrlich in höchsten Tönen von jenem Dan Cong zu sprechen, das und vieles mehr erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Man kennt dieses Gefühl, dass sich etwas großes anbahnt, dies schon im ersten Moment wo man etwas riecht, sieht, hört, fühlt oder schmeckt. In diesem fein deliziösen Fall ist es das Aroma, welches in Windeseile seine Eroberung nicht nur ankündigt, sondern fast schon im Vorfeld besiegelt hat. Es ist kaum zu Glauben wie viel aus einer Gattung Tee zu gewinnen möglich ist und wie unterschiedlich vor allem diese Entwicklungen sind. In diesem speziellen Fall breitet sich ein aromatischer Traum aus sehr fruchtig süßen Anleihen aus, welche sich ungemein Honig-lastig satt und dick auf jede Ebene der eignen Geruchswindungen ablegen. Sitzend auf einer sommerlichen Blumenwiese, zwischen Grün und Tropen Meer, gedeihen Blumen höchst aromatischer Güte alla Osmanthus, mit einem Hauch feinst platzierter Orchideen und vereinzelten Magnolien.

Dazwischen verstreut sich ein Röst-Bouquet grazil wie feinster Film, dessen Spuren einen Weg direkt gen Strand, Tropen und Palmen ziehen, denn hier kommt der eigentliche Trumpf und Würdenträger dieses Dan Congs zu Tage: Ananas. Je länger die Packung vor einem offen steht, desto mehr scheint sich dieses Aroma zu entfalten und trägt dabei andere fruchtige Ansätze wie Kirschen bzw. Kirsch-Fruchtgummis ans Tageslicht. Doch die Süße steckt hier nicht nur in offensichtlichen Gefilden, sondern auch in weit tiefen, dick und satt behangenen Konturen verankert, denn hier zeigen sich sehr überreife Strukturen 3122014172726von sehr süßen Birnen, Pfirsichen und eingelegten Aprikosen. Dabei bestimmen vor allem getrocknete Feigen und Pflaumen einen wichtigen Nuancenwert in diesem Akt. Unabhängig von der fruchtigen Süße, lässt sich diese auch in Form von etwas leicht brotigem und Keksen ausfindig machen.

Diese gezwirbelt braunen Blätter, erinnern fast an zu Boden gefallene Lianen, auf welche nicht nur ein Bienenstock, sondern gleich unzählig viele gefallen sind, da hier alles im Schein eines zuckersüßen Gesamten überzogen zu sein scheint.

Wenn man dachte, dass das Bouquet schon längst in jenem Stadium alles gegeben hätte, der hatte noch nicht die Bekanntschaft jener knuspriger Lianen und einer vorgewärmten Kanne gemacht, denn dieses Aroma ist nun wahrlich kaum mehr zu fassen und raubt einem hier schon unausweichlich die letzten Sinne. Fast, als wäre man in der Wüste kurz vor der Verdursten Halluzinationen erlegen, ist es schon so, als könne man jene Ananas nicht nur in all ihrer Pracht riechen, sondern auch sehen und spüren. Dies intensiv entfachte Bouquet ergibt sich von da an in all seinen fruchtigen Nuancen, wie oben genannt, nur um ein vielfaches intensiver.

FeuchtesBlatt2.0

Doch dies war erst der Vorbote vom Dampfe kommender Hitzen, denn hier bricht nun der Vulkan der Aromen so richtig aus. Somit folgt ein Feuerwerk der Sinne dem nächsten, startend mit einem sehr intensiv blumig brotig, würzig süßem Gefüge, welches einerseits sehr an reife bzw. erneut getrocknete Früchte, wie Pflaumen, Feigen oder eingelegten Pfirsichen und Aprikosen erinnert, andererseits aber nicht abstreiten kann, das sein Würdenträger schlicht und ergreifend die Ananas ist, welche genüsslich in ihrer Ummantelung von Osmanthus ihr Bad zu nehmen scheint. Hier ist man zwar schon gefasster, als im trockenen Akt zuvor, da man sich nun im klaren ist, mit Gewissheit einem kleinen Traum an Geschmack zu unterliegen, doch lässt diese Zuversicht einer inneren Vorfreude kaum mehr an Ventil übrig sich zurück zu halten, da man diesen Tropfen endlich in all seiner Pracht auf dem Gaumen spüren und schmecken möchte.

Klingt der heiße Dampf etwas ab, breitet sich diese tiefe, alles verschlingende Süße immer weiter aus, in einer Kraft, wie ich es selten erlebt habe. Es ist fast, als brennt sich diese Süße in jede Pore des eigenen Körpers und versucht einem312201417393ihren genüsslichen Stempel auf ewig, wie ein Fragment bzw. einen Code in unserem Körper zu hinterlassen. Auf ewig dem Süßen verfallen, dass jenes Blatt offenbarte.

Optisch verstecken sich die meisten Blätter, zaghaft, an ihren teils sehr langen Stängel in einem olivfarbenen Grundton, mit einem gewissen erkennbaren Grauschleier, der sich wie ein feiner Film über alles zu legen scheint. Um dem ganzen eine gewisse farbliche Abwechslung zu verleihen, erkennt man zwischen alle dem mehrfache rotbraun Akzente. Sind die Blätter nicht verschlossen, entdeckt man sie meinst nur in eher zerrissener Montur.

1stZubereitung: 95° / 4g auf 200ml / auf 30 Sekunden

Hier ist er Zeitpunkt des Abgießens wahrlich entscheidend. Hier kann man sowohl etwas längere, als auch eher kurze Aufgüsse empfehlen. Erwischt man den Rahmen der 30-40 Sekunden wird man vor allem mit einem sehr reichhaltigen Aroma von der glorreichen Ananas belohnt, während ein Aufguss der ca. bei 1 Minute beendet ist weit massiv süßer wird und mit einem leicht herben Hang versehen ist. Doch dafür kommt in dieser Variante auch der Flair von Osmanthus noch mehr zum Vorschein.

Doch nun ist es soweit, Gaumen und alle Geschmacksnerven vibrieren förmlich in Anbetracht der nun folgenden Verkostung. Dachte man vorher einem aromatischen Vulkanausbruch beizuwohnen, entsteht nun bei diesem Auftakt eine komplett neue Welt, dabei erkennt/schmeckt man die Ananas in jedem Moment. Ich war eigentlich nie ein großer Fan von diesem Obst, aber in dieser3122014173251Ausführung, mit Honig versetzt und einem blumig brotigen Flair versehen, ist es geschmackliche Liebe auf den ersten Gaumenkontakt. Wahrlich massiv sind auch die eingelegten Pflaumen und Feigen in ihrer reif süßen Präsenz. Dieser Tropfen hält nicht nur was er verspricht, sondern legt noch eine Messlatte oben drauf.

Kühlt alles ein wenig ab, wird der Gesamtcharakter noch fruchtig-honiglastiger vor allem in den Ananas-Tönen. Farblich erinnert dieser Tropfen an einen3122014173022verdünnten Eistee Zitrone mit seinem leicht orange-gelben, mit leichtem Rost-Glanz versehenen Schein. Dabei hinterlässt jener Auftakt ein leicht mineralisch, metallisches Gefühl auf der Zunge.

2ndZubereitung: 95° / 4g auf 200ml / auf 30 Sekunden

Unglaublich fruchtig süß geht es hier gleichsam weiter, wobei sich der Hang zum mineralischen vom Abgang in den Vordergrund des Geschehens platziert. Selbstredend hat hier erneut die Ananas Bestand, wenn auch der Fokus nun weit mehr auf sehr reifen getrockneten Pflaumen und vor allem Feigen, in einem3122014173446Gemisch aus Honig liegt. Neu fügt sich hierbei ein Flair von Vanillekeksen hinzu, doch abgesehen davon bleibt alles weitgehend, wie im Akt davor.

Abgekühlt erhält die Süße erneut einen weit massiveren Touch, als noch unter hitzigeren Umständen und vor allem der Mineralgehalt steigt sichtlich an. Ein blumiges Gefüge bleibt dabei noch lange auf dem Gaumen erhalten, dies mit einem Hauch von Akazienhonig. Generell ließe sich alle dies als feinster Multivitaminsaft beschreiben, der nun eine gewisse leichte Herbe in sich trägt.

WeitereZubereitung: 95° / 4g auf 200ml / auf 40 Sekunden

In diesem dritten Akt der Sinne liegt vor allem das Gewicht auf den Osmanthus Aromen im Geschmack, während der mineralische Flair sich immer deutlicher präsentiert und ein dezenter herber Mitstreiter auch nicht mehr abzustreiten ist. Farblich wird es kaum dunkler, während die Ananas, gefolgt von den getrockneten Feigen und Pflaumen, als stets treue Begleiter verbleiben. Diese Hauptnuancen, wenn man so will, sind die Dauerbrenner in jenem Spiel der3122014173657Genüsse und ziehen einen tiefgehend in ihren Bann. Doch auch hier bleibt das Meiste wie gehabt, sowohl in der Auswahl der Nuancen, als auch in der Stärke und Qualität des Tropfens selbst. In dieser Montur verbleibt der Song Zhong noch gut und gerne bis zum 5ten Akt, aber insgesamt kann man ihn ohne weiters bis zur 7ten Runde mit heißem Wasser übergießen.

Fazit2.0

Ich kann es nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich auf diese Verkostung schon seit Wochen gefreut habe. Ich hatte diesen Song Zhong schon im Vorfeld getestet und konnte es seit diesem Moment kaum abwarten ihn euch zu präsentieren. Das dieser göttliche Tropfen meine aktuelle Tee-Liebe geworden ist, liegt nach dieser Review wahrscheinlich für fast jeden von euch auf der Hand. Hier gibt es einfach keinen Moment, keinen Atemzug oder Schluck der nicht perfekt stimmig ist. Dies ist in jedem Belang, der „bisher“ beste Dan Cong, denn ich getrunken habe und von daher verwundert es wohl kaum, dass er mit ehrenvoller Überreichung in die Hallen der Goldenen Reviews aufgenommen wird.

Aromatisch gesehen entwickelt sich hier ein gänzlich neuer Charakter mit dem Würdenträger in diesem Spiel, der Ananas. Dabei schwingt neben diesem Flair auch altbekannt ein Gemisch aus köstlichsten Blumenmomenten alla Osmanthus, ein Hauch von Orchidee und eine Brise Magnolie mit, während sich über all dies und den folgenden reifen Birnen, Pfirsichen und eingelegten Aprikosen, ein Film von Akazienhonig legt. Dabei und einzig nur in diesem Akt, machen sich auch Kirschen in Fruchtgummi-Variante bemerkbar, während neben der Ananas und den honig-reifen Früchten, getrocknete Varianten in Form von Pflaumen und Feigen eine entscheidende Rolle spielen. Um die süßen Anteile nicht ausschließlich den Früchten zu überlassen platziert sich weiters noch etwas brotiges mit feinsten Keksen. Alleine dieser Akt ist überwältigend, doch kommt erst Dampf hinzu, bleibt zwar alles wie gehabt, aber um ein hundertfaches massiver.

Optisch zeichnet der trockene Teil entweder ein Bild von mit Honig überzogenen Lianen oder Schokoflips, während sich im feuchten Dampf alles etwas mehr öffnet, aber nur etwas, denn die meisten Blätter bleiben geschlossen, während jene, die offen lose herumliegen zerrissen sind. Die Stängel sind dabei recht lange und neben dem oliven-armygrün Gesamtton erkennt man auch einige rotbraune Farbabschnitte in diesem mit einem Grauschleier überzogenen Blätternest.

Geschmacklich setzt man hier vor allem auf drei Hauptakteure: Immer und konstant mit dabei ist die Ananas direkt gefolgt von getrockneten Pflaumen und Feigen. Danach reihen sich je nach Runde vor allem die sehr reifen Früchte alla Pfirsiche und Aprikosen ein, während ein sehr markant brotig blumiger Akazienhonig-Flair die andere wichtige Geige in diesem Stück spielt. Blumig liegt das Hauptaugenmerk auf Osmanthus, während sich ein mineralischer Touch, erst nur im Abgang, später von Anfang an bemerkbar macht.

Qualität wird hier so dick und massiv geschrieben, wie die genüsslichen Aspekte zuvor. Denn dieser Tropfen ist ein wahrlicher Dauerbrenner. Vor allem behält er fast ohne jeglichen Verlust, seinen Charakter bis zum 5ten Aufguss bei, während dieser Tropfen insgesamt bis an die 7mal aufgießbar ist.

Somit bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

I was waiting for this review so bad to show you my readers what this magical tea is capable of. Its taste is massive in any way and a little wonder in its own small world. The main aspect in this very Song Zhong Dan Cong is a scent and flavor of pineapple, dried plums and figs. Beside that a „bread-cookie-flowery-honey-feeling is the second strong companion in this tasteful delicious game. The flowery aspect is mostly noticeable in a typical osmanthus bouquet followed by a hint of magnolia and orchid. Ripe fruits like peaches, apricot and pears are closing this first circle of lovely notes.

The optical appearance is quite chocolaty crispy in its dark colors. Later you will notice a bunch of very longs sticks with leaves mostly stayed closed. Only some loose shredded leaves are open.

The infusions and their taste is very similar to what you smelled. A good hint from my side. If you want it very strong fruity then steep it a little bit longer like 1 minute but if you want to experience this sensational pineapple taste just steep it for 30 seconds. Now you can taste the rest like what you smelled before but much stronger in their ripe fruit, dried fruit, bread honey cookie flowery appearance. Especially after the second infusion you will notice a new character in this round of fruits and flowers plus a very mineral one.

The quality stands for its self. Without any loss you can infuse until the 5th one. After that with a little less appearance until the 7th infusion. I really enjoyed this dan cong a lot and it is definitely my favorite one for now and that’s why and because of its massive and great appearance that it deserves a golden rating. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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