Jade Da Hong Pao

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Allgemeines2.0

Wuyi, Wuyi, oh mein Wuyi. Es dauert nicht mehr lange und ZeroZen wird bald 1 Jahr alt. In diesen 365 Tagen, hat sich wahrlich viel verändert. Als ich begann, wollte ich mich in erster Linie nur um japanische Gefilde kümmern, aber dass diese eines Tages eine Randposition einnehmen würden, hätte ich damals nicht gedacht. Denn Anfang diesen Jahres entdeckte ich eine alte, fast vergessene Liebe erneut wieder: „China“. Ich wuchs seit dem ich ein kleiner Junge war, mit der chinesischen Kultur auf, nicht das meine Eltern großes Interesse dafür gehegt hätten, im Gegenteil, denn dieses Gefühl der Zugehörigkeit, des sich „Wie zu Hause“-Fühlens entwickelte sich auf ganz eigenständige Art und Weise. Schon im Kindergarten liebte ich chinesische traditionelle Musik, danach kam das Essen, die Filme, Bücher und am Ende auch der Tee hinzu. Besonders mit dem wundervollen Wuyi Gebirge und der fantastischen Sortenvielfalt an Dan Cong Sorten, entfachte das Jahr 2014 diese Liebe erneut in meinem Herzen und seit dem lodert sie wie ein nimmer schwächelndes Stück Holzkohle, dass auch für jene Röstung, dieses feinen Jade Da Hong Pao verantwortlich ist. Das großartige an diesen Sorten ist ihre Langlebigkeit und ihr Wein-Charakter. Denn je länger man sie gut lagert, desto mehr bzw. andere Genüsse erreicht man mit ihnen. Die Tee-Wiege der Welt fand in China ihren Anfang und für mich meine Bestimmung. Heute teile ich erneut einen kleinen Schatz aus jenen wundervoll verwunschenen und sagenumwobenen Bergen mit euch und das nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Zu Beginn offeriert jenes kobaltblaue, knusprig gerollte Blattwerk einen ungeahnt süß-brotigen Charakter, dessen Wesenszug ein wenig in Richtung Keks mit feinst bestreut blumigen Osmanthus-Ansätzen tendiert. Sein Herstellungsverfahren im Sein des Geräucherten erkennt man zu dieser Stunde noch kaum, dafür aber ein kontinuierlich aufkommendes Angebot an trockenen Früchten, der bekannten Fraktionen: Pflaumen und Rosinen. Letztere ergeben sich bei genauerer Betrachtung sogar in einem gekonnt platziertem Gemisch aus „Rosinen-Teig-Schokolade“. Einen Hauch von Kernigem alla Pinien- und Sonnenblumenkernen, vernimmt man hierbei ebenfalls.

Wie schon erwähnt, ist seine farbliche Pracht im mehrteiligem dem Blauem gewidmet. Dieses schimmert hierbei in einem leichten Asche-Ton matt vor sich5112014171959hin, während man dazwischen eine geringe Menge an rot-bräunlichen visuellen Momenten entdeckt, die weiters auf ein paar letzte wenige grüne Akzente hinweisend ihr farbliches Plädoyer hiermit beenden.

Küsst die gute alte Hitze den Innenraum der auserwählten Kanne, entwickelt das Blatt darin einen leicht stechend, sehr reif säuerlich fruchtigen Gesamtton, der nun den Platz für ein all-umschwirrendes rauchiges Unterfangen zu Eröffnung freigibt. Bildlich setzt dieses köstlich kribbelnde Zusammenspiel auf Öl und Pfanne/Wok. Mit diesem geistigen Kopfkino beseelt, zieht sich dieser fein rauchige adstringente Faden durch die eigenen Sinne und entfacht sowohl feinst dezente Ansätze von Ananas gegrillt, als auch einen Hauch von holzigen Gefilden.

FeuchtesBlatt2.0

Als hätte sich ein sehr grüner, halb-oxidierter Oolong im gerösteten Sein, in seiner deliziösen Umgebung verfangen, entwickelt dieser dampfende Auftakt ein wahrlich intensiv blumiges Erlebnis mit einer immer-kehrenden Röstatmosphäre. Ein wenig erinnert dieses Zusammenspiel in einigen reif fruchtig, süßen Abschnitten, an einen Oriental Beauty in sehr reifem Stadium. Danach offeriert sich ein Anbot eines Bouquet, welches seinesgleichen sucht. Zuallererst erspäht man einen Ansatz von Sandelholz, welcher einen sofort im Anschluss erkennbaren beißend zitronig-säuerlichen Unterton mit sich im Gepäck verstaut5112014174430hat, der wiederum beim vorbeiziehen ein Echo von süß-keksigen Brot-Anleihen hinterlässt. Was in der Hitze des Gefechts noch massiv säuerlich erschien, bleibt zwar in diesem Feld bestehen, aber erhält nach dem abklingen jener Temperaturen einen stetig ansteigenden fruchtigen Flair alla Multivitaminsaft. Dabei schieben sich zwischen diese Zitrusfrüchte ebenfalls Anleihen von Honig und Pfirsich, wenn auch sehr reif.

Die Optik vermag nun, mehr an farblicher Vielfalt zu präsentieren und wechselt sein Kleid, wie so oft, von einem sehr dunklen Ton, in seine natürlich grünen Akzente. Diese zeigen eine große Varietät an grünlichen Verläufen mit einigen gut erkennbaren rot-bräunlichen Highlights. Die Blätter bleiben zumeist geschlossen, sofern man sie nicht per Hand entrollt.

1stZubereitung: 95° / 8g auf 200ml / Waschen – dann auf 15 Sekunden

In seinem klaren Bernstein, erkennt man schon im ersten Moment, des ersten Schluckes, dass dieser Tropfen weitaus mehr fruchtig süße Ansätze zu vermerken hat, als jene die dem geröstetem Sein zugeschrieben werden könnten. Vor allem der erste Abgang erweist sich, als sehr delikat süß keksig, mit einem Hauch Vanille, Zimt und Osmanthus. Die Röstnote spiegelt sich hier im sogenannten „Tüpfelchen auf dem i“ wieder und setzt dem genüsslichen Spektakel ihre ganz persönliche Krone auf. Dieser DHP besitzt sehr viele Eigenschaften in Ansätzen eines halb-oxidierten Oolongs, die typisch auf sehr 5112014172632blumig-keksige Akteure hinweisen und dabei in einem allgemein süßlichen Zusammenspiel ihre genüssliche Bestimmung finden. Die Süße liegt hierbei vor allem auch im fruchtigen Segment, somit im Sein von leicht aufkommender Zuckermelone, Birnen samt Schale, mal mit mehr Fruchtfleisch, mal mit mehr im Anteil an Schale, einem darauffolgenden Hauch süß roter Weintrauben bis hin zu der getrockneten Variante alla Rosinen, gefolgt von einem leichten Hang von5112014172457Pflaumen und Feigen, beide ebenfalls in getrockneter Manier. Mit einer darübergestreuten köstlichen Dekoration aus Mandeln, Sonnenblumen- und Pinienkernen, endet der Hauptteil dieser ersten Runde. Der Ausklang erweist sich ebenfalls als kernig mit einem süß-steinigem Flair.

2ndZubereitung: 95° / 8g auf 200ml / auf 25 Sekunden

Das Bouquet jenes bernsteinenen Tropfens ist schlichtweg einmalig und entführt die eigenen Gedanken direkt in eine traditionell, alt-englische Konfiserie, in der man nur so umgeben ist, von unzähligen duftenden Keksen und anderen Bäckereien. Dieser Anteil bestimmt hierbei weit mehr die Süße in diesem zweiten Akt der Sinne, während der säuerliche Part etwas in den Hintergrund rückt und mehr auf gereifte bzw. getrocknete Früchte abzielt. Getragen von einer stärker werdenden rauchigen Montur, balancieren die getrockneten Feigen und Rosinen5112014173022gekonnt im Fokus der verinnerlichten Aromen. Der nussige Anteil aus Mandeln & Co, samt Schokolade eröffnet hierbei langsam aber doch, einen sehr vielschichtigen Abgang, der es wahrlich in sich hat. Wo sich zuerst Schokolade samt Kernigem und Trockenobst herauskristallisiert, wandelt sich kurz darauf dieser Flair in ein wahrlich keksiges Unterfangen mit sehr fruchtigen Anspielungen von Weintrauben- und Birnenschalen.

Im abgekühltem Sein dreht sich die Uhr wahrlich in entgegengesetzter Richtung, denn wo man zuerst eher einem süßen Anfang entgegen sah, setzt dieser Akt sofort auf sehr kräftig, rauchige Akzente. Diese Entwicklung setzt gleichsam ein5112014173647typisch kribbelndes, bis Dato noch ausstehendes, kühlendes Gefühl auf dem Gaumen, den Lippen und der Zunge frei. Im Abgang verankert sich erneut etwas leicht erdig, steiniges.

WeitereZubereitung: 95° / 8g auf 200ml / auf 35/45/55 Sekunden

Duftend süß verbleibt es wie gehabt recht keksig. Doch mit einem herannahenden Felsen, rollt auch ein genüsslich, leicht herber Flair heran, der dennoch von Süße sowohl belegt bzw. umhüllt zu sein scheint, als auch ein geschmackliches Bild mit sich zieht, das an lang zerkaute Mandarinen erinnert, als wäre das Fruchtfleisch gewichen und man beschäftige sich schon seit geraumer Zeit nur noch mit der Hülle. Der Nachgeschmack ist auch in diesem Akt wahrlich langlebig und bombastisch. Das interessante in diesem DHP ist seine Wandlungsfähigkeit, denn jeder Aufguss bietet etwas anderes. Hierbei kann5112014174058es sein, dass in einer Runde etwas wegfällt, dafür etwas anderes hinzukommt, während sich dies in der nächsten Runde schon wieder komplett ändern kann. Langweilig wird es hierbei nie, dennoch ist dieser Tropfen kein ultimatives Duracell-Abenteuer und legt seine Messlatte nicht ganz so hoch an, wie jener DHP von einst, dessen 14 Jahre an Reifung, einiges an Länge zu bieten hatte. Je nach Methode kann man diesen Tropfen dennoch gut und gerne 5mal aufgießen.

Fazit2.0

Nun fühlte ich mich geehrt, erneut in meinem Revier werkeln zu dürfen. Dieser Jade DHP erfüllte im Grunde so ziemlich die meisten Erwartungen die ich an ihn hatte bzw. hoffte, dass er diese entwickeln würde. Dennoch ergaben sich auch gänzlich andere Aspekte, die den einzelnen Aufgüssen den besonderen Überraschungsmoment lieferten. Je nach dem, wie sehr man die leichten Ansätze schätzt, könnte man diesen Tropfen sicher weitaus länger aufgießen, doch für mich, war sein Zenit mit 5 Runden erreicht. Daher ist es meiner Meinung nach ein sehr solides und wahrlich köstliches Erlebnis geworden und somit ein exzellentes Ergebnis.

Aroma: süß / brotig-keksig / blumig / kaum geräuchert-später steigend / leicht holzig / beißend säuerlich / dezent reif fruchtig / ein Hauch nussig
Getrocknete Pflaumen und Rosinen bzw. Rosinen-Teig-Schokolade, ein wenig Pinien- und Sonnenblumenkerne, zitronig fruchtig säuerlich – ein wenig wie Multivitaminsaft plus dem Schuss an Honig und Pfirsich, sehr keksig mit Osmanthus versehen und einem holzigen Flair von Sandelholz.

Geschmack: blumiger Duft und Geschmack / angenehm geröstet später steigend / reif fruchtig / unglaublich süß-keksig (vor allem im Abgang) / kühlend / steigernd mineralisch steinig / leicht nussig / süß würzig / dezent fein herb
Ein Hauch Vanille, dezente Ansätze von Schokolade in Verbindung mit keksigem und Rosinen, darauf folgend Vanille, Zimt und Osmanthus, dezent getrocknete Feigen und Pflaumen, Birnen und süße rote Weintrauben samt Schale, leicht nach Zuckermelone mit einem Schuss Honig, darüber gestreut Mandeln, Sonnenblumen- und Pinienkerne und ein Zitrus-Flair von lang zerkauten Mandarinen.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

Today is Wednesday and it is time for another Wuyi tea here on ZeroZen. Today it is again a very fine and surprisingly flowery Jade DHP from Chenshi China Tea. Since I was a little boy China and its wonderful culture became very soon a big part of my life and myself. It wasn’t under the influence of someone or my parents that my heart felt such a deep connection with those culture. In the young age of five I already got interested and was amazed by those traditional sounds of Chinese instrumental folk music soon later my interest grew with my age. First the movies and the food joined in and later the history and the tea. First as I started with ZeroZen I wanted to focus on Japanese teas but as I got in contact with this wonderful world of Chinese tea I found my old nearly forgotten love again and so my personal purpose. This very tea today is again one varity of thousands of others which are one of the greatest gifts I could imagine. For those who are new to the world of Chinese tea – It is time to discover them. So lets get started with this particular one.

The aromatic appearance was a bit of a surprise to myself. Because first I thought I would notice a lot and above all a very deep roasted flair but in the end it was surprisingly ripe sweet and flowery with a mixture between Osmanthus and a hint of cookie flair. There is also a very light woody feeling to it like sandalwood with a touch of nutty aspects like pine nuts and sunflower seeds. Very typical for those kind of teas you will also notice a ripe fruity flair of dried plums and raisins. But the raisins are not alone at all. They showed up in a mixture between „raisins-sweet pastry-chocolate“. Especially when the leaves laid down inside the heated teapot the fruity aspects reached a very sour stage – a little bit like multivitamin juice with a dash of honey and very ripe peaches.

The optical appearance is typical Wuyi-like. In its dry-stage the color of the leaves are very dark like cyan with a soft glow of grey. There are also some hints of red-brown and just a few green highlights. But those aspects completely changed their places after the heat kissed those crispy rolled leaves. Now the main color in this act is the green one with a lot of variations in its green colors. You will also notice a lot of red-brown Highlights. Most of the leaves stayed closed.

Now it is time to taste this amber colored cups. The first noticeable Moment is definitely the scent of it because this one is very flowery in his appearance. Now the roasted parts are getting stronger and nearer to the surface. The sweet flowery cookie aspect is also very present in the aftertaste with a stony earthy hint to it. But not only in this stage you are going to notice a massive sweet taste because the main course is waiting with a lot of nuances like a touch of vanilla, cinnamon and osmanthus followed by a decent hint of chocolate in connection with cookies and a nutty flair of almond, sunflower seeds and pine nuts. Raisins are everywhere like this smoky roasted flair in this very delicious game. But the dried raisins aren’t the only fruits in this act. There are also hints of dried figs and plums, followed by pears and red sweet wine grapes in percentage amount of their skin and a light touch of muskmelone. There is also something fruity sourly going on which reminds me in some moments of the taste of chewed tangerines in the mounth. The aftertaste is a very long-lasting one.

The quality of this little fellow isn’t the strongest battery but a very great one. Every infusion is different and has its great moments but after the 5th steeping I think this DHP is mostly done and did his work quite well. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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