Shuang Jing Lu

ShuangLubanner
Allgemeines2.0

Ich muss schon sagen, dass sich meine Wenigkeit in letzter Zeit eher dunkleren Gefilden, als grünen Sorten zugewandt hatte. Generell verließ mich etwas der Drang nach grünen Sorten, doch bei einem aktuellen Sampler-Paket, welches mich letzte Woche erreicht hat, lag ebenfalls eine Kostprobe ganz besonderer Güte bei. Schon bei der Optik lies jener saftig intensiv grüne Shuang Jing Lu mein Herz höher schlagen und das Interesse an Grünem wurde erneut entfacht. Diese Sorte ist derzeit nicht offiziell zu erwerben und wurde nur, als Freundschaftsgeschenk weiter gegeben, da dieser nur auf 20kg pro Jahr produziert wird. Als ich diese Tatsache erfuhr, fühlte ich mich gleich noch mehr geehrt diesen feinen grünen Kollegen aus der gleichnamigen Region Shuangjing zu verkosten. Wie sich seine elegant strahlend grüne Optik im Geschmack geschlagen hat, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Als wäre die Süße in einer Pfanne geröstet worden, so oder so ähnlich könnte man den ersten Impuls beschreiben, den jenes nicht weniger elegante Bouquet verströmt. Denn schon im ersten Augenblick dringen fruchtigst süße Anleihen an die Nase heran, die sofort an Pfirsich erinnern, gefolgt von einem dezent darüber gestreuten Pinienkerne-Flair und einem Hauch von Speck, welcher im Teil des gerösteten verankert liegt. „Hier will der Tee nicht warten, sondern man steht direkt in einem blühenden Garten“. Wäre ich ein Teegelehrter, würde wohl solch eine Anspielung eines Verses folgen, die jenes geistige innere Bildnis dieses518201420910Tropfens verinnerlicht. Dieses entwickelt sich wahrlich wunderbar frisch und saftig, als stünde man in mitten eines frisch, blühenden Obstgartens, der von einem klaren, unverschmutzten Bach durchzogen wird. Frisches Wasser, saftig blumige Wiesen, reich an Obst behangener Bäume mit Anspielungen von Weintrauben und Birnen, dies ist der Faden, der sich wie ein Film durch die eigenen Windungen, seinen genüsslichen Weg bahnt.

Diese gekringelt gerollten Blätter besitzen eine solch unglaubliche Dauerfrische in jeglicher Position, nicht nur im Aroma, sondern auch in der Optik. Diese sehr satten und hell saftigen grün Nuancierungen legen diesem Werk einen sehr edlen und vor allem unbehafteten natürlichen Flair auf, welcher schier endlos zum Träumen anregt.

Kommt das Blatt erstmals in Kontakt mit einer aufgewärmten Kanne, dann entfaltet sich eine Adstringens gepaart mit einem Flair aus Obst, Gemüse und einem Hauch von dezent platziertem Fisch, das man in dieser Ausführung der Nuancen in gewisser Hinsicht an Sencha erinnert wird. Vor allem etwas nussiges spielt hier gekonnt seine Geige. Es ist schwer zu beschreiben, denn einerseits sind gewisse Parallelen zum genannten Japan-Kollegen vorhaben, dennoch entwickelt sich jenes chinesische Blattgut sogar eleganter und auf seine Art ausgereifter, als jene von der Insel.

FeuchtesBlatt2.0

Nun gänzlich im Dunste aufgegangen, entwickelt sich einerseits ein unglaublich gemüsiges Unterfangen, wo eine Adstringens kaum eine große Rolle spielt, denn vielmehr wird man sofort aus dem Alltag katapultiert und in ein Szenario am Lande versetzt. Das ein Tee zu solch träumerischen Umständen verleiten kann, ist ein Gefühl, welches ich in solch einer ausgeprägten Form schon eine Weile bei solch einer Gattung nicht mehr erlebt hatte. Zwar schieben sich immer wieder hier und dar die ein oder anderen Bilder ein, wenn man gedanklich einem Tee5182014203128hinterher träumt, doch dieser Tropfen gestaltet sogleich ein Filmfelst vor dem inneren Auge. Saftig grüne Blumenwiesen, welche direkt ihren Platz neben ertragreichen Gemüsebeeten bewirtschaftet mit Gurken, Zucchini, süßem Mais, Brokkoli und Karotten, finden. Zwar erahnt man schon den ein oder anderen Obstbaum, doch bleibt in dieser Runde, der süße Ansatz noch recht undefinierbar, aber dennoch vorhanden.

Optisch im warmen Sein seiner selbst, ist es eher ein typisches, wenn auch sehr saftiges Bildnis. Hier erkennt man Arten getreu die „Two leaves and one bud“, aber auch seine wohl gewählten Rohmaterialien, die man jenem Werk nicht streitig machen kann.

1stZubereitung: 85° / 6g auf 240ml / 1 Minute

Hier zeigt nun jener weiß-gelblich transparente Tropfen seine wahre geschmackliche Natur aus einem ungemein herzhaft gemüsigem Gefilde. In jener Sorten Gruppe, ist dies neben dem Taiping Houkui einer der besten Kompositionen an Frische, Geschmack und Aromen, die ich bisher erleben durfte. Hier entfalten sich vor allem Erbsen bzw. Edamame, gefolgt von leichten Anleihen von Karotten, dafür verstärkt im Sein von Mais, Brokkoli, mit einem Schuss an Nuss und leicht dahinter ein Funken von Schokolade. Es stimmt, jene Nuancen sind keine Pioniere und kam auch in jener Ausführung bei anderen Sorten vor, doch hier stellt sich nicht die Frage „Was?“, sondern vielmehr „Wie?“. Denn wie sich jenes Stück entfaltet und in der Art wie sie es tun, das ist der entscheidende qualitative Unterschied, daher kann ich wahrlich behaupten5182014201445eine solche Komposition, in dieser Art noch nie erlebt zu haben. Der Nachgeschmack ist nicht nur intensiv, er ist eine Wucht. Dabei wird der ganze Mundraum von jenem Gefühl und Geschmack eingenommen und lässt einem mit jenem wunderbar saftig, frisch herzhaften Gemüseflair nicht wieder los. Vor allem der Mais, Zucchini und Brokkoli spielen hierbei eine große und entscheidende Rolle, aber auch Anleihen von Obst sind erstmals zu vernehmen, wie Weintrauben und Birnen samt und mehr im Anteil an Schale.

Abgekühlt zeigen sich vor allem die nussigen Akzenten als wegweisend und setzen sich dabei gekonnt in Szene. Mais, Zucchini und Brokkoli bleiben an der Gemüsefront die treibenden Kräfte. Der nussige Anteil rührt meist aus dem mehrheitlichen Aufkommen von Obstschalen der Birnen und Weintrauben, doch hierbei eher im Sein der Kerne. Mit Kernen verweist man ebenfalls hierbei weiters gekonnt auf Pinien- und Sonnenblumenkerne.

2ndZubereitung: 85° / 6g auf 240ml / 1:20 Minute

Wie sooft bei grünen Konsorten, trübt das einst kristallklare in jener Runde etwas ein, dabei wandelt sich das zarte, fast weißlich gelbe Nass in einen gestiegenen Farbton um. Im ersten Moment könnte man fast meinen, der Tropfen würde etwas subtiler in seiner Entfaltung agieren, doch wenn man genauer seine Sinne walten lässt und vor allem sich in kurzer Geduld übt, erkennt man, dass dem wahrlich nicht so ist. Doch eines steht definitiv fest, denn5182014202420der Nachhall ist hierbei der führende Hauptakteur in diesem Spiel der Genüsse. Doch seine Nuancenvielfalt kann man nicht so einfach nur auf den Ausgang und das sogenannte „Echo“ fokussieren, denn auch die Schritte vom ersten Schluck und dem mittleren Akt des Verkostens, tragen ihre Früchte bzw. Gemüsesorten zahlreich vor. Hierbei zeigen sich vor allem Mais, Zucchini und ein Hauch5182014202127frischer Babytomaten mit ein paar einzelnen Salatblättern erkenntlich. Dabei zieht ein feiner Faden aus einer Süße dezent und verschlungen durch diese Performance, vor allem erkennt man diese in jenem Abschnitt im Sein von Haselnusscreme, dezent, aber gekonnt positioniert.

Abgekühlt ergreift ein leichter Anflug von herben Strukturen seine Chance und passt sich dabei gekonnt an seine Umgebung an.

WeitereZubereitung: 85° / 6g auf 240ml / 2 Minuten

In diesem dritten Akt schmeckt man erneut viel an Gemüse, diesmal sogar andere Ansätze, wie leicht verankerter Kürbis, als im Aufguss davor. Dazu gesellt sich erneut eine leichte Herbe und ein Hauch von Esskastanien mit einem Schuss an Haselnuss im Hintergrund. Die Tassen verbleiben hierbei leicht5182014202840eingetrübt und erneut stärker in ihrem Sein von Gelb. Die herben delikaten Strukturen, ziehen gleichsam einen süßen Kontrahenten mit sich, der dem ganzen eine leicht gesüßte Struktur verleiht. Diesen Tropfen kann ca. an die insgesamt 4-5mal aufgießen.

Fazit2.0

Bei grünen Sorten geht es oftmals nicht darum wie eine Duracell-Batterie zu fungieren, sondern aus den wichtigsten Abschnitten, das Beste hervorzuholen, in diesem Fall wären dies Akt I-III. Zwar kann man ohne weiteres diese Runde bis auf eine 5te ausdehnen, doch muss man sich im klaren sein, dass der Geschmack mit jeder weiteren Runde abnimmt. Dennoch, reden wir nicht von Verlusten, sondern Gewinnen, denn dieser Shuang Jing Lu ist definitiv ein Gewinner und ich hoffe, dass dieser Freund bald auch für ein breitgefächertes Publikum zugänglich gemacht wird, denn er ist es allemal Wert, dass man ihn entdeckt. Seine Art der Entfaltung bzw. seine Komposition ist schier grandios und lässt keine Wünsche offen. Vor allem der Nachhall hallt und hallt, wie ein ewiges Echo von einem Gebirge zum nächsten. Daher ist für mich, dieser chinesische Grüne, ein Goldener.

Aroma: zuerst sehr fruchtig / süß / geröstet / frisch-saftig / kurzzeitig dezent nach Fisch / floral / vor allem nussig / intensiv gemüsig / ein Hauch Adstringens /
Wiesenblumen, Pinienkerne, Gurken, Mais, Zucchini, Brokkoli, Karotten, Pfirsich, ein Hauch von Weintrauben und Birne, dezent platziertem Fisch und Speck, frisches Wasser und ein generelles leichtes Feeling von Sencha.

Geschmack: sehr nussig / stark gemüsig / herzhaft / saftig frisch / dezent süß / leicht herb / Ansätze von Obst
Erbsen bzw. Edamame, leicht nach Karotten, verstärkt nach süßem Mais, Brokkoli, ein Hauch Babytomaten, ein paar dezent platzierte Salatblätter und leicht nach Kürbis, ein Schuss Nuss bzw. Haselnuss/creme, Pinienkerne und Sonnenblumenkerne, Birnen und Weintrauben verstärkt im Schalen-Sein, ein Funken Schokolade und Esskastanien.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

„This time it isn’t a tea of one of my tea-friends. It is something else. Something quite extraordinary. This Shuang Jing Lu isn’t available to be bought for public use at the moment. It was a special gift from a friend to another friend. I was just happy receiving a sample of 10g of this special and extremely fresh pure green tea. This tea production is limited to just 20kg per year. I must admit I am not a big Dragonwell/Longjing or Maofeng fan. I like them but thats it. My personal and one of the only green ones at the moment is the Taiping Houkui but since I tasted this wonderful tea here they both need to share the same space on the first rank of my top favorite Chinese green teas. Why, How and all the other important facts are following now.

The aromatic appearance is just marvelous. Some of you might know this type of a moment where you see pictures like a landscape or a clear pure stream while drinking a tea. But in this case this is a constantly situation. This very tea reflects so many situations without any stopping. What ingredients you might taste out isn’t the essential reason why this Shuang Jing Lu is such a magical piece of a green wonder it is more a matter of How they function with each other and How they work inside this marvelous composition. You can feel every bit of the natural environment this little fellow grew in. Like a big green garden with fields of vegetables and many trees full of fruits through this garden runs a crystal clear stream. Those pictures already starts with the first moment you smell the first aromatic hints of this fine tea like a very fruity smell like peaches followed by a light hint of pears and wine grapes. But the part of vegetables is much stronger and shows up in the following bouquet of cucumbers, corncob, zucchini, broccoli, carrots and a strong nutty flair of pine nuts. There is also a fine layer of a hearty roasted scent between all those green and fruity flavors like a minimal hint of fish and bacon. In some moments it resembles a bit of a Japanese sencha.

The optical presentation is a really nice one and so intense green and mellow. All those strong green colors like blue-green, emerald green and dark green are just outstanding in the way they showed up. After the heat filled those dry leaves with life the visual appearance changed a lot into a straight fresh light green and a typical but nice „Two leaves and one bud“ image.

The taste of this Shuang Jing is very nutty and strong in his vegetable nuances like a flair of Edamame, lightly like carrots, intense in his sweet corn aspects, broccoli, a hint of baby-tomatoes, a subtle structure of salad leaves and a minimal appearance of pumpkin. The nutty flavors are strong too like I said mostly because of his pine nuts, sunflower seeds, hazelnut creme and chestnuts. The part of the hazelnut creme isn’t the only sweet aspect this one is followed by a spark of chocolate, peas and wine grapes. The aftertaste is very strong vegetable like and long lasting.

The quality isn’t a long lasting battery like many green ones aren’t but in such cases it isn’t a necessary requirement to be as good as this one was. The steepings I-III are just marvelous inside their little cosmos. After that it isn’t the same but even between IV-V it is very delicious but much lighter. I hope that this one is soon available to be bought on the internet. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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