Pu’er Sheng Meng Hai 1950

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Allgemeines2.0

Pu’er oder Pu-erh Tee steht symbolisch für das Nonplusultra an höchster Güte und Qualität, wenn es um jene köstlich warme Zelebrierung des flüssigen Genusses geht. In China erzielen Cakes / Ziegel wie man jene gepressten Scheiben nennt, oftmals horrende Summen und stehen somit auch bei den Reichen und Politikern, als Geschenke ganz weit oben. So finden sich in staatlichen Archiven noch heute Tributabgaben von Pu’er cakes / bings die bis in die Amtszeit des letzten Kaisers zurückgehen und wie ein Staatsschatz behandelt werden. Dies spiegelt sehr gut die Einstellung zu jener Sorte Tee am Besten wieder.

Ich hielt mich bewusst eine lange Zeit damit zurück jene Sorten auf ZeroZen zu verkosten, denn damals war mein Gaumen noch nicht reif, für jene geschmacklichen Gefilde. Pu’er ist sicherlich nicht für jedermann, aber erfreut sich vor allem unter Abnehm-Fanatikern und Gesundheits-Freaks immer mehr an Beliebtheit, obwohl es nicht 100%ig nachgewiesen ist, dass Pu’er wahrlich solch Wunder vollbringt, wenn es um den Verlust von Gewicht geht. Doch zurück zum „nicht für jedermann“ – Es gibt viele Dinge im Leben, die wie beim Essen, als auch beim Trinken, als Delikatessen gehandhabt werden, doch am Ende nur eine gewisse Gruppe an Menschen anspricht. Dies kommt nicht nur deshalb zu Stande, weil diese Besonderheiten, auch mit besonderen Preisen beseelt sind, sondern auch nur gewisse Geschmäcker ansprechen, die bereit sind sich jenen Gaumenfreuden zu öffnen. Pu’er ist definitiv solch eine Sache und auch mir erschloss sich jener Genuss, als Genuss erst vor nicht allzu langer Zeit. Ein Satz aus einer Debatte mit einer Teehausbesitzerin traf es einst perfekt „Für manche Teesorten braucht man erst die gewisse Tee-Reife“.

Spricht man von „Fermentierung“, dann wird dieser Begriff meist zu häufig und leichtfertig eingesetzt. Die Gattung in die der Pu’er fällt, ist im Grunde auch die einzige Sortenrichtung bei der wahrlich eine Fermentierung einsetzt, alle anderen Sorten wie Oolong etc., wurde ein Oxidationsvorgang zuteil. Bei der Fermentierung entstehen durch wechselnde Umstände von Feuchtigkeit, Zeit und Temperatur Bakterienkulturen, die eine Fermentierung einleiten. Darum ist der Pu’er auch der Tee, der mit dem Alter immer besser und besser wird, wie guter Wein eben. Doch hier muss sehr vieles beachtet werden, denn der Pu ist unglaublich sensibel auf äußere Einwirkungen. Jegliche Klimaveränderung, kann auch den gesamten Charakter eines Pu’s ändern, somit sollte auch am Ende seine, falls man dies vorhat, langjährige Lagerung wohl durchdacht sein. Hier ist es vor allem wichtig, jenen Cake von Gerüchen fernzuhalten. Früher wurden oftmals die Pu’er bings mit Lastentieren von Yunnan nach Beijing gebracht und nach einigen Monaten an Reise, war es nicht verwunderlich, dass das Aroma der Tiere, oftmals auf den Pu eine gewisse aromatische Auswirkung hatte. Dieser Flair kann sehr wohl vorkommen, aber entweder weiß man diesen zu schätzen oder nicht.

Es ist wahrlich eine Wissenschaft, wenn es um Pu geht, dies geht dann am Ende sogar soweit, dass im Grunde geraten wird, sollte man sich einen Pu-Bing aus China bestellen, dass man diesen bei sich zu Hause erst 2 Jahre lang lagern sollte, damit sich jener Pu’er an seine Umgebung angepasst hat und er dann erst so richtig zu genießen ist. Aber ich denke, nicht jeder würde diese Geduld aufbringen.

Um es für die erste Pu’er Verkostung auf ZeroZen so richtig interessant zu gestalten, wollte ich gleich mit etwas sehr hochwertigem starten und lies mich dabei von Herrn Thamm und seinem wunderbaren Lebenswerk / Shop „Cha Dao“ inspirieren. Hier entschied ich mich für einen wahrlich alten Hasen im Geschäft, einen 1950er Sheng Meng Hai Pu’er. Wie sich diese 64 Jahre an Reifung auf dem Gaumen und der Zunge ergeben haben und ob diesem Alterungsprozess wahrlich die Qualität zu Füßen liegt, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Trockenes-Blatt-2.0

Dieses kostbare alt gereifte Gut erinnert in seiner kompakten Form an, wie durch Witterung und Feuchtigkeit gepresstes Herbstlaub, in all seinen unterschiedlichen und facettenreichen Herbst Nuancierungen von rötlich-braunem Schimmer, mit692014193245ockergelben Akzenten, einigen hell-bräunlichen Stängeln die hervorragen, rotbraunen Blattfragmenten und sehr dunklen, schwärzlich schimmernden, verwitterten Blättern.

Bei Pu’er ist es immer sehr schwer freundschaftliche Bezeichnungen in seinen Aromen zu finden. Es mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, das wird es bestimmt nicht, aber wenn man diese Reife und Qualität zu schätzen weiß, dann empfängt man auch jene Nuancen mit einem ganz anderen Gesichtspunkt. Dieses Blatt entwickelt ein Bouquet aus einerseits getrockneten Pilzen von692014193626Shiitake bzw. Reishii, einem herbstlichen Laubwald in dem viel an Blattwerk und abgestorbenes Holz durch die Feuchtigkeit langsam der Witterung verfällt. Die feuchte Erde enthält dabei einen leicht süßen Touch in seinem Sein.

FeuchtesBlatt2.0

Apropos „feucht“ – In diesem Akt wird man mit einem unglaublich intensiv waldigem Flair empfangen, der vor allem sehr seine pilzigen Komponenten hervorhebt. Diese liegen nun vor allem in ihren Schwerpunkten bei dunklen692014215726Creme-Champignons und Shiitake. Hierbei wird das Laub erneut von einem stark feuchtem Dauerangriff verzaubert und somit einer gewissen aromatischen69201422016Witterung ausgesetzt, leicht könnte man es auch als feucht moderndes Holz bzw. Stoff bezeichnen, zu mindestens in einigen Aspekten. Dieser feuchte Holz-Charakter erinnert unter anderem auch sehr an nasse Rinde.

In diesem altehrwürdigem rötlich braunem Blattwerk erkennt man neben sehr viel gebrochenem, auch einige großblättrige Überbleibseln, die von lang vergangenen grünen Zeiten in nun dunklem Sein berichten.

1stZubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 15 Sekunden (Gongfu 2x waschen)

Es empfiehlt sich wahrlich einen Pu’er an die 2 mal zu waschen, wenn man seinen Status und seine Entstehung bedenkt, dennoch wäre es auch nicht weiter bedenklich ihn sofort beim ersten Aufsetzen zu genießen. Um sogleich beim „ersten“ zu verbleiben, entwickelt sich zu Anfangs sein Bouquet auf eine derart mysteriöse Weise, dass man ihm kaum einen großartigen Charakter zuordnen könnte, während jener Tee in seinen orangenen Tassen auf seine Verkostung wartet. Doch schon beim ersten Schluck ist man schier fasziniert und gebannt69201421417von einem Flair der ungemein steinig, mit einem etwas leicht metallisch bzw. mineralischem Touch daher kommt, als könnte man förmlich an einem Stalagmiten in einer tief gelegenen Höhle lecken bzw. wie meine wundervolle Frau zu sagen pflegt „Als würde man an alten Gemäuern einer Burg lecken“. Daneben entwickelt auch dieser flüssig, geschmackliche Umstand einen ungemein blättrig holzigen Unterton, aber vor allem sehr pilziger Natur alla erneut Reishii & Co. Nach und nach erkennt man dieses „Steinige“ auch im Duft 69201421634wieder und obwohl diesem Pu’er, wie gutem Wein, eine lange Zeit der Reifung zu Grunde liegt, unterliegt seinem Charakter ein sehr frischer Flair. Auch der Nachgeschmack ergibt sich hierbei sehr steinig. Im gesamten betrachtet ließe sich sein Wesenszug am Besten so zusammenfassen „Ein mit Moos und einzelnen Pilzen bewachsener Fels, der von frischem Regen benetzt wurde“.

Bei einem abgekühltem Sein, bleibt jener Geschmack bei selbigem Bestand, aber erhält in seiner Konsistenz einen cremigen Wesenszug.

2ndZubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 25 Sekunden

Hierbei wird das Orange wahrhaft kräftiger und erhält vielmehr einen Ton von Rost. So ergeht es auch seinen Nuancen, die an Kraft in allen Ebenen692014214851hinzugewinnen, dabei erreicht alles eine weitaus pilzigere Struktur in diesen alten Burggemäuern, in denen etwas steinig, kühlend mineralisches tief in den692014214359Gewölben schlummert. Jenes Muster spürt man vor allem am Gaumen gekonnt wieder. Zwar wird die Intensität kräftiger, aber in seinem Sein wird der alte Herr auch geschmeidiger und weicher.

WeitereZubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 35/45/55 Sekunden

Das interessante und definitiv der Unterschied zu anderem Teesorten ist bei Pu seine fast unerschütterliche Standhaftigkeit und Behaarlichkeit in seinen Nuancen. Wo andere Sorten von Aufguss zu Aufguss eine Wandlung unterlaufen und in dieser immer etwas mehr an gewissen Ecken und Enden abnehmen, legt692014215156der Pu von Anfang an seine Aspekte fest, wie eine eingefleischte Meinung und bleibt beharrlich auf jener sitzen. Zwar steigert er jene Aspekte, aber behält sie bei, so auch hier. Farblich wird es auch in diesem dritten Akt etwas intensiver, aber der Geschmack bleibt beim alten genüsslichen Muster. Somit ist ein Umzug69201421542aus jenem alt ehrwürdigen Gemäuer nicht in Sicht. Diesen Tropfen kann man Gott weiß wie lange aufgießen, mindestens an die 10-12 mal.

Fazit2.0

Dies war nicht mein erster Pu’er, aber der erste auf ZeroZen und mit diesem wollte ich es von Anfang an genau wissen. Ich trank im Zuge dessen einen Meng Hai aus 1950, einen aus 1970 und einen Yi wu aus 1992. Die beiden Meng Hai unterschieden sich kaum von einander, muss ich gestehen, während der 1992 Yi wu weit andere Charakterzüge aufwies. Mir persönlich lag dieser 1992er am Meisten. Dennoch schätzte ich mein Glück sehr einen solchen Wein an Tee genossen zu haben, dessen alter weit über das meinige hinausgeht. Für mich persönlich, trotz aller Wertschätzung findet jener 1950er sein Glück auf dem zweiten Rang wieder und daher mit einem „Exzellenten“ Stempel versehen.

Aroma: Witterung / Feucht / Pilzig / Steinig / Wald im Herbst / Erdig
Feuchtes herbstliches Laub – feucht waldiger Flair, abgestorbenes durch Feuchtigkeit durchtränktes Holz bzw. Baumrinde, getrocknete Pilze alla Shiitake, dunklen Creme-Champignons und Reishii, mit einer erdigen Basis welche eine dezente süße verströmt.

Geschmack: Sehr Steinig / Mineralisch Metallisch / Feucht Erdig / Pilzig
Ein mit Moos und einzelnen Pilzen bewachsener Fels, der von frischem Regen benetzt wurde, wie altes feuchtes Burggemäuer, steinig frisch wie herabhängende Stalagmiten und feucht waldig holzig mit einigem an herbstlichem Laub.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

I definitely took my time to review my first Pu’er tea. The reason was simple „It wasn’t the right timing“. If you talk about tea you sometimes talk about a certain and personal „tea maturity“. It took me quite some time to reach my Pu-love. But if you are really into tea and get to know more and more of this fantastic world of it out there you are definitely not able to pass the world of pu’er without tasting it at least once. But I didn’t wanted to start my first Pu-review just with „something“ I wanted the real deal something precious like a real good matured wine. This very Meng Hai Pu’er is double as old as I am and dated back to the year 1950. How much this oldness had an influence on the actual taste you are going to find out now.

The aroma is as simple as it is special in my opinion. It really reminded me of a very moisterous rainy Autumn forest with a lot of withering leaves and mushrooms like shiitake, reishii and some dark champignon. There was also a certain moisty woody flavor to it like soaked tree bark or withering wood with a very earthy ground basis and a slightly sweet scent to it.

Visually you can definitely see his age especially after the cake was soaked so many times by hot water. Most of the leaves are broken and very reddish brown but between all those half and quarter ones you are also going to notice a hint of big leaves.

Finally the taste has arrived but the scent of it is quite irritating at first because there is nearly nothing to it. Very clean. But with the first sip the magic starts to happen. Its taste is massively stony and with a great amount on mineral notes going on. If you would combine the taste in one sentence together it would be maybe something like that “Rock covered with moss and a lot of mushrooms and soaked with fresh rain“. Or like my wife said „If you would lick on the ruins of an old castle“. Beside that again like in the aroma you are going to notice a lot of soaked moisty wood and Autumn leaves.

This little old fellow was and is quite long lasting. This guy never gives in – nearly never. You can steep it at least until the 12 time. It is quite interesting to see how different a Pu’er develops in comparison to other teas. While they lose something in their tasteful appearance and change their being so many times pu’s are consequent and are getting just stronger in what they are. I really liked that experiences and this definitely got me much more excited about the wonderful word of Pu’er tea. But this wasn’t the only one I tasted. Simultaneously I also tasted a 1970 Meng Hai and a 1992 Yi Wu. The 1970 one was quite similar to his older 1950 friend but the 1992 Yi Wu totally a different field of nuances and this one I personally enjoyed the most. But I was more than glad that I was able to taste something that ripe and special like this 1950 Meng Hai Pu’er. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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