Wenshan Baozhong – 40 Jahre alt

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Allgemeines2.0

Tea Utopia aus Bejing sind zwar kein neuer „Teefreund“ im eigentlichen Sinne, die ihren Weg auf ZeroZen geschafft haben, aber eine große private Teelieferung auf die ich mich schon unheimlich gefreut habe. Diese Sorten erblicken im Normalfall nie das Licht westlicher Welt und kamen nur durch langes Suchen auf rein chinesischen Plattformen zu mir nach Wien. Ich bin immer auf der Suche nach etwas außergewöhnlichem und mein Bauchgefühl hat mich nicht getäuscht, denn jeden Tee, den ich bisher angetestet habe, hat alle meine Erwartungen übertroffen.

Normalerweise, wenn es „Alt wird“, dann spricht man meist von Pu’er, aber einen Wenshan Baozhong zu ergattern, der in einem Warenhaus, genau gesagt das Warenhaus Nr. 68 in Pinglin Taiwan, 40 Jahre vergessen wurde und gereift ist, dass erlebt man selten und ich musste diesen einst sehr blumigen Kollegen, in seiner Reife einfach kosten.

Leider sind die Information recht rar, aber dieser Tee stammt wie schon erwähnt aus Taiwan, wo 1921 Feng Kui Wai, seinen Tee-Shop in Pinglin eröffnete. Heute fungiert jenes Teehaus schon in der vierten Generation. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich bin schon unheimlich gespannt, auf welche Art sich dieses Aroma präsentieren wird. Wie, Was und wie oft, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

DasBlatt

Aroma: Trocken sehr subtil später unheimlich Waldig-Pilzig / unterschwellige Süße / Holzig / Würzig / Alt Blumig / dezent reif Fruchtig / unheimlich Kühlend ~

Voller Neugierde öffnete ich die Packung, doch das erste eingezogene Aroma war recht subtil, anscheinend bedurfte es ein wenig an Zeit, um zu erwachen und seine Stärken zu demonstrieren, doch dies folgt erst so richtig im Akt des Dampfes. Doch auch in dieser dunklen, gereift trockenen Montur, die optisch gezielt auf Wuyi bzw. auf Pu’er verweist, entwickelt sich nach und nach ein wahrlich köstlich pilziges Aroma, welches in gewisser Weise an Champignon-Sauce erinnert und dazu ein guter Schuss alt holzigen Untergrunds. Dieses Bouquet liegt einem sehr urigen, erdigen Flair zugrunde und erinnerte mich etwas 61820149135an eine lange Lagerung unterirdisch kühler Natur, doch das kann auch täuschen. Doch bettet sich das Blatt erstmals auf vorgewärmten Boden, entfaltet sich sein Aroma noch weitaus gezielter in Richtung Pu’er, doch auch irgendwie mit etwas anderem beseelt. Denn neben dieser massiv genüsslichen Front aus intensiv pilzigen Aspekten, erweist auch eine im Hintergrund versteckte, als blumige Präsenz einem die Ehre. Ein Gefühl von etwas geräuchertem vernimmt man in keinem Deut mehr, falls dies je der Fall war, aber dafür eine Unmenge an holzigen Strukturen alla Rinde.

Nach dem „Waschen“ hat nun jenes Blatt sein Ziel gefunden, denn im Dampfe jener Stunde, entfaltet sich ein waldiges Unterfangen mit einer unterschwellig sehr dezenten Süße in ein solch geniales Aroma, welches ich genau in jener Darbietung noch nicht erlebt habe. Irgendwie bekannt, aber dennoch gänzlich anderer Natur. Sein Holz-Anteil erinnerte mich sehr an altes hochwertig bearbeitetes Holz – ein wenig wie alte indische Holzmöbel, mit dem Plus an618201485625dezentem Räucherstäbchen-Flair. In gewissen Ansätzen mischt sich dieser Holz-Charakter mit etwas, dass man als „Kork“ beschreiben könnte. Neben einer leichten Brise an alt getrockneten Blumen, entwickelt sich weit im Untergrund ein minimaler Hauch von getrockneten Pflaumen, wahrlich dezent. Was sich in wenigen Minuten unheimlich intensiv im Geschmack erweisen wird, spielt auch in dieser Runde, im heißen Dampfe in den eigenen Nasenflügeln eine gewichtige Rolle – ein wahrlich kühlender Flair, der von jenem sehr plastisch, Laub-farbenen Blattwerk ausgeht.

dieAufgusse

Geschmack: Ungemein Erdig & Waldig-Steinig / dezent süßer Nachhall / Hauch Nuss / Kribbelnd & sehr Kühlend / ein Schuss getrocknetes Obst

Zubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 20/30/40/50 Sekunden (Gongfu)

Schon zu Beginn ergeben sich jene Tassen in einem wahrlich intensiv orange-farbenen Ton, der sich mit jeder Runde steigert und immer mehr in einem rötlich-rostenden Touch übergeht. Wie man es fast schon erahnen konnte, ergibt sich sein Geschmack im ersten Moment sehr dominant, aber gekonnt gereift, in seinen waldig-pilzigen Aspekten mit einem guten Anteil an steinigen Strukturen. Doch schon im nächsten Moment zieht jenes mit Würde gealterte Werk einen61820149923Hauch eines einst wohl grünen Baozhongs mit sich, der in einem Echo von Einst in Spuren von keksig Süßem schwelgt und dies mit einen guten Anteil an Haselnusscreme behaftet. Von einem Wandel, erneut zum nächsten, legt sich nun ein wahrlich kribbelndes, kühlendes Gefühl auf den Gaumen, welches sich61820149642in seiner schärfe immer mehr steigert und ein Feeling von scharfen Minz-Bonbons verströmt. Unter all diesem Geschehen erweist auch ein leichter Hall von getrockneten Pflaumen und Rosinen, jenen Tassen die Ehre, aber wahrlich nur im Echo, eines Echos vertreten.

In der zweiten Runde, jenes genüsslichen Unterfangens bleibt im Grunde alles beim Alten, mit dem feinen Unterschied, dass sich der balsamartig-kräuterlich-kühlende Flair schon beim ersten Schluck direkt in diesem Moment einstellt und weitaus intensiver in seiner Natur ist, als es zuvor noch der Fall war. Der süßliche Schatten eines einstig wohl weitaus blumigeren Baozhongs ist nun in einer noch weitaus dezenteren Manier vertreten, dafür entfaltet sich ein618201492825Grundcharakter der in Richtung Pu’er verweist, umso markanter. Ein inneres Bild, welches mir in diesem Akt, dank der geschmacklichen Entwicklungen, immer wieder durch den Kopf getanzt ist, erinnerte mich ungemein an kristallklares frisches Quellwasser, welches durch unzähliges mineralhaltiges Gestein geflossen ist.

Wie ein guter Pu’er wandelt sich dieser Kollege kaum und legt dafür seinen Schwerpunkt auf Kontinuität und Beharrlichkeit in der Kraft seines618201493120Nuancenspektrums. Diesen gealterten Freund kann man unzählige Male in der selben Manier aufgießen, denn an Energie scheint es ihm nach all den Jahren nicht zu fehlen.

Als kleine Beigabe, hatte man mir noch chinesische getrocknete Pflaumen mit gesandt, die unseren heimischen zwar nahe kommen, aber dennoch auf618201493555gänzlich anderen Pfaden wandern. Unterstrichen mit einem Flair aus Osmanthus, einer gewissen säuerlichen Struktur und leicht salzigen Abstrichen, konnte ich nach dieser Verkostung kaum aufhören, jene Trockenkost zu naschen.

Fazit2.0

Wie ich mich auf diese Bestellung gefreut habe. Einfach großartig. Ich muss sagen, dass dieser Baozhong wahrlich etwas einzigartiges Darstellt. Mir persönlich hat diese Teestunde unheimliche Freude bereitet und sein Aroma hat mich selbst nach 8 Stunden immer noch erfreut. Wer die Gelegenheit dazu bekommt, sollte diesen unbedingt testen. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

Nachtrag 11.11.2014: TeaDB sind James und Denny, beide widmen sich ebenfalls dem Thema Tee mit solch einer Leidenschaft, dass ich schon seit langem ein Fan ihres Youtube-Review Channels bin. Vor gut einem Monat schickte ich den beiden diesen besonderen 40 Jahre alten Baozhong zu und heute kam die Episode online, seht selbst: 

theupshot

I was looking forward to this so badly because this wasn’t an easy undertaking. After a long search through thousands of pages at Taobao I found a seller I was so curious about her shop (I think it is a „she“) that I wrote her a message via Email and after a lot of emails, a transaction via Western Union and a week of waiting I am now a proud owner of several teas from the wonderful tea-shop „Tea Utopia“ from Beijing. The first tea I wanted to show you all was and is something really special. A long forgotten and 40 year old Baozhong from Pinglin, Taiwan.

I was so nervous before I opened to package but then I realized it was time to wait a bit. Because this old fellow needed some of it to get used to its new environment. After a short pause the aroma started to grow. And this was a fantastic experience because his character nearly lost everything that once resembled him to a green Baozhong. Also his visual appearance reminds me more of a Wuyi-type or Pu’er tea than a Baozhong. But lets get back to the aroma. In this case it turned out to be very woody and with a deep and tasteful mushroom scent to it. After the heat comes in it wasn’t possible to deny it that a very spicy fresh mint flavored amount was cooling the insides of my nose in such a intense but gentle way. The woody aroma wasn’t a fresh one but it was very delicate ripe like old Indian wood furniture or some type of old tree bark. But lets get back to the Pu’er part, because in so many ways his appearance reminded me a lot of this old Yunnan fellow but with a slightly difference in some very light and subtle old dried flowery and also sublte sweet aspects.

The Taste – Oh the taste was such a marvelous experience but not much of a difference to its aroma parts before but much more intense in their unfolding. The wet woody flair with a good amount on something stony – rock tasting and a very massive amount of mushrooms are fondling now the own senses in every possible delicious way. But already in the next moment this very earthy feeling turns into something very cooling and a bit spicy strong like a mint bonbon. Even if the Pu’er flair gets through the most now you will be able to taste what once was. Because after every sip a light and gentle sweet taste is kissing the back of your tongue in very decent ways of a cookie flair with another small amount on dried fruits like raisins and plums plus a bit of hazelnut cream. With another steeping this flair is not even really there anymore and now the wood-stone-mushroom parts are celebrating their victory. But another fellow in those very orange-red rusty cups is getting stronger too – a very cooling – a strong cooling aspect.

You can steep this fellow nearly endlessly without not much loss in his intensity but there isn’t much of a change between on steeping to another. It is more like it is with Pu’er type of teas. They convince with continuity and persistence. This was really a fantastic experience and I can’t wait to taste another tea by Tea Utopia. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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Ein Gedanke zu „Wenshan Baozhong – 40 Jahre alt

  1. Pingback: 40 Year Old Baozhong via Zero Tea Zen [Episode 79] | TeaDB

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