Menghai Dayi 7542

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Allgemeines2.0

Bisher fanden schon ein paar Pu-erh ihren Weg in die virtuellen Hallen von ZeroZen, vor allem die Firma Menghai Tea Factory spielt in diesem Bereich eine bzw. wenn nicht sogar die wichtigste Rolle überhaupt. Damals war es noch nicht so gängig sich mit Pu-erh zu beschäftigen, doch jener altehrwürdige Kollege machte in der Zeit des zweiten Weltkrieges immer mehr die Runde und vor allem die Herstellung in gepressten Ziegel bzw. Cakes wurde immer mehr ein Thema. Doch jenes Wissen aus alten Zeiten, verbunden mit neuen Errungenschaften lag damals noch fast ausschließlich im Wissen weniger Spezialisten. Diese waren nicht gerade wenige in ihrer Anzahl und gründet schlussendlich in der Provinz Yunnan 1940 die Menghai Tea Factory mit dem Ziel das Wissen aus Alt und Neu zu verbinden. Hierzu arbeiteten sie direkt mit den Farmern zusammen, deren Wissen schon seit Generationen weitergegeben wurde. Diese und die Kunming Tea Factory waren 1973 die ersten beiden Firmen die mit dem Konzept von cooked „wodui“ – das Reifen von Pu-erh’s, aufkamen. Um eigenständig walten und falten zu können, sprangen Menghai 1996 im Zuge der Privatisierungen der Tee Industrie mit auf den Zug und verwalten ihr Unternehmen seither unter gänzlich privater Hand. Die Firma Menghai nutzt als Erkennungszeichen für ihre Cakes eine vierstellige Nummer, in diesem Fall ist es der Menghai Dayi 7542. 75 steht für das Jahr in dem einer Pu-erh zum ersten Mal unter jener Rezeptur hergestellt wurde, also 1975. 4 steht für den Anteil / Mix an Blattwerk das genutzt wurde, in diesem Fall viele kleine Blätter und ein großer Anteil an Knospen. Schlussendlich die Zahl 2 steht für die Firma Menghai. Da jener Sheng Pu-erh unter Kennern in gewisser Weise als Aushängeschild für Menghai gilt, bin ich besonders gespannt darauf gewesen, wie sich jener in seinem Charakter ergibt. Aber mehr dazu erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

DasBlatt

Aroma: Frisch Kräuterlich (blumig) / leicht Gemüsig & Säuerlich / duftend Holzig / dezent Fruchtig / fein Würzig / „frisch“ geschorene Schafwolle ~

Wie man es von einem guten Tropfen seiner Zunft erwartet, ergibt sich schon im Bouquet seiner trockenen Selbst ein ungemein interessantes charakterliches Duft-Bildnis. Dieses entwickelt ein unheimlich frisch kräuterliches Unterfangen, welches nicht nur Wiesenblumen dezent mit sich zieht, sondern auch einen feinen Flair aus grünen Oliven preisgibt. Ein Hauch eines gewissen adstringenten872014123546Untergrunds darf hierbei auch nicht fehlen und legt eine zarte Untermalung auf Essigurken nieder und wenn wir gerade beim „Untergrund sind“: In jenen unteren Regionen findet sich auch ein alter chinesischer Bekannter wieder „Ulmenholz“, dieses Aroma verleiht jenem dunkelblau-schwarz-hellbraun-mit orangenen-weißen Highlights versehenem Blattgut einen gewissen reif-alten Touch und den Look eines gepresstem Oriental Beauties (in gewisser Hinsicht).

Fügt sich der Dampf einer aufgewärmten Kanne hinzu, entwickelt sich hierbei etwas gänzlich Neues und sogleich interessantes, das sich am Besten als „geschorene Schafwolle“ beschreiben ließe. Hierbei hat das Ulmenholz eine kleine Wanderung in den Nuancen-Schichten unternommen und findet sich nun87201413322im mittleren Feld ein, dabei entwickelt sich hier ebenfalls erstmals ein süß-säuerliches Unterfangen, welches einen guten Hang zu Rosinen aufzuweisen vermag. Dabei darf eine Brise an Würze nicht fehlen, welche man hier in dezenten Spuren von Anis und Kümmel wiederfindet.

Nach dem ersten Waschgang fühlt man sich ein wenig in andere süd-europäische Gefilde verschlagen, in die warm sonnigen Regionen der Toskana um es genau zu definieren. Mitten in einer Weinanbau-Region findet man sich hierbei wieder, zwischen Weinblättern und dem zarten Duft von grünen Oliven. Doch nicht alles bleibt in Italien verhangen, denn ein gewisser Ansatz eines sauren Charakters8720141360zieht hierbei weiter dezente Runden und lässt dabei den Vergleich zu Sauerkraut nicht aus bzw. gefüllte Kohlrouladen. Mit einem ungemein würzigem Charakter und ein wenig an Essig geht die Runde der rein duftenden Freuden zu Ende, während leicht hellgelbliche Tassen schon darauf warten verköstigt zu werden.

Man merkt jenen Blättern ihre junge Natur an, da diese in einem sehr satten olivenen Grün erstrahlen. Was hierbei besonders auffällt sind nicht nur die meist zerrissenen Blätter und ihre kleine Größe, sondern auch die Vielzahl an Stengeln die einem sofort ins Auge stechen.

dieAufgusse

Geschmack: Ungemein leicht Anfangs mit gewisser Würze (später steigend) / leicht Fruchtig / Hauch von Holz (Waldig) Tendenz steigend / dezent Nussig & Herb / sehr Kühlend / nach Honig duftend / später unterschwellig Pilzig / sehr Belebend ~

Zubereitung: 95° / 6g auf 160ml / 20/30/40/50sec/1min

Unerwartet ergibt sich jener hell-gelbliche Tropfen wahrlich leicht in den ersten Momenten seiner flüssigen Existenz. Im ersten Augenblick seines Daseins vollzieht sich eine gewisse würzige Struktur, welche aber zugleich einen Hauch von etwas leicht süßlich fruchtigem a la Rosinen und etwas an Birne einblendet – aber eher die Nashi-Variante. In der Rückhand, dezent untermalt, findet sich ein872014123919Hauch von Holz ein, welcher aber nur in Fragmenten durchscheint. Nussig wird es hierbei ebenfalls, aber nicht gänzlich ohne der Begleitung eines fein Herben Gastes, welcher aber nie unangenehm auffällt, dafür vielmehr das Geschehen aus Kürbiskernen und Hummus (Kichererbsen) gekonnt unterstreicht. Neben der ersten Instanz eines kühlenden Flairs im Nachhall, dessen Wesen sich sehr stark872014124358vertretend im Mundraum und leicht im Rachen entfaltet, wandelt sich sein Gebilde nach und nach in etwas fruchtiges mit leichten Kräutern beseelt um und schwingt so noch eine Weile vor sich hin. Bevor man jenen Sheng ein zweites Mal begrüßt, fällt ein Aspekt besonders auf, welcher sich in den leeren Tassen abzuspielen scheint, denn hier entwickelt sich ein ungemein Honig-lastiger Duft.

Im zweiten Akt hebt sich das Podest rund um die Nuancen-Welt des 7542 um einiges an und setzt auf jedem Akzent einen stärkeren Stempel an. Das Ergebnis ist ein wunderbares Aroma und ein voller, runder Geschmack. Ansonsten verbleibt das Geschehen wie zuvor, nur eben um ein vielfaches verstärkt, so auch die Herbe im Geschmack, welche sich nach und nach in ein süßliches872014124552Gebilde wandelt. Dieses erinnert sogar in manchen Momenten dezent an rote Äpfel. Doch ohne jeden Zweifel steht bei diesem Kollegen die Würze am weitesten oben in seiner Nuancen-Rangliste, vor allem merkt man dies an einem Gemisch aus Anis, mit einen Hauch von Kümmel und unterschwellig872014125153abgerundet in einem Touch von Reishii Pilzen auf Karton und Holz (Äste und Zweige) gebettet. Die Kühlung setzt hierbei erst unheimlich spät ein, wo sie vorher sofort ihre Anwesenheit in den Vordergrund setzte, durchläuft man nun erst 2-3 Stadien im Hall jenes Moments, bevor diese Kühle erstmals seine zweite Aufwartung macht.

In den folgenden Runden setzt seltsamer Weise die Kühlung wieder am Anfang ein, doch die Herbe weicht immer weiter zurück an den Rand des Geschehens.872014125526Ab diesen Momenten schmeckt man immer mehr und verstärkt, das natürliche Umfeld jenes Tropfens gekonnt heraus, welches sich in einer Mischung aus872014125854Wald, Äste, Zweige, Erde und Fels ergibt. Dieser Pu ist nichts für zarte Nerven, da er sogar die müdesten Geister wieder ins Leben zurückführt.

Fazit2.0

Dieser ausgewogene Tropfen konnte mich sehr überzeugen. Zwar setzte sein volles Potential erst im zweiten Akt (trotz einem rinse) ein, aber hielt dafür über unzählige Runden (mind. 10 Aufgüsse) an. Man findet unzählige Berichte über jenen Sheng der Firma Menghai und ich würde sagen – dies nicht ohne Grund. Selbst jene die etwas skeptisch jener Art von Tee gegenüberstehen könnten, werden ihre Freude mit diesem köstlichen Trunk haben. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

There is one Sheng Pu-erh produced by the Menghai company that is some sort of their flagship – the 7542 Dayi Menghai. In this particular case it was produced in 2011 and I was really curious about its nature and if this Sheng really is what so many say, write or talk about it. So just take a closer look.

Lets start with the visual look. In this case dry and wet are again a two pair of shoes thing. In his dry state it resembled a lot like a pressed Oriental Beauty with his colorful appearance from a darkish blue into white and light brown highlights and some hints of orange. But after the heat kissed this compressed brick (cake) his fresh green nature gets totally through. Now the main color is definitely an olive green with a lot of smaller cut leave part and a great amount on stems.

But this olive characteristics aren’t only presented in his look but also slightly in his first moments of his scent linked with a nice composition of some spicy herbs. And there is a lot going on in the underground of this little 3 year old fellow which is a nice delicate mixture between astringency of some pickled cucumbers and a nice undertone of Chinese elmwood. After the 7542 called a warmed up teapot his new home a totally new essence shows up which might sound a bit strange but in combination with elmwood, some fine layers of raisins, anise and caraway it was a nice piece of an aromatic art – and the winner is a sheep or better to say like fresh shaved sheep’s wool.

After the first rinse the location suddenly changed dramatically from China to the deepest countryside of the Toscana, Italy. Now we are standing in the middle of a wine growing area with the scents of grape leaves and olives but also with something different none region related – sauerkraut (sourcrout) but just a hint or like a hint of cabbage roll.

But lets skip to the main act „the taste“. Now after the first rinse the leaves should be ready to show their full potential but this isn’t 100%ly the case. Because the first impression is quite a light but spicy and slightly sweet fruity one with hints of raisins and a bit of pears (more like apple pears). Holding in his backhand you are going to notice a fine mixture of something nutty like pumpkin seeds and hummus with a nice but never being pushy texture of something bitter. The cooling effect is there immediately and massive in his unfolding especially inside the mouth and slightly inside the throat. But this feeling changes quite fast into something sweet with a very herbal touch to it. Before the next round and so the second steeping starts you might find one aspect quite interesting „the scent of the empty cups“ and in this case it was very intense honey-ish.

At round number two nothing is slightly or subtle anymore which was the case in many aspects before. But also the intensity of the bitterness is growing but still not in an unpleasant way. But from one second to another this changes again into something quite sweet fruity-ish even with some aspects of sweet red apples. But without any doubt one of the strongest and main aspects is a great fusion of some spice herbs like anise and caraway with a good amount on reishii mushrooms embedded on something woody with a slightly hint of cardboard. But now the cooling effect is quite late and you need to get through a least 2-3 stages inside the aftertaste before he shows up.

The following steepings are staying more or less on the same level as the second one was with a slightly difference. Because now the cooling effect is starting his show on the first place again and the bitterness is getting lower and lower. But another aspect is very nice and really welcomed – the power of nature – as I call it. Because after the second steeping all his environmental surroundings of earth, twigs, stems and stones are getting more through.

The quality was nice and well composed and I really enjoyed it. But it needs some time to develop and reach his full potential. Beside that this fellow is a great start to show tea friends which are new to Pu-erh how great it could taste. But one last side note: This isn’t an easy going Pu-erh because it is quite strong and nothing for bad nerves. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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