~ Fourmosa ~ ZeroZen Special

Fourmosa
Allgemeines2.0

Heute ist ein ganz besonderer Anlass für mich, denn ZeroZen hat seine 20000er Besucher-Marke erreicht, daher möchte ich euch heute nicht nur danken, für eure treue Leserschaft, sondern euch für diesen ehrwürdigen Tag mit einem ebenso speziellen Bericht belohnen. Von einem Tee-Kollegen, genannt „Der Teeist“ habe ich erst kürzliche eine kleine Spende mit vier unterschiedlichen Taiwan Oolongs erhalten. Dies nahm ich zum Anlass alle vier in einem Vergleich in dieser Review vorzustellen. Daher gibt es heute keine Wertung im eigentlichen Sinne wie sonst, sondern eine Platzierung von einem zum anderen Oolong. Wer nun am Besten abschneiden wird und was ihr sonst noch so geboten bekommt, das erfahrt ihr nur hier und jetzt, auf ZeroZen.

Dong Ding Qing Xin Oolong (Frühling 2013)

Zubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 1min/ 1:30min/ 2min

Vielleicht lag es auch an der Verpackung, aber zu Anfangs ergibt sich jenes Bouquet aus seinen getrockneten, recht dunklen elegant anmutenden Knospen eher sehr subtil. Man erhascht zwar eine leichte Woge an „Cookie-Noten“ und einem zarten Gefüge aus Blumigem, aber sehr dezent. Erhält jener Kollege erstmals eine warme Dusche lässt sich sogleich auch sein wahres Innenleben828201422246erahnen. Hierbei sind es vor allem süß-würzige Ansätze von ein wenig an Zimt, dazu ein Hauch von Vanille und ein blumiges Gemisch aus Osmanthus und Jasmin, die hier den leisen Ton angeben. Denn der Dezibellevel erreicht hierbei niemals den Pegel, welchen man sich vielleicht wünschen würde.

Auch wenn die Musik im Dufte eher auf leiser Lautstärke fiedelt, ist die Optik in höchstem Niveau vertreten, denn jene satt dunkelgrünen, fast gänzlich komplett828201422926erhaltenen Blätter sind ein Schmaus für die Augen. Dabei erkennt man noch weiters einiges an Stängel und rote Verfärbungen an den zackigen Rändern jener Blätter.

Dieser Tropfen besitzt etwas von Meer im Geschmack, doch bezieht sich dies nicht auf „mehr“ an Intensität. Alles verläuft auf recht mittlerem Segment. Vor allem der Nachhall im Sein von Honig, Zimt und blumig keksigem ist ein wahrer828201422712wohltuender Effekt in jenem leichten Spiel. Im abgekühltem Zustand hinterlässt er einen Flair von Nektarinen und Jasmin im Nachhall.

Im zweiten Anstoß entwickelt jener Tropfen einen leicht pfeffrig würzigen Charakterzug und ebenfalls ein gewisses Maß an seifiger Struktur im Geschmack, was recht typisch für jene grünen Oolongs zu sein scheint. Doch auch dieser weitere Aufguss in etwas längerer Montur ändert nichts an seinem dezenten Auftreten.

Dong Ding Qing Xin Oolong halb-oxidiert (Herbst 2013)

Zubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 1min/ 1:30min/ 2min

Im trockenen erspäht man geruchstechnisch auch hier nicht sehr viel, außer einer leicht Adstringent blumigen Stimmung. Die Knospen sind hierbei weitaus kleiner, als man sie beim Vorgänger bewundern konnte und so auch heller in ihrer farblichen Nuancierung.

Hat jenes Blattgefüge erstmals ein Bad genommen, merkt man schon hier einen entscheidenden Unterschied, welcher vor allem einen weitaus intensiveren Back-Keks-Flair verströmt. In diesem Fall öffnen sich die Blätter nach dem ersten Wassergang nicht gänzlich, wie es beim Vorgänger der Fall gewesen war. Wie828201422120gesagt steckt bei jener herbstlichen Ernte weit mehr an Aroma in jenen etwas kleineren und teils nicht so zur Gänze erhaltenen Blättern, als es beim Dong Ding der Frühjahreszeit der Fall war. Vor allem erkennt man dies in einem sehr dicht8282014221833keksigem und blumigem, fein säuerlichen Gefüge im Bouquet. Auch ein fruchtiger Anteil dringt hierbei an die eigenen Nasenwände heran, welcher vor allem sein Hauptaugenmerk auf eingelegte Kirschen und Pfirsiche legt. Dezent erinnert seine Backmischung an einen türkischen Honig gekoppelt mit Spekulatius und dem genannten Anteil an Frucht.

Der Geschmack in jenen unheimlich hell gelbweißlichen Tassen ergibt sich im ersten Moment sehr süß, zwar undefinierbar, aber süß. Danach folgt ein Kribbeln auf den Zähnen und der Zunge, welches sich metallisch Adstringent entfaltet, bevor es im sich in ein kühlend balsamartiges Gefüge auf den Lippen und dem Gaumen wandelt. Der Geschmack im Süßen tendiert nach und nach vor allem in Richtung Frucht und Süßmittel, während man immer etwas leicht8282014221623einen Flair aus Schwarzbrot heraus filtern kann, dazu folgend erstreckt sich ein Echo von etwas grün gemüsigem a la Zuckerschoten. Der kühlende Nachhall ist hierbei noch eine ganze Weile zu vernehmen. Im späteren Verlauf intensiviert sich jenes Gesamtkonzept etwas, aber verändert sich kaum in seiner Struktur, aber etwas in seiner farblichen Präsenz.

Yu Shan Qing Xin Oolong (Frühling 2013)

Zubereitung: 95° / 5g auf 200ml / 1min/ 1:30min/ 2min

Schon alleine im trockenen Zustand vernimmt man hierbei am Meisten an Nuancen, welche sehr satt und dicht daher kommen. Vor allem eine süße Struktur zeigt sich hier auf den eigenen Geschmacksknospen erkenntlich. Auch die visuellen Knospen jener gerollten Blätter ergeben sich wieder etwas voluminöser und im stärksten Vorab-Aroma bisher. So stelle ich mir persönlich ein Bildnis an Aromen vor. Zwar öffnen sich die Knospen auch hier nicht komplett nach dem ersten Waschgang zur Gänze, aber dies scheint wohl8282014222112langsam, aber doch ein Indikator zu sein, dass sich in solchen Fällen weit intensivere Aromen und Geschmäcker ergeben. Vor allem überrascht sein unheimlich dicht balsamartiges Gefüge, welches sehr an Eukalyptus erinnert. Auch hier sind die Blätter erneut wunderbar und fast gänzlich in einem saftig grünem Sein erhalten, dabei ohne merkliche rote Ränder an den zackigen Seiten.

Der Nektar jenes Trunks ergibt sich in einer fein cremigen Montur in jenen hellgelben Tassen. Dieser setzt vor allem auf sehr fruchtig nussige Akzente mit einer metallischen Adstringens und einem darauffolgenden Kribbeln in der Zungenspitze und am Gaumen. Mit dem metallischem schwimmt auch eine gute Menge an Süße mit, welche wie gesüßt oder besser gesagt mit Honig veredelt wirkt. Dabei kristallisiert sich ein Hauch von Lakritze heraus, welches sich mit828201422287Mandeln, Sonnenblumenkernen und blumigen Ansätzen aus Osmanthus und einem Hauch an Jasmin vermengt. Den Osmanthus Anteil vernimmt man hierbei am intensivsten. Keksige Anspielungen, vor allem fruchtige Nachbarn in Form von roten, sehr süßen Äpfeln sind schlichtweg nicht abzustreiten, so auch wie folgt rote süße Weintrauben und ein Hauch von Honigmelone im Nachhall bzw. tief im Echo vergraben.

Später verbleibt vor allem ein sehr kräuterlich, etwas schärferes Gefüge im Rachen verhangen, was eine sehr interessante Erfahrung mit sich bringt. Wie schon bei gewissen Vorgängern entwickelt sich hier, aber weit massiver der Pegel an Blumigen nach oben, so auch das säuerlich metallische Kribbeln auf den828201422267Zähnen, begleitet von einem parfümlastigen Zusammenspiel und einem fruchtigen Finish aus genannten Äpfeln, süßen roten Weintrauben und nun mit dem Hauch an Erdbeere am Ende jenes Echos. Vor allem der letzte Hauch an Nachhall in jenem Stück ist im Mundraum auf eine solch süße Art noch lange vertreten.

Li Shan Huang Jin Oolong (Frühling 2013)

Zubereitung: 95° / 3g auf 200ml / 1min/ 1:30min/ 2min

Last but not least folgt nun die Nr.4 und somit der letzte Kandidat in diesem Spiel. Auch hier erkennt man erneut, wie in Nr.1 und 2 kaum ein merkliches Aroma ohne jegliche Zufuhr von Wärme oder einem Waschgang. Mit jener Wärme versprüht dieses Knospengeflecht ein recht dunkles Aroma, welches sehr dicht an Schwarzbrot erinnert. Was an den Knospen visuell vor allem auffällt ist8282014222936deren sehr heller Look, welcher sich nach einem Waschgang auch sogleich erklären kann, da dieser mit einer unheimlich großen Vielzahl an gelblichen Stängeln beseelt ist. Offen sind die Blätter um einiges kleiner, als jene zuvor, aber dafür sind fast alle zur Gänze erhalten und in einem satten Grün, ohne rötliche Verfärbungen vertreten.

Das jener Tropfen einer anderen Natur gerecht wird, konnte man im Grunde schon erahnen, denn wo es zuerst das Brot war, sind es nach dem ersten Aufguss gänzlich andere, sehr gemüsige Faktoren die jenes Bildnis nun8282014223244bestimmen. Dieses ergibt sich in einem köstlichen Gemisch aus hellen Bohnen, Erbsen bzw. Edamame, gefolgt von Zucchini und etwas an grünem Salat, welcher sich ebenfalls zu diesem gesunden Gericht hinzu gesellt. Fruchtige oder gar süße Ansätze sucht man hierbei vergebens.

Sammelt man diese gesamten Facetten zusammen und packt sie nun in jene strahlend hellgelben Tassen, hat man genau jenen Geschmack in seinem Munde, wo sich dieser nun genüsslich breit macht. Denn von der gesamten Gemüsepalette bis hin zu einem sehr krossen Schwarzbrot mit etwas Butter und einem Hauch eines feinen milden Brie ist hier die Speisekarte gekonnt und8282014223123elegant gewählt. Nur sehr spät im Echo vermerkt man einen minimalst dezenten Hauch einer Süße, welche aber keinen Geschmack an sich angehört. Auf selbigem Niveau verleibt es auch in der nächsten Runde, nur etwas leichter in seiner Entwicklung. Einzig neu dabei ist ein dezentes Auftreten von gegrilltem Butterfisch und einer sehr säuerlichen Annäherung mit jedem Schluck.

Fazit2.0

Fourmosa1
Fourmosa2Fourmosa3Fourmosa-4

Nun zum Ranking, welches hier eigentlich in verkehrter Reihenfolge seinen Platz findet, zu mindestens fast. Der erste Oolong landet auf dem letzten Platz, da dieser einfach viel zu subtil in seiner Entfaltung war, zwar angenehm für zwischendurch, aber auch nicht mehr. Der zweite im Bunde landet auf dem dritten Platz, denn er geht zwar einen ähnlichen Weg, wie sein Kollege zuvor, aber etwas dichter in seiner Entfaltung. Nun wird es interessant, denn die Nr.4 ist hierbei auf dem zweiten Platze gelandet, da sein gemüsiger Kontrast zu den anderen Sorten, eine gelungene Abwechslung bietet. Aber der klare und unanfechtbare Sieger ist die Nr.3 der Yu Shan. Denn solch eine dichte an Aromen und Geschmack wünscht man sich von einem Taiwan Oolong. Somit stehen die Plätze fest. Ich fand diese gesamte Verkostung sehr interessant und bot mir eine gute Abwechslung zu den üblichen Tee-Stunden, aber mit den 20000 war dies eben auch keine übliche Tee-Session. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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2 Gedanken zu „~ Fourmosa ~ ZeroZen Special

  1. Vielen Dank für die tollen Beschreibungen! Ich wüsste gerne, wo man die weißen Tassen bekommt, die du für den Dong Ding Qing Xin Oolong benutzt hast.

    Viele Grüße von einem Teefreund

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