Gaoshan Shuijingui (Yancha)

GaoshanShuBanner
Allgemeines2.0

Manchmal bedarf es den richtigen Zeitpunkt für den rechten Tee zu schaffen. In letzter Zeit folgten meist stets Berichte von Tee-Freunden und deren Sortimente, im Grunde ist es auch heute kein Tee aus eigenem Garten, da dieser leider auch („noch“) nicht existiert, aber ein Tee den ich mir rein für meinen persönlichen Genuss angeschafft hatte und ihn bis zu diesem letzten Tropfen jener Review hier von Herzen her genoss. Wie der damals schon hochgelobte 40 Jahre alte Baozhong stammt auch jener wunderbare Oolong aus dem Sortiment von TeaUtopia die ich über Taobao gefunden hatte. Dank meiner Entscheidung in gänzlich kaltes Wasser zu springen entwickelten sich in den letzten Monaten unvergessliche Momente, dank einer Vielzahl einzigartiger Sorten jenes Online-Teehauses.

Wuyi zählt zu meinen liebsten Gegenden wenn es um Teesorten geht, so stammt auch dieser Yancha der „Gaoshan Shuijingui“ aus jener wunderbar felsigen Region. Warum es am Ende genau jener aus ca. 10 Sorten geschafft hat hier auf ZeroZen einen Platz zu ergattern, das erfahrt ihr nur hier und jetzt auf ZeroZen.

DasBlatt

Aroma: Unglaublich dominant dunkel Schokoladig später in Fusion mit Kaffeesatz / trocken Fruchtig auf mittlerem Niveau später in frischer Montur / daraus entwickelt steigend etwas Säuerlicher / elegant Minzig / dezent cremig Alkoholisch / gut platziert Nussig / später steigend Rauchig ~

Schon in jenem mit Erwartungen angespannten Moment in dem sich die Packung öffnet entflieht diesem dunklen Inhalt ein solch dichter Schwall an Aromen, welcher sofort den unmittelbaren Raum für sich beansprucht. Dies geschieht in einer solch ungemein dicht satt und tief dunklen Schokoladen-1114201417324Montur, dass es jetzt schon an Vorfreude auf den eigentlichen Genuss kaum mehr auszuhalten ist. Zu diesem ersten Eindruck der die eigenen Sinne liebkost gesellt sich unter anderem eine fein gelegte Spur aus Rosinen und Walnuss im dichten Gemisch dieses Knusperwerks. Mit jedem Atemzug gleitet nicht nur ein 11142014145625Gefühl von etwas dezent säuerlichem durch die eigenen Geruchssinne, sondern auch ein elegant komponierter Akzent von etwas minzig, leicht scharfem mit einem begleitenden Gefüge aus etwas dicht cremig alkoholischem, das mich einerseits an Brandy, aber auch etwas, dank des Fruchtvorkommens, an chinesischen Pflaumenwein erinnert.

Das Blattwerk selbst ist im eigentlichen ein wahres Sammelsurium von allem was man in einem Tee nur finden könnte. So kristallisiert sich ein großer Anteil an mittlerem Werk hervor und wird gefolgt von einigen sehr groß länglich gerollten Blättern in einem dichten satten Kobaltblau-Schwarz Nuanciert. Daneben findet man auch sehr kleine Stücke in großer Anzahl bis hin zu einer dichten unteren11142014145147Schicht an Staubigem. Typisch für jenes Knusperwerk schimmert an einigen Enden etwas rotbraunes durch. Gerade weil mir diese Verkostung sehr am Herzen lang wollte ich dennoch nicht alles dem Schicksal überlassen und legte hierbei selbst Hand an, bei der Auswahl an Blattwerk, darum gelangten auch meist nur große bis mittlere Stücke in diese Tee-Session hinein.

In aufgewärmten Gefilden wird es nun weitaus säuerlicher und zum ersten Mal erkennt man den rauchigen Aspekt aus diesem kleinen aromatischen Kunstwerk heraus. Das säuerliche verdankt dieser Tropfen vor allem den fruchtigen Zügen von Rosinen, aber auch der weit dunklere Kollege in Folge und einer Fusion aus111420141662Kaffeesatz und dunkler Schokolade trägt sein Päckchen dicht und massiv dazu bei. Dabei ist nichts zu überdreht oder gar unpassend platziert, vielmehr erhält man einen Gesamteindruck von dem, dass hier Wissend und mit bedacht gehandelt bzw. komponiert wurde.

Nach dem ersten Waschgang steigert sich der rauchige Part genüsslich nach oben und wechselt mit dem Rest etwas die Szenerie. Nicht nur, dass aus Rosinen nun meist reif frische rote Weintrauben wurden, erkennt man etwas dick dicht Süßes11142014161014in diesem Geschehen, welches nun im Raum schwebend seinen Charakter a la Waldbeeren-Sirup zum Ausdruck bringt. Alleine dieser Anfang an Genuss nimmt nicht nur Mensch, sondern auch Raum ganz und gar für sich alleine ein.

Das feuchte Blattwerk ist wunderbar in seiner Natur zu beobachten und weist eine solche Frische auf – in ihrem fast gänzlich dunklem satten Sein von Grün und dem Schimmer von einem zarten Violett.

dieAufgusse

Geschmack: Ungemein massiv dicht cremig Schokoladig und weihnachtlich Süß / Sammelsurium an Nussigem / gute Mischung aus getrocknet fruchtiger Zweierlei / Nachhall minzig mineralisch Steinig – Tendenz steigend / sehr ergiebig ~

Gongfu-Style: 95° / 6g auf 150ml / 20/30/40/50sec/1min

Noch immer von dem Aroma völlig in den Bann gezogen erreicht nun erstmals jenes Zusammenspiel der Sinne in anmutend Bernstein-farbenen Tassen die in Erwartung schwelgenden Geschmacksknospen. Fast schon tanzend wirkt der aufstrebende Dampf, der wie jener aus den unzähligen Kaminen der Dächer Wiens an diesem winterlich sonnigen Tag seine Aufwartung dem Trinkenden 1114201415530erweist. Dampfend und schimmernd im Licht der in leichtem Winterschlaf verhangenen Sonne stellt dieser Tropfen schon mit dem ersten benetzen der Lippen einen wahren Höhepunkt in seinem kleinen sich befindenden Kosmos dar. So folgt von dieser Sekunde an ein Sammelsurium an Höhepunkten dem anderen in diesem dicht dick cremigem Gedicht von einem wahren Virtuosen eines Wuyi Oolongs.

Was schon im Aroma langsam anfing an der Glocke des guten Geschmacks zu läuten, findet nun keinen Einhalt mehr und schwingt die Schnur mit gefolgtem Schall und Knall, dass es den Gaumen auf den Kopf und wieder zurück stellt. Hier Tanz die Zunge und steppt jede Knospe auf einem Gedicht das nicht11142014152637passender zu dieser weihnachtlichen Zeit passen könnte. Mit einer solch elegant komponierten und niemals störenden säuerlichen Struktur rollt eine solch massive Welle an Nuancen an die eigenen Geschmacksknospen heran, angeführt von dem Hauptakteur an dunkler Schokolade in Fusion mit „Weihnachten“. Unter diesem Überbegriff befindet sich ein direkter imaginärer Streifzug durch11142014154447einen schimmernd in buntem Behang und süßlichen Düften schwelgenden Adventsmarkt dessen aromatischer Pool eine Mischung aus Keksen, gefolgt von dampfend heißem Grießbrei mit Zimt und eine Fusion aus einem Hauch Vanille mit Spekulatius darstellt und von diesen Aromen wahrlich durchzogen wird. Darauf kredenzt sich in anrollenden wechselnden Abständen mal diese oder jene Nuss aus vor allem Mandeln, dann aber wieder durch den Bestand von Walnuss und abschließend sogar den von Haselnuss. Doch wo ein Weihnachtsmarkt ist da darf auch ein Stand mit dampfend duftenden Maroni (Esskastanien) nicht fehlen. Durch diese schließt nun das nussige Feld etwas ab und verweist nun auf die11142014154848fruchtigen Züge in diesem genüsslichen Unterfangen der Sinne. Dabei legt sich das Spektrum meist auf getrocknetes a la Rosinen und Feigen. Dem noch lange nicht genug wechselt sogar der Nachhall seine Gewänder und bildet mit einem Hauch des Hauptaktes ein neues Bildnis aus einem sehr mineralisch-steinigem11142014155539und minzig scharfem Echo. Dabei kühlt es aber Kaum, nur dezent an den Lippen, dafür bringt es eine gewisse kribbelnde Schärfe mit sich. Auch wenn hier alles recht dicht und massiv wirkt, wird es dabei aber nie überzogen / übertrieben, sodass ein Ungleichgewicht entstehen könnte. Jeder Prozess, jeder Abschnitt wirkt wohl durchdacht und komponiert, sodass es wahrhaft eine Freude ist diesen Tropfen zu genießen.

Im zweiten Akt wird es kaum anders in seiner Präsenz, dabei kommt vor allem der Nachhall mit seiner ursprünglich steinigen Natur immer gezielter zum Ausdruck. Die Dichte von Weihnachten und dunkler Schokolade verbleibt dabei aber weiterhin im Vordergrund und bildet somit die genüssliche Front in diesem Akt der Sinne. Zugegeben wird es im dritten Akt mehr kühlender und das Kribbeln steigert sich ebenfalls schon mit dem ersten Schluck nach oben. Auch1114201416434der steinige Anteil tritt schneller in den Vordergrund, aber ohne dabei den Rest großartig zu verdrängen. Dieser Tropfen hält was man von ihm erwartet hat bzw. was man im besten Fall gehofft hatte. Somit bleibt noch eine lange Zeit das Fest der weihnachtlichen Gaumenfreuden eröffnet und schließt seine Tore erst nach dem die Uhr 10 zu abendlicher Stunde geschlagen hat.

Fazit2.0

Ich kann nur sagen „So läuft der Hase“ bzw. der „Wuyi Oolong“ wenn alles sitzt wo es zu sitzen hat. Dieser Tropfen passt sich nahtlos an die derzeitige winterliche Szenerie an und weiß dabei den Gaumen genau mit jenen passenden Advent-Geschmacksrichtungen zu belohnen, die man sich nur zusammen fusionieren könnte. Auch hier erkennt man sofort die wissende Hand die am Werke war und mit diesem Tropfen einen wahrlich wunderbaren weihnachtlichen Zauber geschaffen hat, der nicht nur lange für Gaumenfreuden sorgt, sondern auch in seiner Komposition voll und ganz überzeugt. Daher ist es auch diese Woche erneut Gold, welches auf ZeroZen schneit. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

So finally the day has come and it is time for some great and unforgettable stuff of my personal stock. Since the end of summer I enjoyed around 10 different types of teas from the wonderful tea shop TeaUtopia found on TaoBao. Not everyone of them reached an marvelous state but some of them did. This Gaoshan was definitely one of them and the reason why is going to be told now.

Inside this very blue-ish black shimmering tea you can find nearly everything you might looking for. Starting with a lot of middle sized and broken leaves your are going to see a lot of bigger ones too but also a lot of dust in between. There was not much left of this wonderful Wuyi because I enjoyed a lot of it in advance the months before but to guarantee the best outcome I decided to lay hands on myself in this very case. So I just chose longer and bigger parts for this session. Wet steaming and now colored into a very dark intense green you might notice a lot of bigger parts again now a bit more open and with a very nice to look at violet shimmer on it.

But let’s face the aromatic part of this deep intense and massive Wuyi Yancha. This Gaoshan Shuijingui is a winner from the start. There is already so much going on in the very moment you open up the bag and take a deep breath. There it is a profoundly intense dense dark chocolate flair with a fine layer on both sides one for raisins and the other one for walnuts. With every breath you take comes something sourly closer and closer to your scenting ability but not alone. This type of flavor isn’t walking his path alone. Followed by his footsteps you are going to sense a very fresh a bit of a spicy flair of mint evolving step by step into something creamy liquor like brandy or compared to the subtle fruit parts a bit like Chinese plum wine.

Warmed up teapot plus Wuyi Oolong means different and stronger nuances. In this case the sourly aspect is growing but as you might guess not alone because for the first time you’re getting to notice the smokey charcoal aspect to it. Even the dark and massive chocolate part isn’t alone on his way and found a new companion „coffee dregs“. On the first sight you might think this sounds very intense and maybe a bit to much or overwhelming but it isn’t. Yes it is a strong character but not in a single moment to much or unbalanced.

After the first rinse the smokey aspect is growing as the rest is too and changing. Most noticeable in the fruity parts. Because the whole scenario is changing from dried fruits into very fresh ones like red wine grapes and also a very thick and sugary sweet wild berries sirup.

But what counts is the taste and this part of this delicious coin was the best to it. Only the aroma is a necessary to create a massive intense ringing of the own bell of taste. And this very bell is loud clear and strong as it could be in such an elegant and well composed way you can think of. The main actor inside this delicious marvelous play is still the part of dark chocolate but to name just him would be a total understatement for this type of glorious brilliancy. If I say it is Christmas and holy moly it is Christmas and you’re standing deep in the middle of it right now. Right in the middle of a Christmas market with all his intense and sweet nuances you can think of. Starting with steaming hot cinnamon spiced semolina pudding and a great sweet cookie package mostly noticeable because of speculoos and spices of vanilla. Walnuts aren’t the only nuts rolling around under this Christmas tree and share their place with a big part of almonds and a light hint of hazelnuts with a last add to it of steaming hot chestnuts. If you take care or maybe missed the fruity parts until this point of story you are getting rewarded with a bunch of dried ones like plums and of course raisins. The aftertaste is long deep and intense as the rest is. Inside this long lasting echo you will recognize a not much cooling but very tingling spicy herbal feeling of mint and a very mineral stony touch to it which is growing from one steeping to the other. Later it becomes more and more cooling and also the mineral part is growing. In fact those doors are closed soon until 10 at least.

I enjoyed this little fellow a lot I mean A LOT as you might noticed. Everything pleased my senses and rewarded me with such a great time I had with it. There wasn’t any unbalanced moment to it or anything I could think of which would have been better. This Wuyi Oolong is highly recommended from my point of view and received well deserved a golden ranking. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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4 Gedanken zu „Gaoshan Shuijingui (Yancha)

  1. Deine Beschreibung des Tees macht so richtig Lust darauf, mal wieder Felsentee zu trinken! Shuijingui hatte ich noch nie – wird wohl mal Zeit.

    • Ahoi Gero!

      Danke dir :), solche Worte bauen immer wieder auf und es freut mich dich in den felsigen Bann gezogen zu haben, na dann rann an den Felsen mein lieber Herr 😀

  2. Hi Philipp,

    I enjoy your blog a lot, and ordered two Tea Utopia teas via Taobao as a result. I’ve just tasted their Gaoshan Tieluohan and also liked it very much. You mentioned somewhere I read that you’ve just established direct email contact with Tea Utopia. Would you be able to pass on the email address (a private email would be fine)?

    • Ahoi and thank you so much. I appreciate such kind words a lot. Of course I can hand over the email of Tea Utopia: teautopia@qq.com the contact is called Rin. Best way to buy is sending via Western Union that’s how I did it. Easier and you don’t need a Taobao Agent ;).

      Cheers and all the best from Vienna
      Philipp

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