Wudong Phoenix Dancong „single tree“

WudongDanBanner
Allgemeines2.0

Bei Dancong Oolongs hört man oftmals den Begriff „Single Tree / Bush“, damit ist gemeint das jener Tee nur von einem Strauch/Baum geerntet wurde. Dies impliziert einen wahrhaft reinen Charakter und somit etwas einzigartiges an sich. Früher wurde jener Dancong nur auf diese Art geerntet, doch in unserer modernen Zeit wird dieser Aspekt nicht mehr ganz so ernst genommen. Meist bezieht man sich in diesem Kontext nur noch darauf, dass jener Tee von ein und der selben Gattung / Abspaltung des Mutterbaums abstammt. Doch hier kam ich in den Genuss einer wahrhaft echten Single Tee-Probe eines Phoenix Dancongs. Dieser ist wahrlich kein Schnäppchen und kostet pro Gramm 1 Euro, daher war ich sehr gespannt was dieser Sprung ins kalte Wasser ergeben wird. Ob dieser Tropfen mit einem wahrlich einzigartigem Aroma und Geschmack auftrumpfen konnte oder am Ende der Grund klar wird, warum dieser Baum immer noch Single ist, das erfahrt ihr nur hier und jetzt auf ZeroZen.

DasBlatt

Aroma: Anfänglich sehr subtil / später steigend fruchtig Süß / elegant florales Gedicht ~

Schon der erste Kontakt lies mich etwas die Stirn in Runzeln verfallen, denn merkwürdigerweise entwickelt sich in den knusprigen Gefilden seiner trockenen Phase recht wenig an aromatischem Profil. Man erhascht zwar hier und dar fein112015183218Blumiges mit dem Hang zu süßen Tönen, aber vielmehr entwickelt sich auch nach tieferem graben der Knospen in den Tiefen des Geschmacks nicht. Somit liegt alles etwas im Dunkeln verhangen und wartet darauf aufgedeckt zu werden.

Optisch besticht jenes knusprig gerollte Blattwerk, welches recht groß ausfällt, durch eine farbliche Grundessenz aus herbstlichem Stimmungswechsel von einem gesamt schwärzlich dunklem Sein mit feinstem violett und rötlich braunen112015183030Schimmer beseelt und mit einigen smaragdgrünen Highlights bestückt. Wunderbar saftig grüne und vor allem große Blätter entdeckt man nach dem jenes Blatt einem erhitztem Bad unterzogen wurde, dabei sind es vor allem die zackigen Ränder die in schimmerndem rotbraun erstrahlen.

Ich muss gestehen, dass ich zuerst schon fast dem Glauben verfiel, dass meinem Geruchssinn ein Unfall unterlaufen wäre, doch auch meine wundervolle Frau11201519256bestätigte, dass ich hier leider keinem Irrtum unterlag. Denn auch in aufgewärmter Kanne wird die Beziehung zwischen Single Tree und Geruchssinn kaum inniger, was ich wahrlich nicht erwartet hatte.

Doch nach dem ersten Waschgang geht es nun langsam, aber dennoch los. Hier erspäht die Nase ein wunderbares Bouquet aus floral frisch duftendem Gefilde, welches an die aromatische Entfaltung eines Blumenladens erinnert. Ein wenig Rose und viel an Orchidee geben hier den entsprechenden Ton an. Dazu gesellt sich eine sehr fruchtig süße Mischung aus eingelegten Kirschen gefolgt von11201519411einem Hauch an Feigen. Dazu fusioniert ein wenig frischer Pfirsich mit Nektarinen zu einem genüsslichem Gebilde zusammen. Dennoch verwundert es mich weiterhin, da ich einfach weit mehr Dichte und Intensität erwartet hätte. Denn selbst nach dem ersten Bad entwickelt sich jener Kollege weit subtiler, als es viele seiner Vorgänger taten.

dieAufgusse

Geschmack: Elegant komponierte Konfiserie-Süße / dichter Blumen-Flair / im erhitzten Sein ein Hauch an Adstringens / ein Touch von Gemüse / flüchtiger Charakter ~

Gongfu-Style: 95° / 5g auf 150ml /20/30/40/50sec/1min

Diese im leichten gelb goldenen Schimmer verankerten Tassen wickeln die Geruchssinne sanft blumig um den genüsslichen Finger. Dabei entwickelt sein Geschmack eine wunderbare Fusion aus allem Möglichem, aber stets sanft. Im112015183925Grunde könnte man diesem Umstand auch einen positiven Aspekt angedeihen lassen, dass sein sanfte Natur von einem sehr reinen Gehalt spricht. Dabei liegt diesem Kollegen etwas sehr Süßes zu Grunde, das mich speziell an einen mit112015183613Vanillecreme gefüllten saftigen Donut erinnert. Generell schimmert nach dem Genuss im hinteren Sektor etwas leicht milchiges im Geschmack hindurch. Dabei liegt ohne es außer Acht zu lassen das Hauptaugenmerk auf blumige Facetten, dessen Sein nicht nur im Aroma verankert liegt, sondern auch im Zentrum des11201518410Geschmacks eine entscheidende Rolle spielt. So verwundert es kaum, dass hier auch einiges an Obst einen gewichtigen Anteil ausmacht und dies vor allem in einer edlen Fusion aus sehr süßen Nektarinen, gefolgt von einem Hauch an ebenfalls süßen roten und gelben Paprika. Ein gewisser steiniger Charakter ist112015184612dabei stets im Hintergrund begleitend spürbar. Schlürft man jenen Nektar intensiv ein, dann erhascht man bei dieser Technik einen säuerlichen dezent platzierten adstringenten Akzent, aber dies nur im sehr erhitzten Zustand. Doch112015184831liegt diesem Kollegen immer etwas Flüchtiges zu Grunde, so verliert er viel an Körper mit dem Verlust von Hitze in seiner Struktur, wird dafür aber weitaus öliger in seiner Konsistenz.

Am besten definiert sich jener Dancong je heißer sein Profil ist. Hierbei erkennt man wahrlich elegant komponiert auch im zweiten Akt ein süß saftiges Bildnis von Vanille-Donuts, saftigem Teig und der Atmosphäre eines frisch duftenden112015185310Blumenladens, vor allem von Rosen und Orchideen. In diesen nun Kamillentee kolorierten Tassen muss man wahrlich schnell reagieren um den vollen Umfang112015185647jenes Tropfens genießen zu können, denn ehe man sich versieht ist sein Charakter wie eine flüchtige Fatamorgana verschwunden. Ab dem dritten Aufguss scheint der Zenit nahezu erreicht.
11201519011

Fazit2.0

Dies war eine Blindverkostung, da ich nur eine geringe Menge dieses recht kostspieligen Kollegen, als gratis Probe erhielt. Gerade da dieser Wudong einen reinen Single Tree Hintergrund aufwies, war ich sehr gespannt auf seine Entwicklung und hatte um ehrlich zu sein recht hohe Erwartungen. Doch am Ende war der Ausgang so schnell im Dunst verschwunden, wie sein Aroma. Er besaß einige elegant verspielte Momente, die es schon Wert waren sie erlebt zu haben, doch muss man bei diesen schnell sein, um sie noch mitbekommen zu können. Generell hatte ich das Gefühl, als würde man einen Dancong zelebrieren, der schon von Beginn an 3-4 Aufgüsse hinter sich hatte. Schwierig zu sagen warum, aber vielleicht lag es an seiner ursprünglichen Lagerung, weshalb sein Charakter am Ende so subtil und kurz daher kam. Dennoch spreche ich hier ein faires „Geschmackssache“ aus, da ich mir gut vorstellen kann, dass der ein oder andere wahre Gaumenfreuden und Gefallen an diesem Phoenix finden könnte. Denn bitter wurde er in keinem Moment und jene die es für ihren Gaumen lieber nicht ganz so massiv wünschen, hätten mit diesem Kollegen genau den richtigen Partner für genüssliche Momente gefunden. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

If we talk about Dancong one of the main topics you might read are two words „Single Tree“. The meaning of this circumstance is the fact that the tea was harvested just from one single tree / bush. But nowadays this fact is very recklessly used and false most of the time. Because real single tree/bush Dancong is quite an expensive one and not so common these days. In the past this process was the normal procedure but getting closer to modern times the way of cultivating and harvesting changed. Starting with the original mother trees new sprouts were taken from those and planted into the same area. So most of the Dancongs are named single tree but these days the meaning changed a bit. Today it means that the tea is from the same family if we name it like that. But this fellow here was a sample from Cha-Shifu a very reliable source. So this one is the real deal and with 1€ to 1g (ca. 1,1$ to 1g) not a real cheap one. I was really curious how is profile is going to develop inside my Cups but just take a closer look to it.

I must admit I was a bit confused as I smelled on the dried generous sized leaves because there wasn’t much to be discovered. Strange but true. Inside those dark nearly black colored with a violet and reddish brown shimmer to it crispy leaves you might find some notes of floral aspect but just hints – very small hints.

But believe it or not but the subtle profile is still continuing even after the leaves found their new home inside a warmed up teapot. First I thought there must be something wrong with my fine tasting notes but my wife came to the same conclusion that this fellow is definitely very subtle.

So I put my hopes high up in the sky thinking about the next step – the rinse. After the leaves changed their garment from dark to a very fresh and strong green tone with some reddish brown highlights at their edges the aroma is finally growing. Now you are going to scent a dense layer of something very fresh flowery like if you would stand in the middle of a flower shop filled with roses and orchids. But beside those aspects the second main actor inside this delicious play is a juicy fruit mix of pickled cherries and dried figs followed by a fine fusion of nectarine and a touch of peaches. But still with words like „hint“ or „a touch“ you might already noticed that even in this state his intensity isn’t as dense as others were before him.

But lets face the taste of those light golden yellow shimmering cups. First of all you need to be fast because this fellow is running out of time easily. The taste fades away as soon as the heat vanishes. But inside his hot moments there is a really nice interaction of sweet, flowery and fruity aspects going on. New and really delicious is a very sweet confectionery flair of vanilla donuts filled with a lot of vanilla cream. Facing the flowers again this isn’t only a moment of scenting something but also tasting those roses and orchids inside those cups. There isn’t much fruitiness to be discovered just a stand alone act of nectarines followed by new layers of sweet red and yellow paprika. If the heat is gone most of the nuances faced the same circumstances only the structure is getting a bit more oily.

Lets face it – after the third rinse this fellow is done as an old pair of socks. But like those socks you might appreciate this tea too even facing such a short lifespan. The most density is anchored inside the first infusion / first steeping. But generally speaking I expected more. I am not sure maybe in his origin place it wasn’t stored that properly. Hard to say. But it had some great moments and I am sure for some of you it might be exactly what you are looking for. Because it never got bitter in any moment of it and for some of you who like it more subtle and not so much massive as I do you might appreciate this fellow a lot. That’s why it received a fair „Matter of taste“ ranking on ZeroZen. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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