Q&A ~ Frage Nr.7

Frage7

NannuoDeutsch

Im Anbau kaum bzw. nur in einigen Regionen (siehe z.B. der Wachstum an biologischen Anbaugebieten in Taiwan). Bei kleinen Teehändlern hat sich in der Verarbeitung so gut wie gar nichts geändert, die Nutzung von Maschinen in der Verarbeitung kommt jedoch immer mehr zum Einsatz (siehe Röstung Long Jing).

China, wie auch der Rest der Welt, ist von Trendentwicklungen beeinflusst. Aktuell sind leicht oxidierte Oolongs (grüner TGY zum Beispiel) und leichte, blumig aromatische schwarze Sorten (Jin Jun Mei) sehr gefragt.

ChashifuChina

Auf jeden Fall gibt es heute mehr BIO, als für fünf Jahren, auch gibt es mehr grüne Oolongs, Felsentees und so auch Dancongs. Im September kommt meine Dancong 12er Box mit ausschließlich Ernten aus 2015, welche ich selbst abgeholt und zum auslüften gelagert habe.

CajovySlowakei

Wenn es um die Farmer geht hat sich in einigen Regionen doch so manches getan. Viele arbeiten sehr hart daran mit alternativen pflanzlichen Mitteln Mutternatur mehr Respekt zu zollen. Auf der Seite der Produktion richtet sich, wie bei allem, das Angebot nach der Nachfrage. Gerade im Westen sind gering oxidierte Tie Guan Yins sehr geliebt. So gibt es auch einige Sorten aus Darjeeling die sich danach orientieren, wohin die jeweilige Sorte geht und was dort gewünscht wird.

ChadaoDeutsch

Im Massengeschäft (Teeindustrie) eher weniger. Dafür gibt es (in China) immer mehr Menschen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber ihrer eigenen Kultur und der Natur bewusst werden und dafür auch ihr eigenes Leben verändern.

YunomiJapan

Auf jeden Fall. Ich sehe immer mehr Farmer, welche die Nutzung von Pestiziden mehr und mehr reduzieren bzw. Alternativen dazu finden. Dennoch ein Zertifikat zu bekommen ist nicht immer leicht. Das wunderbare ist der Ideenreichtum vieler Farmer z.B. nutzen einige die Schalen der Reiskörner welche einen gewissen Schimmelpilz entwickeln, der als natürliches Insektizid benutzt wird. Es gibt unterschiedliche natürliche Methoden die mehr und mehr vorzufinden sind, so hatte ich oftmals gesehen wie dafür Stroh oder auch Hühnerkot genutzt wurde. Zwar liegen 96% des Konsums von japanischen Tees immer noch in Japan direkt, aber der Trend zeigt deutlich einen Anstieg im Export an, was sicherlich auch ein Grund ist, warum gewisse Veränderungen stattfinden.

In der Behandlung der Teeblätter, außer das mehr Maschinen zum Einsatz kommen, gibt es kaum eine Veränderung. Doch wenn es um Innovationen in der Herstellung geht hat sich viel getan. Durch das Verändern des Kultivars sind viele neue Sorten entstanden oder wenn es in der Veredelung zum mischen der Sorten kommt, sind viele neue Variationen entstanden. Heute gibt es weit mehr Sorten, als es noch vor 30 Jahren der Fall war.

UrchinChina

„Natürlicher Anbau“ ist kein neues Konzept unter Tee-Farmern, im Gegenteil sie taten es für Jahrzehnte auf diese Art und Weise, da Pestizide und andere Mitteln, für die meisten Bauern zu teuer und daher irrelevant waren. Doch als die Nachfrage und somit der Preis für Tee stieg, da die Anbaufläche in den berühmten Bergregion sehr begrenzt ist, wurden einige sehr gierig und witterten das große Geld. So sind die Menschen eben – die meisten Farmer handeln so wie es am ertragreichsten für sie ist, solange man ihnen nicht sagt, dass sie organisch anbauen sollen und es sich für sie wirtschaftlich lohnt, wird es für die meisten keine Relevanz spielen.

Um das zu ändern, müssten wir Konsumenten dafür bereit sein, eine Art Aufschlag zu zahlen, für die Differenz die nicht wachsen konnte, da sie nicht mit Chemikalien gedüngt wurden. Doch leider sind nicht viele bereit mehr in die Taschen zu greifen, um eine natürlichere Aufzucht ohne Chemie zu gewährleisten. In dieser Hinsicht ist Taiwan um einiges weiter, als China. Man kann nur hoffen das sich China ein Beispiel daran nimmt und diesem Vorbild folgt. Doch Bewegungen finden sehr wohl statt. Chinesen bekommen mehr und mehr das Bewusstsein für ihre Umwelt und die Nachfrage nach Bio steigt stetig an.

Im Bezug auf Veränderungen im Prozess der Teevollendung findet ein stetiger Wandel statt. Alleine wenn man den traditionell gerösteten TGY von früher mit dem sehr grünen von heute vergleicht oder über die Jahre gealterten Pu’er und die beschleunigte Alterung bei Shu Pu’er. Ein signifikanter Unterschied in den letzten 1-2 Jahren ist der vermehrte Einsatz von Maschinen in der High End Pu’er Produktion. Die Witterung wird durch Ventilatoren beschleunigt oder das Rollen der Blätter „Rounian“ maschinell bewerkstelligt. Wenigstens wird das rösten noch in der Wokpfanne per Hand getätigt, doch auch hier kommen neuerdings kostspielige Bronze-Woks zum Einsatz.

DieKunstDeutsch

Meine Grundregel ist ein Wohlbefinden der Natur und Biodiversität zu schaffen und diese bei den Teebauern zu finden. Dies bedeutet auch, dass diese komplett auf Pestizide und chemische Mittel verzichten. Zudem schätze ich die traditionelle Herstellungskunst. Die Verarbeitung der Tees ist zudem sehr klimaabhängig, welches bei der Herstellung auch berücksichtig werden muss und ein Kriterium bei meiner Wahl und Wünsche spielen. All dies ist bei vielen Teebauern schon Gang und Gebe und versuchen auch befreundeten Teebauern in anderen Regionen diese Praktiken schmackhaft zu machen.

YunnanChina

Gerade in diesem Feld hat sich massiv viel getan, man könnte an die 100 Seiten nur über dieses Thema schreiben, was eindeutig den Platz sprengen würde. Auf jeden Fall gibt es stetig neue Innovationen und Änderungen in der Art der Herstellung, doch bei Pu’er vermeiden wir gänzlich alle nicht traditionell hergestellten Produkte, da wir den Kunden Sorten anbieten wollen, die sich perfekt über die Jahre lagern lassen und dies ist bei nicht traditionell hergestellten Produkten einfach nicht mit Bestimmtheit gewährleistet.

ChenshiDeutsch

Ich denke gerade bei Oolongs kommt die traditionelle Art und Verarbeitung wieder langsam zurück, da meines Erachtens nach, die grüne Welle langsam abnimmt.

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