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DasBlatt

Stammt etwas aus dem Reservat ist die Neugier ungemein geweckt, ist es dazu auch noch ein Tee von Tea Urchin, dann kann man das kochende Wasser kaum abwarten. Doch schon zu Beginn, weit vor dem dampfenden Blatt, entfaltet sich eine solch fein säuerlich, fruchtig süße Note, welche sofort tief bis in die entlegensten Windungen der eigenen Geruchssinne eintaucht. Dabei mischt sichtlhptrockendunkle Schokolade gekonnt mit Nougat plus einem Gemisch aus Haselnuss und Mandel, während die süße Konfiserienote von türkischem Honig bestimmt wird. Der reif fruchtige Anteil erhält dieses edle Geflecht von einer Vielzahl an getrockneten Pflaumen und Feigen, typisch und geschätzt an jenen Wuyi Yancha’s. Dazu schmiegt sich eine dezente meersalzige Spur fein und subtil in dieses Geschehen mit ein.

Farblich sind weit mehr, als typisch, grüne Abschnitte erhalten, dabei spiegeln sich viele helle Töne wieder und so auch die rötlichen, welche dennoch alle zusammen von der üblichen Dominanz an sehr dunklem Kobaltblau umschlungen werden. In seiner entfalteten und erweicht dampfenden Montur spielt der dunkle Anteil nur noch eine Nebenrolle, während das Grüne in ihm den schlagenden Ton angibt.

Nach dem ersten Aufguss entwickelt das dampfende Blattwerk eine solch intensive Grundnote an Kirsche, vor allem in Verbindung mit Kirschblüten, was in diesem Zusammenspiel schon hier und erneut beweist, wie gekonnt Tea Urchin sein Sortiment mit solch einer Sorgfalt und Liebe auswählt, dass am Ende nur solche einmaligen Erlebnisse vorprogrammiert sind. Neben dieser ungemein fruchtigen Allgemeinhaltung, geht es auf diesem Sektor auch gekonnt Tlhpfeuchtweiter und dies vor allem mit Himbeere plus einem zarten Schuss an Zitrone, was in seiner Kombo sehr an Himbeer-Zitronen Sirup erinnert. Dabei bleibt es vorerst auch rein süß und zieht sogar eine Fährte an Tonkabohnen nach sich, welche dem Gesamten eine Basis bietet, die sich so dicht süßt entfaltet, als wäre alles mit einer dichten Zuckerglasur überzogen. Dazu gesellt sich eine weitere Mischung aus Süßkartoffeln und heiß dampfende süßliche Maronis (Esskastanien).

dieAufgusse

Gongfu-Style: 90-95° / 5g auf 150ml / 20/30/40/50sec/1min

Die gold-gelblichen Tassen mit einem zarten Schimmer an Grün entfalten ein solch reichhaltiges Bouquet, welches erst einmal verinnerlicht und verarbeitet werden muss. Diese unheimlich dichte Backwarensüße trifft dabei gekonnt auf blumiges, nussiges und getrocknete Früchte, aber auch auf reife, frische Varianten wie Erdbeeren im Nachgeschmack plus einem Hauch an Himbeeretlhp1st-2folgend und dem fein abgerundetem Abschluss an hellen süßen Weintrauben. Was hier vonstatten geht ist schier überwältigend und lässt sich kaum in einem Atemzug erfassen. Diese Bouquet liefert sich ein gekonntes Zusammenspiel aus kräuterlichem der Kamille und den himmlisch duftenden Zügen an Magnolie mit einem Hauch von Orchidee. Dabei erhascht man ein wunderbares Feeling vontlhp1stWeihnachten mit Windgebäck, Mandelplätzchen, Haferkeksen mit Himbeeren, als wäre diese Flut an Eindrücken nicht längst genug, schmiegt sich am Ende dieser Kette noch eine leichte Adstringens mit einem süßen Hall an Tonkabohne hinzu.

Wenn man sich fragt „Gibt es auch Gemüse?“, dann kann ich nur mit einem zarten „ja“ antworten, denn dieses fügt sich sehr subtil, aber gekonnt in Form von Offenkartoffeln in dieses vorweihnachtliche Szenario ein. Der Nachhall isttlhp2n-Ihierbei ein nie enden wollendes Spektakel der Sonderklasse und nimmt dabei den gesamten Mundraum gleichermaßen elegant und bestimmend ein. Ein Seelenheil für den Gaumen.

Im zweiten Akt dieser wahrlich schon jetzt unvergesslichen Komposition, sind es nun die blumigen Ansätze in der Mischung aus Kamille, und der Magnolinen-Orchideenfusion die verstärkt die vorderen Ränge für sich einnehmen. Gesamt betrachtet erinnert dieser Tropfen oftmals mehr an einen Dancong gemischt mittlhp2ndeinem Baozhong, als an einen Wuyi, was etwas gänzlich Neues auf diesem Sektor für mich darstellt. Auch in diesem Akt bleibt die Dichte erhalten, während Blumen, säuerliche Noten, ein Hauch von Obst und Nuss dabei weit oben auf dem Präsentierteller liegen. Hingegen geht das Weihnachtliche hierbei zurück.

Im dritten Durchlauf tritt weit mehr der Gemüsefaktor an die Front und erinnert in seinem Zusammenspiel an Kartoffeln und Kohlrabi. Dazu gesellt sich erneut eine unheimlich dichte Spur an Blumigem, was durch eine Schicht an Honig übermantelt scheint und so auch mit einer sehr parfümierten, sogar seifigtlhp3rdanmutenden Fährte, möchte man meinen. Dabei kühlt jener Tropfen erstmals die Wangen. Was mich dennoch sehr verwundert hat ist, dass nach dem vierten Akt so ziemlich Ende im Gelände zu sein scheint. Zwar schmeckt man noch eine leichte Säure mit nun verstärkt felsig steinigem Kern, aber damit war der Zenit der Schilderungen auch schon erreicht.

Fazit2.0

Ich, als absoluter Tea-Urchin-Fanboy, kann eine Begeisterung über diesen Tropfen in keinem Moment abstreiten, dennoch hat mich die Tatsache sehr verwundert, das auf einmal, ohne jegliche Vorwarnung das Ende der Party angeschlagen wurde. Dennoch ist dieser Tropfen in seinen drei Glanzauftritten unheimlich vielschichtig und fährt eine wahre Flut an Nuancen auf, welche innerhalb dieser drei Phasen so wandlungsfähig sind, dass es einfach ein Traum ist. Nun stellt sich die Frage. Nimmt man nur die drei Aufgüsse her, dann wäre dieser Tropfen ein glatter Goldbarren, aber zieht man die Kurzlebigkeit mit in die Bewertung mit ein, dann schwankt das Ganze doch etwas. Dennoch fände ich es, in Anbetracht dieses Aufgebots, nicht gerecht, wenn jener Tie Luo Han am Rasen stehen bleibt, daher erhebe ich ihn, wenn auch nur knapp darüber und verleihe ihm einen gerade noch Goldmedaille.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

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