Das Tee-Geschirr

teegeschirr

Während man im Westen weit mehr auf große, teils recht kitschige mit Blümchen verzierte Kannen abzielte, waren es im asiatischen Raum eher die kleinen Kannen und Schalen, die zu wahrhaften Zeremonien einluden. Doch dieser Trend war einmal und nun ist man auch im Westen immer mehr dem asiatischen Pendant und Original zugetan, doch auch hier sind die Möglichkeiten schier unendlich, also wo beginnt man am Besten? Will man es eher traditionell oder modern?

Wichtig sind auch hier wieder einige Grundregeln die man auf jeden Fall beachten sollte:

  1. Unglasierte Stücke (Yixing, Tokoname Kyusu, Ton-/Steinzeugs):

  • Beim Kauf darauf achten einen vertrauenswürdigen Händler zu wählen (gute Bewertungen, Reviews, andere Teetrinker fragen etc..), zu unnatürliche Farben wie knallig Grün, Blau, Gelb etc…vermeiden, denn diese sind keine echten Vertreter.

  • Riecht die Kanne am Anfang zu sehr nach Ton oder modrig, dann wurde sich zu niedrig gebrannt. Ein durchkochen in einem Topf mit kochendem Wasser, kann dabei Abhilfe schaffen. Riecht die Kanne am Anfang aber andererseits nicht leicht nach Ton und Staub, sondern eher stechend oder unnatürlich, dann ist dem Material etwas chemisches beigemengt worden.

  • Keine Früchte- oder Kräutertees darin benutzen.

  • Immer den selben Tee bzw. wenigstens die selbe Gattung in ein und der selben Kannen verwenden. Nur z.B. Grüntee für die eine und Oolongs für die andere Kanne. Auch nicht regional wechseln, also chinesische und japanische Sorten trennen, da sich diese gänzlich anders entfalten, auch wenn beide Grüntees sind.

  • Nach dem Genuss, den Tee nicht lange in der Kanne belassen oder gar darin vergessen: Kann zu Schimmel oder modrigem Geruch führen.

  • Nur mit heißem Wasser ausspülen: KEINE Spülmittel oder raue Schwämme!!! Denn hier ist es gewollt, wenn sich die Stoffe des Tees und seine Öle mit der Zeit im Innenraum ablagern, dies nennt man auch „Patina“ oder auf japanisch „Aji“

  • Am besten bis zum nächsten Tag oder länger mit offenem Deckel lufttrocknen lassen. Wenn möglich direkt in die Sonne stellen, da dies den Vorgang begünstigt.

  1. Glasierte Stücke (Glas, Porzellan, Celadon etc…):

  • Hier kann alles verwendet werden, auch gemischt, da sich an diesen Materialien keine Aromen festsetzen da die Oberfläche des Materials geschlossen ist.

  • Diese können auch problemlos mit einem Schwamm und Spülmittel gereinigt werden.

Es gibt am Ende noch eine ganze Menge mehr an Materialien, wie z.B. Holzkannen, doch diese empfinde ich selbst eher als fragwürdig. Vor allem im Westen hat sich ein seltsamer Trend und Irrglaube durchgesetzt, dass japanische Gusseisenkannen, auch genannt „Tesubin“, traditionell zum direkten Tee-ansetzen benutzt werden. Am Ende ist dies eine Zubereitungsart die sich auf426201419312unserer Seite des Globus entwickelt hat und nun langsam auch nach Japan zurück schwappt. Doch ursprünglich werden diese Kannen eher als Wasserkessel verwendet, da sie einerseits das Wasser sehr lange bei gleicher Temperatur halten und andererseits, durch eine Art „Rost-Patina“ mit der Zeit immer mehr Eisen abgeben. Dieser Zustand ist gewollt und wird in Japan als Gesundheitsfördernd beschrieben. Dieser Umstand setzt erst nach langer Zeit426201419651ein, doch die Kannen die es meist in unseren Gefilden gibt, sind im Innenraum glasiert, damit man sie als normale Teekanne nutzen kann, natürlich ohne zu rosten. Hier sollte man auch nur mit heißem Wasser reinigen und dabei komplett auf Schwamm und Spülmittel verzichten.

glasunglas

Nun klingt der Umgang mit klassischem Glas oder Porzellan für den ein oder anderen sicherlich einfacher und angenehmer in der Handhabung. Also warum sollte man sich für die östlichen Materialien entscheiden?

Hier gibt es mehrere Gründe, sowohl jene die eine Veränderung bewirken, als auch solche die wir mit einer romantischen Sicht verbinden.

Der essenzielle Grund, warum sich sehr viele von Standard-Teetrinker hin zum Teeisten und dem eigenen persönlichen Teeweg bewegen und sich diesem widmen, ist die Ruhe im Alten, in einer Welt voller Hektik und moderne, zu erschaffen und zu leben. Alles will man uns vereinfachen, alles soll schneller und besser gehen, doch manchmal will man sich einfach bemühen, seine Ruhe finden und diese auf meditative Weise in z.B. solch einer östlichen Weise zelebrieren. Man kann es auch, als eine Art „Meditation zu sich selbst“ bezeichnen. Eines426201419447haben wir Menschen schon seit jeher gemeinsam, egal wie oft sich diese Welt verändert, man hält dennoch immer wieder an alten Dingen, alten Werten und Gepflogenheiten fest, da diese wie eine Reise zu uns selbst fungieren und uns den Kern von uns selbst erneut näher bringen. Da diese Materialien noch einen direkten Bezug mit dem Boden oder der Umwelt des Landes zu tun haben, ist man irgendwie stärker mit dieser Teekultur, während man genießt, verbunden, als könnte man die Landschaft aus dem dieser Ton, dieses Gestein oder Lehm4262014191322stammt, schmecken. Dies ist die romantische Sichtweise der Dinge, warum man sich eher dem „aufwendigerem Verfahren“ widmet, wenn man es so ausdrücken möchte.

Ein anderer Grund sind auch die vielen Vorteile der unterschiedlichen Materialien. In meinem ausführlichen „Yixing-Bericht“ findet ihr einen viel tieferen Einblick in diese Materie, dennoch möchte ich euch die grundlegenden Aspekte hier kurz umschreiben.

Yixing, um diese Art als Beispiel zu nennen, ist ein Material, das aus unterschiedlichen tiefgelegenen Gesteinsarten besteht. Je nachdem welche Art von Yixing Gestein man benutzt entsteht eine andere Farbgebung der Kanne und andere Eigenschaften in Verbindung mit Tee. Doch zuerst müssen diese Gesteine kleingemahlen werden, damit sie zu einer Art „Ton“ werden. Der Vorteil an diesem Material sind vor allem durch seine poröse Struktur, seine leichte4262014191033Aufnahmefähigkeit der Inhaltsstoffe im Tee und dessen Öle. Nutzt man solch eine Kanne über Jahre mit der selben Gattung Tee, dann fördert dieses Gestein den Geschmack des jeweiligen Tees. Dies soll am Ende sogar soweit führen, dass man in solch eine Kanne, die über Jahre genutzt wurde, nur heißes Wasser gießen braucht, um einen Tee daraus gewinnen zu können. Vor allem sind es aber die Minerale der unterschiedlichen Sorten, die nicht nur den farblichen4262014191540Unterschied erzeugen, sondern auch die gesundheitsfördernden Vorteile liefern. So besitzt eine Art von Yixing einen höheren Gehalt an Eisen, als ein anderer.

Doch am Ende gibt es auch Sorten wie angeblich „Duan Ni“ die dem Tee etwas an Kraft und stärke entziehen, um ihn dadurch leichter und feiner zu machen. Ich kann diesen Umstand nicht bestätigen, da ich selbst drei dieser Kanne habe, aber dies nie feststellen konnte. Somit ist für manche die Glas- oder Porzellanvariante die einfachere. Hier bleibt der Tee geschmacklich bei dem was4262014191816er ist und wie er ist. Durch die neutrale Beschaffenheit werden keine Stoffe abgegeben und auch keine aufgenommen.

Neben Kannen gibt es auch noch unzählige andere Arten seinen Tee zu zelebrieren, eine Methode die etwas Übung erfordert ist „Gongfu Cha“, bei dieser Art wird eine Art Tasse mit Deckel benutzt, die hier als „Kanne“ fungiert, auch genannt „Gaiwan“. Aber dazu später mehr. Beim Genuss von Matcha werden sehr große Schalen, bekannt unter dem Namen „Chawan“ benutzt, in denen der Tee mit einem Besen aufgeschlagen wird.

Doch all diese Varianten an Kannen & Co, haben einen Punkt der sie verbindet und am Ende wieder unterscheidet. Das Sieb! Doch dazu mehr im Teil der Zubereitung.

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