Lao Jizi BaoZhong

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Allgemeines2.0

Und erneut darf ich euch zu einem Hochgenuss im Zeichen von Tea Urchin hier auf ZeroZen begrüßen. Heute geht es etwas grüner zu mit einem kleinen Sprung über salziges Gewässer, zum großen Nachbarn von China – Taiwan. Diese Insel steht besonders wegen seines Baozhong ganz groß bei mir im Kurs und genau um diesen König jener Insel geht es heute bei mir.

Hergestellt wurde jener Tee von meisterhafter Hand Zheng Tian Fu’s, einer der berühmtesten Tee-Meister Taiwans. Das besondere an seiner Kunst ist nicht nur die reine Herstellung per Hand, sondern auch die Philosophie die er hinter seinem Schaffen pflegt. Für ihn ist jedes Blatt etwas einzigartiges und so muss es auch behandelt werden, so sagt er „Wenn du die Blätter aufschüttelst, dann behandle sie mit einem Gefühl innerer Ausgeglichenheit, so sanft und behutsam wie man ein Baby behandeln würde. Denn es ist nicht wichtig wie viel Tee ich aus der Ernte herausholen kann, sondern wie viel Liebe und Sorgfalt ich in seine Herstellung gesetzt habe.“

Meist stammt der Baozhong aus eher niedrig gelegenen Arealen wie Wenshan bei ca. 500-700m, doch dieser Laojizi stammt aus Nantou mit einer Höhe von ca. 1400-1600m. Hier gedeiht ein gänzlich anderer Kultivar genannt „Qin Xin Oolong“. Dabei wird dieses Blattwerk immer stets um die Mittagszeits geerntet und unter direktem Sonnenlicht der Witterung ausgesetzt. Dabei setzt er auf einen weit längeren Witterungsprozess, als andere Hersteller. Wie sich am Ende diese pure Leidenschaft und Liebe zum Blatt hin, im Geschmack entfalten wird und ob es Tea Urchin erneut gelungen ist, etwas Spektakuläres an Land zu ziehen, das erfahrt ihr nur hier und jetzt auf ZeroZen.

DasBlatt

Aroma: Unglaublich süß Floral Tendenz steigend / dicht Fruchtig / leicht Adstringent zitronig / eine Spur an Brotigem / im späteren Verlauf mit Gemüsenote beseelt ~

Schon im ersten Akt des ersten Atemzuges nimmt man eine solch dichte Fülle an floral honiglastigen, frischen Zitrus-Wogen auf, deren fruchtiger Kern nur darauf wartet, sich nach einigen Blüten von Orchideen gekonnt in einem saftigen Zusammenspiel aus Pfirsichen und einem leicht adstringenten Touch mit dem plus an frischem Schwarzbrot zu entfalten.

Optisch legt sich hier Mutternatur und der Meister hinter der Veredelung besonders ins Zeug und präsentiert den verwöhnten Augen einen Schmaus aus unendlich verzweigten, feinst kunstvoll gerollten Blättern, Zweigen und ÄstenBaoBlatttrockmit einer solch intensiven Farbpracht die seines Gleichen sucht. Hier strahlt es in smaragdgrünem Schimmer während in zweiter Hälfte ein leuchtendes Grün-Dunkelbau den anderen Teil jenes Kunstwerks farblich verziert.

Wurde dem dichten Geflecht erstmals so richtig warm um Blatt und Stängel, erwärmt auch das Aroma mit weit dichteren Gefilden das eigene Herz. Dabei ist es vor allem der Zitrusflair der sein Spiel gekonnt voran treibt, wie auch im Zuge das Wasser im Munde. In diesem Akt entschlüsselt sich der Code der Blumen weit vielschichtiger und gibt ein gutes Spektrum angefangen von Flieder überBaoBlattwetHolunder bis hin zu Kirschblüten preis. Zu dieser wohl komponierten Sonate fügt sich ergänzend ein saftiges Notenspiel aus frischen Pfirsichen und Pflaumen hinzu. Mit einer sehr süßen Fährte, weniger aus Honig, aber nun vielmehr aus Traubenzucker endet dieser zweite Akte der Düfte.

In späterer Folge wandelt sich der Ansatz des Fruchtigen von Aufguss zu Aufguss mehr und mehr in einen Gemüsigen mit einem Hauch an Adstringens beseelt a la Zuckerschoten. Doch dieses Unterfangen kommt nicht ganz ohne dem Vorgänger der Frucht aus, wenn auch nur im Ansatz der Schale, gewonnen von einer Nashibirne.

Das offene Blattwerk ist wie zu erwarten ein Traum. So gut wie jedes Blatt strahlt nicht nur in einem einheitlichen satt saftigen Grün, sondern ist auch in einer beachtlichen Größe zur Gänze erhalten. Natur pur.

dieAufgusse

Geschmack: Ungemein Floral & Fruchtig / subtiler Gemüseanteil / guter Anteil an süßen Backnoten / später aufkommend parfümierter Flair / in Folge subtil Nussig / später würzig Kräuterlich / mit einem lang anhaltendem Echo ~

Gongfu-Style: 90-95° / 8g auf 220ml / 30/40/50sec/1min

Heller, als hell strahlen diese Tassen fast durchsichtig mit einem solch dicht blumigem Aroma beseelt, während der erste Tropfen nur so von Nashibirnen schwärmt. Dabei filtert sich subtil ein Hauch von Gemüse heraus, welcher von einem leicht kühlenden Touch lang und beharrlich am Gaumen und im Mundraum festhält. Dies weitet sich in Folge insofern aus, dass man ein leichtes Kribbeln in den Wangen vernehmen kann. Natürlich und ohne Frage steht auchBaoFirstder florale Aspekt weit im Vordergrund und setzt mit seiner wohl komponierten Passage einen eleganten Sprung und somit eine Fusion zu leicht süßen Gefilden aus Bourbon-Vanille mit einem Hauch an Keks an. Dabei erhascht man nach und nach weitere fruchtige Mitstreiter a la frisch süß saftiger Pflaumen und am hinteren Ende ein feines Zusammenspiel aus der Schale der Weintrauben mit dem Plus an Kirschblüten, um erneut beim Floralem zu enden.

Wie so oft ist es bei Taiwan Größen ein natürlicher Akt der fortschreitenden Entwicklung, dass sich in späteren Aufgüssen der florale Anteil mehr und mehr in parfümierten Gefilden bewegt. Vor allem der Part an Kirschblüten ist nun im zweiten Akt weit dichter auf dem Gaumen zu vernehmen, als in der RundeBaothirdzuvor. Dabei sind es auch die Kirschen selbst, besser gesagt ihre eingelegte Version, welche man nun im Zusammenspiel mit schon genannten Nashibirnen und Weintrauben in Grün, diesmal mit mehr an Fruchtfleisch, deutlich vernehmen kann. Dabei zieht jener Abschnitt auch einen subtilen Touch anBaoSecondNussigem in Präsenz der Sonnenblumenkerne mit einem Plus an Pistazien mit sich. Das faszinierende und wunderbare an diesem Baozhong ist schlicht und ergreifend sein Echo, welches beharrlich lange nachklingt.

In der dritten Runde, auf ZeroZen auch die Letzte, ändert sich das Unterfangen kaum, vor allem seine Intensität behält er in gewissen Maßen und Zügen bei, wenn auch auf teils neue Abschnitte. Diese erkennt man besonders in einem erstmals und recht würzig kräuterlich minzigem Unterfangen, welches manBaofourthmerklich auf er Zungenspitze und im Rachen vernehmen kann. Doch ist mit diesem Aufguss der Zenit noch lange nicht in Sicht, denn dieser schleicht sich erst nach und nach mit dem 6ten bzw. 7tem Mal an Genuss ein.

Fazit2.0

Was soll man sagen, außer „Sie haben es schon wieder geschafft“. Dieser Baozhong ist der Beste seiner Art den ich bis dato genießen durfte und konnte. Dennoch liegt er bei mir ganz Knapp zwischen Gold und Exzellent. Doch ist sein exzellenter nun verdienter Charakter mit sehr SEHR viel an Goldstaub bestäubt, dass es nur so schimmert und funkelt auf der grünen Schicht. Leider scheint jener Tropfen, mit gutem Grund, im Moment „Out of stock“ zu sein. Da kann man wirklich nur hoffen, dass auch dieses Jahr der Meister wieder seines Amtes walten wird. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, möge ein guter Tee mit euch sein und bis zum nächsten Mal auf ZeroZen.

theupshot

„Writing a novel definitely takes some time – so you might already guess why I skipped last weeks review again. Sorry for the delay but on the other side I am sure it won’t be the last time. But different week different topic and this week it is again – yes you already might guess – time for the Urchin power. Tea Urchin is in the house and this house smells like a winner. This time we are going to cross a small ocean part away from mainland of China to his smaller brother the green and outstanding island of Taiwan. Not only is the Baozhong one of my absolute favorite type of Taiwanese teas it is also the featured tea for today’s Sunday. Here in Vienna it is getting hotter and hotter and whats suits this type of weather the best as a floral fruity tea. So let’s take a very deep and close look.

Taking the first breath means to inhale a different terrain a place between heaven and earth. Even in this first seconds there is a lot going on starting with a thick orchid floral honey-ish and citrus wave covering a sweet and juicy core of fresh fruits like peaches and a fine delicate astringency touch plus the freshness of a warm dark rye bread.

Giving it a warm rinse this whole mesh of thick coloration unfolds his true size and nature. The citrus flair is gaining a lot in his intensity while the mouth can’t stop watering. On the flowery side there is much – much more going on because now you will receive a whole bouquet starting with lilac (syringa) followed by elder and topped off with a fine layer of cherry blossoms. And also the peaches are not alone anymore they got a good and also juicy fresh company of plums. The end of the first path is layered with a different sweetness as the honey one before because now it resembles a lot more like dextrose (corn sugar).

After some ongoing steepings his tasting texture is changing more and more from a fruity character into a vegetable one like sugar snaps with a last hint of nashi pear fruit skin.

Facing the visual aspect means facing a peace of art. There is no doubt that a master laid hands on those fine and carefully rolled leaves. The volume is huge and a lot of stuff beside those colorful leaves is going on – many twigs and stems. Talking about coloration: All those shimmering emerald green colors mixed with a deep dark blue-ish green fusion are just a gift for the visual senses. After the leaves got involved with a couple of steepings you will be able to face the real and outstanding nature of this little masterpiece. Every leave is preserved in his whole condition and tainted with such a thick and strong green coloration. Mother nature at its best.

But lets jump to the tasty part. Those cups are as bright as they could be but in his composition as thick as you could think of because there is a lot going on. Tasting the first drop and the tongue is already rhapsodizing in highest tones especially the ones of nashi pears. Coming like a tiny wave you might notice a subtle vegetable hint inside the next step which evolves into a long lasting and cooling feeling on the palatal and inside your mouth. After a short moment even this stage translocating a tingling feeling inside your cheeks. Of course a major part still is provided by a nice floral undertaking while leading to a subtle sweet field of bourbon vanilla covered with a fine sweet cookie. Leading to a preliminary end of this first steeping you are going to meet up with three fellows in the following row: First a very fresh and sweet layer of plums which directly flows into another scene of the skin of a bunch of green wine grapes followed by a last floral finish of cherry blossoms.

Typical for those types of tea the floral aspect is gaining a very perfumy scent to it. Also the cherry blossom part got stronger and isn’t the only part anymore which carries the word „cherry“ inside. Now you also get to know a bunch of pickled cherries followed again by fresh nashi pears and green wine grapes but now with more pulp parts as before. Filling the gaps with something new you might notice a subtle hint of something nutty like sunflower seeds with a plus of pistachios. The echo is long and swings perfectly on your tongue even after the last sip is done minutes ago.

The third chapter isn’t the last for real but the last one here. In fact you can steep this fellow perfectly until the 6th or 7th time. But lets face the third act. Still strong but now holding some new aspects inside to keep the intensity where she belongs. Especially a very spicy herbal mint fresh aspect is clearly a major part of the following rounds.

What should I say? Of course this tea was amazing again. „YES THEY CAN!“ and they definitely have the green thumb when it comes to great taste, great tea and great sources. Even missing the gold rank very VERY close this tea is the best Baozhong I tasted so far and just another example how great quality should and can be. So I wish you a beautiful day and a great tea that suits your mood in every moment of your life.“

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